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Dienstag, 22. August 2017
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Medizinische Vorbereitung auf die Schwangerschaft

Medizinische Vorbereitung auf die Schwangerschaft
Zur Vorbereitung auf die Schwangerschaft sollten medizinische Fragen mit dem Frauenarzt besprochen werden

Heutzutage gibt es so viele Möglichkeiten der Verhütung, dass die Familienplanung nicht mehr dem Zufall überlassen wird. Die Familienplanung basiert meist auf rationalen Entschlüssen.

Eltern können nicht nur entscheiden, ob sie sich ein Kind wünschen oder nicht, sondern sie können durchaus auch daran mitwirken, ihrem Kind einen möglichst guten Start ins Leben zu geben.

Eine gesunde Lebensführung, vollwertige Ernährung, ein ausgeglichenes Seelenleben und eine glückliche Partnerschaft werden Ihrer Fruchtbarkeit und Ihrem Kind zuträglich sein, wohingegen eine stressige Beziehung, aufreibende Arbeit, Junk-Food, Umweltgifte und der Druck, zu einem bestimmten Termin ein Kind zu zeugen, die Fruchtbarkeit deutlich einschränken.

Nehmen Sie sich ausreichend Zeit und überlegen Sie, was Sie Ihrem Wunschkind schon vor der Empfängnis Gutes tun können.

Präkonzeptionelles Beratungsgespräch

Wenn Sie schwanger werden wollen, sollten Sie zu einem präkonzeptionellen Beratungsgespräch zum Frauenarzt gehen. Dies ist besonders dann wichtig, wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen müssen. Die Ärztin wird einen Bluttest machen, um herauszubekommen, ob Sie gegen Röteln und Windpocken immun sind, denn eine Rötelnerkrankung in der Frühschwangerschaft ist für den Embryo lebensgefährlich. Sie wird Sie über die Bedeutung von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen für die Schwangerschaft aufklären und dabei besonders auf Folsäure eingehen.

Alles im grünen Bereich

Nachdem Sie alle Fragen zu Ihrer Zufriedenheit geklärt haben, Sie gegen Röteln immun sind, nicht (mehr) rauchen und keinen Alkohol trinken, Sie keine Ernährungsdefizite haben, nur die von der behandelnden Ärztin genehmigten Medikamente einnehmen und vor allem Ihren Mann lieben - setzen Sie nun die Verhütungsmittel ab.

Nach dem Absetzen der Verhütungsmittel können Sie schon im ersten Zyklus schwanger werden!

Manchmal dauert es allerdings noch einige Monate, bis sich Ihr Hormonhaushalt umgestellt hat und Ihr Körper empfängnisbereit ist. Mit Hilfe des interaktiven Eisprungkalenders errechnen Sie Ihre fruchtbaren Tage. Wenn Sie in der angegebenen Zeitspanne ungeschützten Geschlechtsverkehr haben, können Sie schwanger werden. Und wenn es in diesem Monat nicht klappt, dann versuchen Sie es im nächsten noch einmal.

Setzten Sie sich zeitlich nicht unter Stress. Je stärker Sie unter Druck stehen, desto weiter sinkt die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden. Psychische Belastungen wirken sich auf die Fruchtbarkeit ungünstig aus.

Falls bei Ihnen das Risiko bestehen könnte, ein chromosomengeschädigtes Kind zu bekommen, sollten Sie frühzeitig zu einem genetischen Beratungsgespräch gehen. Dort erfahren Sie alles wichtige über Vererbung und Erbkrankheiten.

Lesen Sie unsere 10 Tipps zur Vorbereitung auf eine Schwangerschaft.

Röteln- und Windpockenschutz

Röteln und Windpocken sind weitverbreitete Virusinfektionen, die meistens in der Kindheit durchgemacht werden.

Die Rötelnerkrankung verläuft im allgemeinen harmlos und oft sogar unbemerkt. Infiziert sich aber eine werdende Mutter in der Frühschwangerschaft mit Röteln, dann kann das schwerwiegende Folgen für das Ungeborene haben. Das Risiko einer Fruchtschädigung ist groß - bis zu 60%, wenn die Erstinfektion während der ersten acht Wochen erfolgt.

Windpocken sind für das Baby lebensgefährlich, wenn sie innerhalb von vier Tagen um den Geburtstermin auftreten.

Schutz durch Immunität oder Impfung

Der zuverlässigste Schutz, in gebärfähigem Alter nicht an Röteln oder Windpocken zu erkranken, ist die bereits erworbene Immunität nach einer durchgemachten Röteln- bzw. Windpockeninfektion oder aber eine Röteln- bzw. Windpockenimpfung.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie in Ihrer Kindheit eine Röteln- bzw. Windpockeninfektion durchgemacht haben oder bei Schulabgang geimpft wurden, dann sollten Sie sich am besten noch vor einer geplanten Schwangerschaft testen und nötigenfalls impfen lassen. Ob Sie bereits eine der beiden Erkrankungen durchgemacht haben (und jetzt also immun dagegen sind) wird ein Bluttest sicher zeigen.

Eine Schwangerschaft sollte bis 28 Tage nach einer Röteln-Impfung oder einer frischen Infektion vermieden werden.

Zahnpflege

Zahnfleischentzündungen oder Parodontitis können sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken. Es ist daher ratsam, dass Sie vor einer Schwangerschaft noch einmal zu Ihrem Zahnarzt gehen und eventuell eine Zahnreinigung durchführen lassen. Auch während der Schwangerschaft ist eine gute Zahnpflege wichtig, da die Zähne und das Zahnfleisch etwas anfälliger für Bakterien sind. Entzündungen im Mundraum können zudem Frühgeburten und Schwangerschaftskomplikationen wie Präeklampsie auslösen.

Sexuell übertragbare Krankheiten

Sexuell übertragbare Krankheiten sind Infektionskrankheiten, die hauptsächlich durch sexuelle Kontakte übertragen werden. Meist bezeichnet man die meldepflichtigen Formen der sexuell übertragbaren Krankheiten als Geschlechtskrankheiten - zur Zeit muss der Arzt eine Syphiliserkrankung dem Gesundheitsamt melden.

Schwerwiegende Folgen

Zwar beginnen die sexuell übertragbaren Krankheiten manchmal harmlos oder mit kaum merklichen Anzeichen, doch können sie schwerwiegende Folgen haben. Fast alle sexuell übertragbaren Krankheiten sind im Anfangsstadium mit Aussicht auf Erfolg zu behandeln.

Eine der möglichen Folgen von Geschlechtskrankheiten ist die Unfruchtbarkeit der Frau und Sterilität des Mannes. Andere Symptome sind lebensbedrohlich wie Erkrankungen des Nervensystems oder die Immunschwäche Aids.

Folgen für das Kind

Sexuell übertragbare Krankheiten wie Hepatitis, eine Chlamydien- oder Streptokokkeninfektion, Syphilis und Tripper (Gonorrhoe) Tripper (Gonorrhoe) können auf das ungeborene Kind übertragen werden. Als Folge davon kann es zu Fehlgeburten, Totgeburten oder zur Geburt eines schwer geschädigten Kindes kommen.

Vorsorge

Um eine Gefährdung für das Kind auszuschließen, sollte eine Frau mit Kinderwunsch rechtzeitig einen Aidstest machen lassen, sich auf Geschlechtskrankheiten untersuchen und sich gegebenenfalls impfen lassen.

Schutz

Vor sexuell übertragbaren Krankheiten kann man sich durch Kondome schützen.

Gerinnungsstörungen

Frauen, die unter Gerinnungsstörungen wie Thrombophilie oder Faktor-V-Leiden-Mutation leiden, sollten frühzeitig ihren Arzt oder ihre Ärztin konsultieren. Gerinnungsstörungen und Kinderwunsch müssen sich nicht ausschließen, denn in der Schwangerschaft können Medikamente wie etwa Heparin eingenommen werden. Unbehandelt kann eine Gerinnungsstörung während der Schwangerschaft zu Fehlgeburten und anderen Problemen führen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 19. Januar 2017
Quellen: Natürliche Familienplanung heute. Springer Medizin Heidelberg 2013; Teut, M. et al.: Das Kinderwunsch-Buch. Essen, KVC, 2008

Beiträge im Forum "Kinderwunsch: Ich will schwanger werden - wer noch?"
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