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Leistungssteigernde Wirkstoffe

Leistungssteigernde Wirkstoffe
Leistungssteigernde Wirkstoffe halten nicht immer das, was sie versprechen
(c) iStockphoto/puhhha

Um Leistung, Kraft und Ausdauer zu steigern, muss ein Sportler hart trainieren. Unterstützung versprechen Nährstoffe oder Substanzen, die als leistungssteigernd angepriesen werden. Aber Werbebotschaften wie diese sollten Sie nicht unüberlegt hinnehmen.

Wägen Sie selbst ab, ob leistungssteigernde Substanzen für Sie wirklich nötig sind oder ob eine abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung nicht ausreichend wäre. Vielleicht können Sie auch beides miteinander kombinieren. Bei uns erfahren Sie, was die einzelnen Substanzen bewirken (sollen) und wie sie von Seiten der Ernährungswissenschaft, unter anderem von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, eingeschätzt werden.

Carnitin

L-Carnitin wird normalerweise im Körper in ausreichender Menge hergestellt und ist natürlicher Bestandteil der Herz- und Skelettmuskulatur des Menschen. Hauptquelle von Carnitin ist Fleisch, vor allem Wild, Rind, Strauß. Gemüse und Getreide enthält dagegen kaum Carnitin, deswegen kann es bei Vegetariern zu einem Mangel kommen.

Hauptaufgabe von Carnitin im menschlichen Organismus

L-Carnitin ist an der Bereitstellung von Energie aus Nahrungs- und Körperfett beteiligt, indem es als Transportmittel für Fettsäuren durch die Membran (innere Membran) der Mitochondrien funktioniert. Neben der Rolle bei der Energiegewinnung ist L-Carnitin an vielen weiteren biochemischen Prozessen im Organismus beteiligt. In Studien konnte gezeigt werden, dass L-Carnitin Blutfette senken kann und sich günstig auf koronare Herzerkrankungen auswirkt. Ferner hat es eine immunstimulierende Wirkung und reduziert den oxidativen Stress. Im Zusammenhang mit einer kalorienreduzierten Kost und sportlicher Aktivität verbessert L-Carnitin die Reduktion der Körperfettmasse.

Carnitinmangel aufgrund Ernährungsfehler oder Belastung

Ein echter Mangel an L-Carnitin findet man bei angeborenen Stoffwechselstörungen aber auch bei einer Mangelernährung, z.B. bei Vegetariern. Während der Schwangerschaft und im Ausdauersport können die L-Carnitin Spiegel im Blut sinken und damit nicht mehr ausreichend für den Stoffwechsel zur Verfügung stehen. Ferner können auch Medikamente den Carnitin-Spiegel beeinflussen.

L-Carnitin als Leistungsförderer

Es gibt einige Studien, die eine leistungssteigernde Wirkung von L-Carnitin im Sportbereich bestätigen. Es konnte unter anderem eine Verkürzung der Erholungsphasen nach sportlicher Anstrengung und Schutz vor Muskelkater gefunden werden. Andere Studien zeigen eine deutliche Verbesserung der sportlichen Leistungsfähigkeit bei Steigerung der Herzleistung und des Stoffwechsels. L-Carnitin steht dabei nicht auf der Dopingliste. Denn aus Urinproben lässt sich nicht bestimmen, ob das gefundene Carnitin aus der Nahrung oder aus Pillen stammt oder ob es der Körper selbst hergestellt hat. Über den Urin werden pro Tag bis zu 70 mg Carnitin ausgeschieden. Es empfiehlt sich aber vor der Einnahme Rücksprache mit dem Arzt und ggf. eine Untersuchung.

Kreatin

Kreatin kann im Körper von gesunden Menschen in ausreichender Menge hergestellt oder mit der Nahrung aufgenommen werden. Dabei ist die körpereigene Produktion um so niedriger, je mehr Kreatin in der Nahrung ist. Hauptsächlich kommt Kreatin in Fleisch und Fisch vor. Pflanzliche Lebensmittel und Milch enthalten kaum Kreatin.

Kreatin (Kreatinphosphat) dient der schnellen und kurzfristigen Bereitstellung von Energie in der Skelettmuskulatur, ist also vor allem wichtig für Kurzzeitbelastungen wie Gewichtheben oder Sprints. Kreatin wird mit Hilfe des Enzyms Kreatinkinase (CK) zur energiereichen Verbindung Phospho-Kreatin "aufgeladen". Diese chemische Energie steht dann in den Organen und Zellen für vielfältige Aufgaben zur Verfügung, z.B. für die Kontraktion von Skelett- und Herzmuskel.

Wieso Sportler viel Kreatin brauchen

  • Wer ständig Kurzzeitbelastungen ausgesetzt ist und dabei Höchstleistung vollbringen will, verbraucht mehr Kreatin als andere und muss deshalb Tabletten nehmen.

    FALSCH! Es wird nicht mehr Kreatin verbraucht, also ist kein Kreatinmangel zu befürchten. Die körpereigene Produktion reicht in Verbindung mit einer ausgewogenen Ernährung aus.

  • Durch zusätzliche Einnahme von Kreatin kann die Leistung gesteigert werden.

    RICHTIG! Allerdings nur, wenn im Kraftsport körperliche Höchstleistungen bis an die Grenze der Belastbarkeit gefordert werden, und auch dann nur minimal. Bei submaximaler Belastung und im Ausdauerbereich hat Kreatin keine Wirkung.

Einnahme von Kreatin geht mit einer Gewichtszunahme einher. Inwieweit das mit einer Leistungssteigerung zu vereinbaren ist, muss jeder Sportler für sich entscheiden.

Koffein

Koffein ist in vielen alltäglichen Produkten wie Kaffee, Tee, oder Cola enthalten. Im Fitness-Bereich wird es zudem in Form von Energy Drinks oder Riegeln angeboten. Eine Tasse Kaffee enthält, abhängig von der Zubereitungsart, etwa 100 mg Koffein, koffeinhaltige Drinks und Riegel bis zu 500 mg pro Portion. Die anregende Wirkung von Koffein setzt nach ungefähr 15 Minuten ein und hält bis zu 6 Stunden an.

Koffein entsteht beim Stoffwechsel vieler Pflanzen und wirkt in höheren Dosen als Nervengift. Daher hat es in der Pflanze eine Funktion als Schutz vor Parasiten. Die Wirkungen des Koffeins wird im Gehirn entfaltet, von dort aus werden dann viele Funktionen des Körpers beeinflusst. Koffein regt die Herztätigkeit an, steigert Blutdruck und Körpertemperatur, stimuliert die Muskeltätigkeit, erweitert Bronchien und Blutgefäße, regt die Verdauung an und führt zu vermehrtem Wasserlassen (diuretische Wirkung).

Wieso Sportler viel Koffein brauchen

  • Durch Koffein lässt sich die Ermüdung der Muskulatur hinauszögern.
    STIMMT! Durch Gewöhnung schwächt sich dieser Effekt jedoch ab.

  • Koffein erhöht die Reaktionsfähigkeit. Das ist vor allem wichtig, wenn es um Schnelligkeit geht.
    STIMMT! Durch Gewöhnung schwächen sich jedoch auch die anregenden, reaktionssteigernden Effekte von Koffein ab.

  • Koffein ist kein Dopingmittel, deswegen kann ich es unbesorgt nehmen.
    FALSCH! Wenn im Urin mehr als 12 mg Koffein pro Liter ausgeschieden werden, gilt Koffein als Dopingmittel. Das bedeutet, mehr als 500 mg Koffein darf ein Sportler vor einem Wettkampf nicht einnehmen. Bedenklich sind solche Mengen außerdem, da sie harntreibend wirken (Flüssigkeitsverluste!) und zu Schlaflosigkeit und Nervosität führen können.

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Letzte Aktualisierung: 17. November 2014

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