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Babysprache: Nicht nur Weinen und Brabbeln

Viele Eltern sind sich sicher: Wenn ihr Baby brabbelt und schreit, möchte es ihnen damit etwas sagen. Tatsächlich scheinen die Laute keineswegs unkoordiniert zu sein. Können wir Babysprache tatsächlich deuten?

Weinendes Baby wird von Eltern getröstet
Wenn Babys weinen, üben sie bereits Sprache.
© iStock.com/CokaPoka

In diesem Artikel lesen Sie:

Entwicklung Baby: Das passiert Monat für Monat

Was Ihr Baby versteht

Für das Baby sind Stimme und Worte der Eltern von Beginn an wichtig. Liebevolle Worte können wirken wie zärtliches Streicheln. Dem Baby selbst steht die Sprache zur Verständigung natürlich noch nicht zur Verfügung. Weder versteht es ganz am Anfang die Bedeutung der einzelnen Worte, noch kann es sich selbst auf diese Weise äußern.

Es kann jedoch…

  • …schreien, wenn ihm etwas fehlt oder es sich unwohl fühlt und
  • …sich mithilfe von Gestik, Blickkontakt und Gesichtsausdruck mitteilen.

Studien haben gezeigt, dass bereits Neugeborene dazu in der Lage sind, verschiedene Sprachen voneinander zu unterschieden. Das tun sie vor allem anhand der Sprachmelodie, die jeder Sprache eigen ist. Denn die Sprachentwicklung beginnt bereits im Mutterleib. Auch Stimmen können Babys schon sehr früh voneinander unterscheiden. Und sie erkennen, ob jemand beruhigend mit ihnen spricht, oder aufgebracht ist.

Mit etwa drei Monaten erkennt das Baby seinen Namen, und mit vier Monaten kann es einen freundlichen von einem ärgerlichen Gesichtsausdruck unterscheiden. Es erkennt auch einzelne Worte wieder und kann vielleicht sogar schon etwas damit verbinden. Im Alter von etwa acht Monaten kann es die Bedeutung einzelner Wörter tatsächlich zuordnen. Es weiß zum Beispiel, was ein "Ball" ist, winkt auf ein "Auf Wiedersehen" hin womöglich und schaut nach der Mama, wenn jemand fragt: "Wo ist denn die Mama?".

Babysprache: Die ersten Laute eines Babys

Schon sehr früh beginnen Neugeborene mit den ersten Lautäußerungen. Und obwohl einige dieser Laute universal sind und bei fast allen Babys auf der ganzen Welt gleich klingen, gibt es doch einige für die jeweilige Sprache einzigartige Laute.

So weinen Babys, deren Mütter eine tonale Sprache wie Chinesisch sprechen, bereits nach der Geburt mit einer stärkeren melodischen Variation als beispielsweise deutsche Babys.

Reden Sie ruhig "Babysprache"

Mit zwei Monaten entdeckt das Baby gurrende Geräusche wie "Rrrr". Im Alter von etwa drei Monaten versucht sich der Säugling an den ersten vokalartigen Lauten wie "a" und "i". Er versucht damit auch, mit seinen Eltern zu interagieren und ihre Aufmerksamkeit zu erregen. Wenn Eltern die Laute ihres Babys nachahmen und variieren, wird es deren Lippenbewegungen aufmerksam beobachten und dabei selbst lernen, Laute besser zu formulieren.

Mit Entwicklung: Ihr Baby im fünften Monat bis sechs Monaten kann es erste Silben wie "Da-da" und "ba-ba" bilden. Gegen Ende des ersten oder Anfang des zweiten Lebensjahres wird es schließlich seine ersten Worte sprechen.

Eine Studie der Universität Washington hat sogar gezeigt, dass Babys Sprache schneller erlernen, wenn die Eltern mit ihnen in "Babysprache" sprechen. Das langsame und überbetonte Artikulieren von einfachen Wörtern hilft Babys offenbar, sich diese rasch anzueignen.

Babysprache – Mit Melodie fängt alles an

Wissenschaftler*innen aus Deutschland, den USA und Neuseeland haben Lautäußerungen von 277 Säuglingen aus dem deutschsprachigen Raum in den ersten sechs Lebensmonaten untersucht. Sie konnten mehr als 67.500 Schreilaute voneinander unterscheiden, darunter das sogenannte Hungerweinen sowie Gurr- und Brabbel-Laute.

Die Forscher*innen unterschieden zunächst zwischen Schrei- und Nicht-Schrei-Lauten. Wenig überraschend: Schrei-Laute waren verbunden mit Unwohlsein, Hunger und dem Wunsch nach Kontakt. Nicht-Schrei-Laute haben die Babys dagegen benutzt, wenn sie sich wohlfühlten oder mit jemandem interagieren wollten.

Immer komplexere Schrei-Melodien

Dir Forschenden stellten fest, dass die Melodien von spontanen Schreien in den ersten 180 Tagen immer komplexer wurden. Aus einbögigen wurden im Laufe der Zeit mehrbögige Schrei-Melodien. Die Säuglinge üben beim Weinen sozusagen bereits die Grundlagen für Sprache.

Auch die anderen Lautäußerungen wurden immer komplexer. Allerdings gingen diese vorübergehend zurück, wenn die Babys etwa vier bis fünf Monate alt waren. Denn in dieser Zeit lernen die Säuglinge neue Lautäußerungen, die zunächst in die Melodie mit einfließen müssen.

Die "Dunstan-Babysprache": Babylaute verstehen

Das Baby schreit und seine Eltern würden in diesem Moment viel darum geben, zu wissen, was ihm fehlt. In vielen Fällen bleibt das jedoch ein Rätsel.

Priscilla Dunstan ist eine australische Opernsängerin, die ein ungewöhnliches Gedächtnis für Laute hat. Sie will herausgefunden haben, wie man Babys versteht. Bei ihrem Sohn stellte sie fest, dass sich fünf Laute immer wieder wiederholten, je nachdem, ob er zum Beispiel Hunger hatte oder müde war. Diese Laute äußerte er, bevor er dann schließlich anfing zu schreien. Dunstan hat diese Laute aufgeschrieben, dazu geforscht und die "Dunstan-Babysprache" entwickelt. Eine Wissenschaftlerin im eigentlichen Sinne ist sie jedoch nicht.

Bei den fünf Lauten handelt es sich der Theorie nach um fünf verschiedene sogenannte Reflexlaute, die allen Babys angeboren sind und die sich auf wichtige Grundbedürfnisse beziehen. Geht niemand darauf ein, beginnt das Baby schließlich zu schreien.

Diese fünf Laute sind:

  • "Neh" für "Ich habe Hunger". Die Zunge des Babys berührt dabei den Gaumen.
  • "Owh" für "Ich bin müde". Der Mund ist dabei wie ein "O" geformt.
  • "Eh" für "Ich muss aufstoßen".
  • "Heh" für "Ich fühle mich unwohl" (zum Beispiel zu warm, zu kalt, nasse Windel). Das "H" hört sich gehaucht an.
  • "Eiar" für "Ich habe Bauchweh". Dabei sind die Fäuste meist geballt und die Beine steif.

Diese Reflexlaute werden ab einem Alter von 3 Monaten durch komplexere Brabbel-Laute ergänzt. Erkennen Eltern die Laute bis zum Alter von drei Monaten und reagieren entsprechend zuverlässig darauf, setzt das Baby sie der Theorie nach anschließend gezielter ein.

Babyzeichensprache: Babys ohne Worte verstehen 

Auch Forschung beschäftigt sich mit Dunstan-Babysprache

Einige Studien haben sich bereits mit der Dunstan-Babysprache beschäftigt – mit teilweise erstaunlichen Ergebnissen. Demnach scheint die Methode zu funktionieren und für die Mütter, die sie anwenden, sogar den Stress zu reduzieren. Allerdings müssen Eltern dafür sehr aufmerksam sein und die Laute in der kurzen Zeit, bevor das Baby zu schreien beginnt, erkennen.

Die Forschungen reichen jedoch noch nicht aus, um eine allgemeingültige Aussage zur Richtigkeit der Dunstan-Babysprache zu treffen. Allerdings schadet es sicher nicht, einmal darauf zu achten, welche Laute das eigene Baby wann von sich gibt und zu versuchen, sie zu verstehen.

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