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Dienstag, 25. April 2017
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Anovulation (fehlender Eisprung)

Anovulation (fehlender Eisprung)
Wenn bei einer Anovulation kein Eisprung stattfindet, sind verschiedene Untersuchungen nötig - das Führen eines Zykluskalenders wird empfohlen
iStock/skynesher

Anovulation bedeutet "ohne Eisprung" (Ovulation) - und ohne Eisprung kann es nicht zu einer Schwangerschaft kommen. Ein Hauptproblem, wenn Paare nicht schwanger werden, liegt darin, dass die Frau keinen Eisprung hat - dies nennt der Mediziner Anovulation.

Anzeichen einer Anovulation ist die Amenorrhoe, das Fehlen oder Ausbleiben der menstruellen Blutung ohne weitere Symptome und oder ein unregelmäßiger Zyklus, bei dem die Zykluslänge kürzer als 21 und länger als 35 Tage ist. Aber auch wenn Sie einen regelmäßigen Zyklus von 21-35 Tagen haben, kann es manchmal zum Ausbleiben des Eisprungs kommen.

Wie ist die Anovulation feststellbar?

  • Basaltemperatur
    Wenn Sie regelmäßig die Basaltemperatur messen, so kann anhand der Kurve erkannt werden, ob Sie einen Eisprung haben.
  • Ultraschall
    Ihr Arzt kann durch Ultraschalluntersuchungen einen Eisprung erkennen, ob ein Eisprung bevorsteht, bzw. ob ein Eisprung stattgefunden hat.
  • Blutuntersuchung
    Auch anhand einer Blutuntersuchungen kann der Eisprung diagnostiziert werden.

Was tun bei anovulatorischem Zyklus?

Falls dauerhaft kein Eisprung vorhanden ist, wird der Arzt untersuchen, woran dies liegt. Anovulation ist in den meisten Fällen (in etwa 85%) behandelbar.
Zur Feststellung möglicher Hormonstörungen werden alle an der Hormonproduktion beteiligten Systeme überprüft: Hypothalamus, Hirnanhangdrüse, Eierstöcke und andere hormonbildende Drüsen wie Schilddrüse und Nebennieren. Es wird der Zyklus überprüft und eine genaue gynäkologische Untersuchung gemacht.

Auch bei Frauen, die einen regelmäßigen Eisprung haben, ist es möglich, dass mal ein anovulatorischer Zyklus vorkommt. Das ist kein Grund zur Sorge, solange es einmalig vorkommt.

Ursachen der Anovulation

Die hormonellen Ursachen weiblicher Sterilität und der Anovulation sind häufig mit Unregelmäßigkeiten im Zyklus vergesellschaftet. Zur Feststellung möglicher Hormonstörungen werden alle an der Hormonproduktion beteiligten Systeme überprüft: Hypothalamus, Hirnanhangdrüse, Eierstöcke und andere hormonbildende Drüsen wie Schilddrüse und Nebennieren.

Hat der Arzt die Gründe für die Anovulation herausgefunden, kann er diese in den meisten Fällen (etwa in 85 %) erfolgreich therapieren.

Ausfall der Hirnanhangdrüse

Falls die Arbeit des Hypothalamus, der das GnRH ausschüttet, und der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), die für das luteinisierende Hormon (LH) und das follikelstimulierende Hormon (FSH) zuständig ist, nicht präzise ineinander greifen, dann kann es zu deutlichen Hormonstörungen, zur Anovulation und somit zu Unfruchtbarkeit kommen.

Wenn die Steuerung versagt
Die Hypophyse (Hirnanhangdrüse) ist nur dann in der Lage, ihre Hormone zu produzieren, wenn sie die richtigen Kommandos vom Hypothalamus bekommt. Ist dies nicht der Fall, werden FSH und LH nur noch in sehr geringen Mengen ausgeschüttet. Folglich erhalten die Eierstöcke kein ausreichendes Signal zur Ausreifung von Eizellen. Damit findet auch keine Östrogenproduktion und kein Eisprung statt.

Ursachen
Die Mediziner nennen diesen Vorgang "Störung der hypothalamisch-hypophysären Achse". Eine solche Störung kann auch vorübergehend durch Stresssituationen, durch eine ungesunde Gewichtsverminderung (oder gar Magersucht oder Bulimie) oder durch intensiven Leistungssport erworben werden.

Die Hypophyse kann aber auch direkt geschädigt sein, z.B. durch Tumore und durch eine akute Durchblutungsverminderung. Dies ist aber sehr selten. Medizinisch zeichnet sich ein (teilweiser) Funktionsausfall der Hirnanhangsdrüse durch folgende Befunde aus:

  • Die Hormone der Hypophyse (LH und FSH) sind deutlich erniedrigt.
  • Die Östrogene sind ebenfalls sehr niedrig.
  • Ein Eisprung findet nicht mehr statt.
  • Eine Menstruation tritt nicht oder nur noch sehr selten auf.

Therapie
Als Therapie sollten eventuell bestehende Ursachen beseitigt werden (Stressverminderung, Umstellung der Essgewohnheiten, operative Entfernung eines Tumors). Außerdem kann man dem Körper das GnRH zuführen und damit die Hirnanhangsdrüse zu einer normalen Hormonproduktion anregen.

Ausfall der Eierstöcke

Bei jeder Frau stellen die Eierstöcke ab einem bestimmten Alter ihre Tätigkeit ganz ein. Dieser Vorgang ist ganz natürlich und wird allgemein als "Wechseljahre" bezeichnet.

Vorzeitige Wechseljahre
Tritt dieser Funktionsverlust der Eierstöcke jedoch vor dem 40. Lebensjahr auf, dann handelt es sich um vorzeitige Wechseljahre. Dieses Phänomen kann schon bei sehr jungen Frauen Anfang 20 auftreten. Von diesem Problem sind etwa ein Prozent aller Frauen betroffen. Die Ursachen sind sehr vielfältig. Es können genetische Erkrankungen vorliegen, aber es wird auch darüber spekuliert, ob es sich um eine Autoimmunerkrankung handeln könnte, bei der der Körper durch fehlgeleitete Abwehrmechanismen die Funktion der Eierstöcke blockiert.

Übrigens kommen starke Raucherinnen deutlich eher in die Wechseljahre.

Symptome der vorzeitigen Wechseljahre
Die Befunde für diese Erkrankung sind sehr typisch. Die Frauen haben die gleichen Symptome wie in den normalen Wechseljahren:

  • Hitzewallungen
  • Schweißausbrüche
  • Trockene Schleimhäute
  • Psychische Verstimmungen bis hin zur Depression.
  • Die Menstruation bleibt aus (Anovulation).
  • Die Östrogene sind deutlich erniedrigt.
  • Das luteinisierende Hormon (LH) und das follikelstimulierende Hormon (FSH) sind stark erhöht.
    Die Hirnanhangsdrüse reagiert auf die geringe Östrogenmenge und versucht durch Erhöhung der Hormonproduktion, also LH und FSH, die Eierstöcke doch noch zu einer Reaktion anzuregen.

Therapiemöglichkeiten
Gelegentlich tritt diese Erkrankung nur vorübergehend auf. Eine Stimulation der Eierstöcke mit hohen Hormondosen kann manchmal zum Erfolg führen, ist jedoch nur im Ausnahmefall sinnvoll. In Deutschland nicht erlaubt ist die Eizellspende, mit deren Hilfe man eine Schwangerschaft auch bei vorzeitigen Wechseljahren erzielen kann.

Gelbkörperschwäche

Die Gelbkörperschwäche (Lutealinsuffizienz) ist selten und wird bei in weniger als 5% aller Fälle von weiblicher Sterilität festgestellt.

Was ist die Gelbkörperschwäche (Lutealinsuffizienz)?
Das Gelbkörperhormon Progesteron ist für die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung des befruchteten Eis verantwortlich und zur Erhaltung der Schwangerschaft wichtig. Wird zu wenig Gelbkörperhormon gebildet, kann es zu Problemen bei der Einnistung der befruchteten Eizelle kommen.
Die Lutealinsuffizienz wird festgestellt, wenn das Endometrium sich nicht normal entwickelt - wahrscheinlich wegen eines Mangels an Progesteron. Dadurch ist die Gebärmutter nicht ausreichend auf die eventuelle Einnistung einer befruchteten Eizelle vorbereitet, was eine erhöhte Fehlgeburtenrate zur Folge hat.
Unter Umständen kann eine Gelbkörperschwäche auch die Ursache eines frühen Abortes sein.

Symptome
Deutliche klinische Zeichen, wie Zyklusstörungen, finden sich bei einer Gelbkörperschwäche selten. Eine Gelbkörperschwäche kann vorliegen bei:

Diagnose

  • Eine Hormonuntersuchung (auf Progesteron) im Blut zeigt 7-10 Tage nach dem Eisprung oft einen niedrigen Progesteronwert.
  • Eine Biopsie des Endometriums zeigt, dass das Endometrium nicht entsprechend ausgebildet ist.

Siehe auch Hormone im Blut

Therapie
Die Gelbkörperschwäche kann die Folge einer unzureichenden Follikelreifung sein, denn aus dem Eibläschen entsteht nach dem Eisprung ja der Gelbkörper.

Eine Therapie mit Clomifen kann die Follikelreifung verbessern, die Qualität des Gelbkörpers verbessern und zu erhöhtem Progesteronspiegel führen.

Als Behandlung kann unter Umständen eine Unterstützung der Follikelreifung durch die Gabe von Progesteron in der zweiten Zyklushälfte nach dem Eisprung angezeigt sein. Die Progesterontherapie kann die zweite Zyklushälfte verlängern und zu einer Verzögerung der Menstruation führen - auch ohne Schwangerschaft. Deswegen geben viele Ärzte eher Clomifen als Progesteron zur Therapie der Gelbkörperschwäche.

Einige Ärzte verordnen bei Gelbkörperschwäche das pflanzliche Mittel Mönchspfeffer. Wissenschaftlich gesehen ist aber nicht bewiesen, dass Mönchspfeffer bei Lutealinsuffizienz erfolgreich ist oder dass es einen positiven Einfluss auf das Gelbkörperhormon oder den Eisprung hat.

Erhöhte männliche Hormone

Der Körper jeder Frau produziert neben weiblichen auch eine kleine Menge männlicher Geschlechtshormone (Androgene), genau wie Männer umgekehrt auch etwas Östrogen bilden.
Allerdings stört schon eine leichte Überproduktion des männlichen Hormons Testosteron den hormonellen Regelkreis der Frau empfindlich. Bei ungefähr einem Drittel aller Frauen mit unregelmäßiger Menstruation ist ein erhöhter Androgenspiegel (männliche Hormone) die Ursache für eine Unfruchtbarkeit.

Symptome
Eine vermehrte Bildung männlicher Hormone in den Nebennieren oder den Eierstöcken macht sich durch stärkere Behaarung an untypischen Stellen bemerkbar - oft in Zusammenhang mit Akne. Meist kommt es zu Unregelmäßigkeiten des Zyklus oder zum vollständigen Ausbleiben der Menstruation. Ein Eisprung findet oft nicht statt, da die erhöhten männlichen Hormone das Eibläschen an seiner normalen Entwicklung hindern. Eine Erkrankung, die mit einer Überproduktion männlicher Geschlechtshormone einhergeht, ist das PCO-Syndrom.

Ursachen der Androgenerhöhung
Oftmals lassen sich die Ursachen einer Androgenerhöhung nicht feststellen. Beobachten kann man jedoch die vermehrte Synthese der Nebennieren, insbesondere in jugendlichem Alter und bei Übergewicht der Frau. Während sich die erhöhten Werte bei jugendlichen Frauen noch normalisieren können, ist bei übergewichtigen Frauen eine Diät unumgänglich. Andere Ursachen sind Enzymdefekte, welche die normale Produktion der Hormone beeinflussen. Eine weiterer, jedoch deutlich seltenerer Grund für einen Überschuss an männlichen Hormonen sind Tumore, welche Hormone bilden können und sich meist am Eierstock befinden.

Therapiemöglichkeiten
Als Therapie ist zunächst, sofern bekannt, die Beseitigung der Ursachen anzustreben. Häufig bedeutet das Verminderung des Körpergewichtes. Bei Enzymdefekten werden die fehlenden Hormone (die wegen der Defekte nicht hergestellt werden können) ersetzt; dadurch kommt es zur Normalisierung des Androgenspiegels. Tumore, welche für die Überproduktion verantwortlich sind, müssen entfernt werden. Findet man nur erhöhte Werte, ohne die Ursache feststellen zu können, dann ist eine milde Stimulation der Eierstöcke mit Hormongaben angezeigt.

Erhöhtes Prolaktin

Bei etwa jeder 5. Frau, die trotz normaler Menstruation keinen Eisprung hat, liegt eine Störung des Hormonhaushaltes vor.

Prolaktin
Prolaktin wird in der Hirnanhangsdrüse gebildet. Während der Stillzeit ist der Prolaktinspiegel im Blut erhöht, da dieses Hormon an der Milchbildung beteiligt ist. Da das Prolaktin den Hypothalamus bei der Ausschüttung des GnRH stört, findet auch keine Produktion des follikelstimulierenden Hormons (FSH) und des luteinisierenden Hormons (LH) statt.

Bei einer Erhöhung des Prolaktinwertes ist somit die Eizellreifung erheblich behindert und es findet nur selten ein Eisprung statt (Anovulation).

Ursachen

  • Prolaktin ist ein Hormon, welches in Stresssituationen, also unter körperlicher oder seelischer Belastung ansteigt.
    Um bei einer Blutabnahme vernünftige Werte ermitteln zu können, sollte während der Blutabnahme keine Stresssituation bestehen.
  • Medikamente, die die Prolaktinproduktion im Körper anregen, könne auch die Ursache sein.
  • Nicht selten kommt es vor, dass gutartige Knoten in der Hirnanhangsdrüse für die (dann meist sehr stark) erhöhten Prolaktinwerte verantwortlich sind: Diese Knoten sind nicht gefährlich, können aber, wenn Sie wachsen, unter Umständen durch einen Druck auf den Sehnerv zu Sehproblemen führen.

Therapie
Mit verschiedenen Medikamenten kann die Ärztin Einfluss auf die Prolaktinproduktion nehmen. Bei den Medikamenten handelt es sich meist um dieselben Wirkstoffe, die auch beim Abstillen gegeben werden.

Schilddrüsenstörungen

Leichte Unterfunktion
Leichte Schilddrüsenunterfunktionen sind in den jodarmen Gegenden Deutschlands häufig. Sie beeinträchtigen zwar nicht das Wohlbefinden, können aber der Grund für einen unerfüllten Kinderwunsch sein. Schon eine leichte Störung der Schilddrüsenfunktion kann die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen und ein Grund dafür sein, dass es nicht zu einem Eisprung kommt (Anovulation).

Eine leichte Unterfunktion der Schilddrüse kommt bei mehr als 10% aller Frauen mit Fruchtbarkeitsproblemen vor. Liegt aufgrund eines Jodmangels eine Schilddrüsenunterfunktion vor, ist der gesamte Hormonkreislauf betroffen.

In einer Schwangerschaft kann eine Schilddrüsenstörung zu Entwicklungsstörungen des Kindes führen.
Mehr über Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft.

Die Therapie einer Schilddrüsenerkrankung gehört in die Hände eines Internisten oder Endokrinologen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 11. Januar 2017
Quellen: Breckwoldt M, Kaufmann M, Pfeiderer A: Gynäkologie und Geburtshilfe. 5. Auflage, Stuttgart Georg Thieme Verlag 2008

Beiträge im Forum "Kinderwunsch und Schwangerschaft bei PCO"
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