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Sonntag, 18. Februar 2018
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Schwanger und Haustier

In nahezu jedem dritten Haushalt in Deutschland lebt ein Haustier. Bei einer Schwangerschaft stellt sich oftmals die Frage, ob das Haustier nun abgegeben werden muss.

Schwanger und Haustier
Mit Achtsamkeit und Einhaltung der Hygiene spricht nichts gegen Haustiere in der Schwangerschaft
© Olena Pantiukh - Fotolia.com

Diese Befürchtung ist weitgehend unbegründet, wenn sich die Schwangere an folgende Regeln hält.

Haustiere impfen – in der Schwangerschaft Pflicht

Haustiere, die mit Schwangeren in einem Haushalt leben, sollten alle notwendigen Impfungen bekommen. Einige Haustiere, die sich auch draußen bewegen, sollten regelmäßig entwurmt werden und einen Parasitenschutz gegen Zecken, Flöhe und/oder Milben bekommen. Bei Unsicherheiten ist der Tierarzt der beste Ansprechpartner.

Die jeweiligen Haustiere sollten in der Schwangerschaft (am besten vom Partner) auf Parasitenbefall untersucht werden. Selbst bei Nagetieren ist es ratsam, regelmäßig das Fell zu kontrollieren. Hunde, Katzen und viele andere Haustiere können Infektionskrankheiten bekommen. Manche davon sind auf den Menschen übertragbar.

Bei Katzen besonders auf Hygiene achten

In der Schwangerschaft muss nicht auf eine Haustierhaltung verzichtet werden. Allerdings ist es ratsam, auf einige Dinge zu achten. Schwangere, die beispielsweise mit Katzen zusammenleben, sollten sehr auf Hygiene achten.

Damit sie sich nicht mit Erregern infizieren, die eine sogenannte Toxoplasmose auslösen können, sollte am besten jemand anderes das Katzenklo leeren und saubermachen. Ist dies nicht möglich, sollte die Schwangere unbedingt Handschuhe beim Umgang mit der Katzentoilette tragen und danach gründlich die Hände waschen.

Toxoplasmose wird durch Katzen übertragen

Toxoplasmose ist eine Infektionskrankheit, die direkt oder indirekt auf den Menschen übertragbar ist. Sie kann durch Katzen beziehungsweise deren Kot übertragen werden. Sehr viele Menschen kommen im Laufe ihres Lebens mit diesem Erreger in Kontakt. Manchmal bleibt sie unbemerkt, gelegentlich zeigen sich schwache Symptome, die einer Grippe oder einer Mandelentzündung ähneln können. Vergrößerte Lymphknoten können auch ein Symptom sein. Nur selten muss die Toxoplasmose behandelt werden, für diese Fälle gibt es unterschiedliche Therapien.

Gefährlich ist die Toxoplasmose für Schwangere, die noch nie zuvor Kontakt mit den Erregern hatte. Bei ihnen können die Krankheitserreger in die Plazenta gelangen und schwere Schäden beim Ungeborenen anrichten. Schwere Behinderung des Kindes oder eine Fehlgeburt können die Folge sein.

Kein Problem bei Schwangeren nach vorheriger Infektion

Schwangere, die zuvor schon Kontakt mit Toxoplasmoseerregern hatten, sind nicht mehr gefährdet, ihr Ungeborenes zu infizieren. Lediglich die Ansteckung während der Schwangerschaft kann die Infektion zum Embryo gelangen lassen.

Bei jemandem, der schon einige Jahre Katzen hält, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass er schon einmal mit Toxoplasmoseerregern in Verbindung kam. Es ist also nicht ratsam, eine Katze in einen Haushalt zu holen, in dem eine Schwangere lebt, die zuvor noch nie eine Katze hatte.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 12. Juli 2017
Quellen: Holzgreve, B.: 300 Fragen zur Schwangerschaft. Gräfe und Unzer Verlag, München 2009; De Gruyter, Pschyrembel Klinisches Wörterbuch 2014. de Gruyter Verlag, Berlin 2013

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