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Freitag, 25. Mai 2018
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Medikamente in der Schwangerschaft

Wenn eine Frau Medikamente in der Schwangerschaft einnimmt, ist das Ungeborene immer unfreiwilliger Empfänger der Wirkstoffe. Daher ist es sinnvoll, wenn es nötig ist nur geeignete Medikamente in der Schwangerschaft einzunehmen, wie auch Fälle aus der Vergangenheit zeigen.

Medikamente in der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft sind viele Medikamente nicht geeignet
Getty Images/Creatas RF

Auf Nummer Sicher geht, wer während der Schwangerschaft auf alle Medikamente verzichtet. Besonders anfällig ist der Fötus zu Beginn der Schwangerschaft, wenn die Organe entstehen. Prinzipiell sollten Schwangere während der gesamten Schwangerschaft bei jeder Einnahme von Medikamenten ihren Arzt befragen. Auch bei harmlos erscheinenden Medikamenten wie Aspirin kann es in bestimmten Abschnitten der Schwangerschaft zu Problemen kommen. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln in der Schwangerschaft sollte daher in jedem Fall nur nach Absprache mit dem Arzt erfolgen. Das A und O ist aber ein grundsätzlich verantwortungsvoller Umgang mit jeglichen Arzneimitteln in der Schwangerschaft.

Folgen von Medikamenten in der Schwangerschaft

Der bekannteste Fall von fatalen Folgen durch Medikamente in der Schwangerschaft ist Contergan. Die Thalidomid- oder auch Contergan-Katastrophe Anfang der 1960er Jahre, bei der nach Einnahme eines für die Mutter harmlosen Schlafmittels über 8.000 schwere kindliche Missbildungen aufgetreten waren, machte weltweit darauf aufmerksam, wie verletzlich das Kind im Mutterleib ist. Deshalb ist ein zurückhaltender Umgang mit Medikamenten in der Schwangerschaft immer sinnvoll!

Was Sie selbst tun können

Was tun, wenn Sie eine Erkältung plagt, Sie Kopfschmerzen oder Verdauungsprobleme haben oder unter Übelkeit leiden? Zunächst sollten Sie es mit natürlichen Hausmitteln statt Medikamenten versuchen: Bei Kopfweh hilft Entspannung, spazieren gehen oder sich hinlegen, bei Verdauungsproblemen hilft oftmals eine Ernährungsumstellung und gegen eine verstopfte Nase können Sie eine Salzwasserlösung in die Nase tropfen. Wenn das nicht hilft und Sie sich wirklich sehr schlimm fühlen, müssen Sie zur Not trotz Schwangerschaft ein Medikament einnehmen - am besten immer in Absprache mit Ihrem Arzt!

Gibt es Listen, an denen man sich orientieren kann, um erlaubte Medikamente zu finden?

Zunächst einmal sollten Sie in der Schwangerschaft immer Ihren Arzt oder Ihre Hebamme ansprechen, wenn Sie unter ernsten Beschwerden leiden und denken, dass Sie ein Medikament trotz bestehender Schwangerschaft einnehmen müssten. Direkte Listen zu Medikamenten gibt es nicht, aber die Charité Berlin bietet eine umfangreiche Informationsseite des Pharmakovigilanz- und Beratungszentrums für Embryonaltoxikologie an, wo die einzelnen Medikamente aufgerufen werden können: Embryotox. Zu jedem Wirkstoff wird dort die Studienlage in Schwangerschaft und Stillzeit erläutert und es wird auf zwei (auch für Ärzte) wichtige Fragen jeweils eingegangen:

  1. Darf das Medikament einer Schwangeren/Stillenden verordnet werden?
  2. Was ist zu tun, wenn die Schwangere oder die Frau in der Stillzeit das Medikament schon genommen hat?

Hier geht es zu Embryotox, um Informationen zu den Wirkstoffen in Schwangerschaft und Stillzeit nachzulesen: https://www.embryotox.de/embryotox.html.

Darf ich meine blutdrucksenkenden Medikamente auch in der Schwangerschaft weiternehmen?

Bitte besprechen Sie mit Ihrem behandelnden Arzt, welche blutdrucksenkenden Medikamente Sie während der Schwangerschaft einnehmen können. Bestimmte Wirkstoffe kommen hierfür in Frage, die idealerweise bereit sbei Kinderwunschumgestellt werden sollten. Setzen Sie die entsprechend Ihrer Schwangerschaft verordneten Medikamente nicht einfach ab, denn ein geregelter Blutdruck ist sehr wichtig für die Entwicklung Ihres Kindes.

Weitere Informationen zu Bluthochdruck und Schwangerschaft finden Sie hier. 

Was tun bei chronischer Erkrankung?

Chronisch erkrankte Frauen, die beispielsweise wegen Diabetes, Bluthochdruck oder Anfallsleiden regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten schon rechtzeitig vor einer Schwangerschaft mit ihrer Ärztin besprechen, welche Medikamente für die Dauer der Schwangerschaft geeignet sind. Es gibt auch spezielle Beratungsstellen, die Frauen mit chronischen Erkrankungen (z. B. Anfallsleiden, Stoffwechselerkrankungen) bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft optimal medikamentös beraten, damit der Beginn der Schwangerschaft in ein symptomarmes Krankheitsintervall fällt. Die unten genannte Beratungsstelle in Jena gehört zum Europäischen Netzwerk des Teratologischen Informationsservice (ENTIS).

Was, wenn bereits Medikamente eingenommen wurden, weil die Frau nichts von der Schwangerschaft wusste?

Eine Beratungsstelle der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen zu helfen, die in Unkenntnis einer bestehenden Schwangerschaft Medikamente eingenommen haben. Gemeinsam mit den Frauen wird das Risiko einer Fruchtschädigung abgeschätzt und überlegt, welche Formen der intensiven Schwangerschaftsüberwachung in Betracht kommen (Alpha-Feto-Protein-Test, Ultraschalluntersuchung, Amniozentese).

Mehr Infos unter: Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Telefon: 03641/933074. Internet: http://www.geburtshilfe.uniklinikum-jena.de/Medikamentenberatung.html, E-Mail: praenataldiagnostik@med.uni-jena.de.

Mehr Infos und Tipps zu verschiedenen Krankheiten und Medikamenten in der Schwangerschaft und Stillzeit finden Sie hier:

Autor:
Letzte Aktualisierung: 15. Mai 2017
Quellen: Online-Informationen des Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie: Arzneimittelsicherheit in Schwangerschaft und Stillzeit: https://www.embryotox.de/ (Abriu: Januar 2016)

Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
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