Suchen Menü
Schwanger und Fieber: Alles auf Abwehr!

Fieber in der Schwangerschaft: Gefährlich fürs Baby?

Autor: Viola Lex, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 19. Februar 2019

Fieber ist ein normaler Abwehrmechanismus des Körpers. Ab wann Fieber in der Schwangerschaft gefährlich ist, wie Sie es senken können, welche Medikamente erlaubt sind und welche Hausmittel helfen.

Fieber in der Schwangerschaft: Gefährlich fürs Baby?
Ab einer Temperatur von 38,5 °C ist bei Fieber in der Schwangerschaft Vorsicht geboten
© iStock.com/vadimguzhva

Bei Fieber handelt es sich um ein Symptom, nicht um eine eigenständige Erkrankung. Der Körper reagiert mit dem Anstieg seiner Temperatur auf eine Infektion mit Viren, Bakterien oder anderen Erregern, um dadurch seine Stoffwechselvorgänge zu beschleunigen und die Krankheit abzuwehren. Fieber kann also durchaus nützlich sein, wird in einigen Fällen aber auch zur Gefahr. Erhöht sich die Körpertemperatur jeweils um ein Grad Celsius, steigert das den Stoffwechsel um zwölf Prozent und die Herzfrequenz um 15 Schläge pro Minute. Fieber in der Schwangerschaft bedarf besonderer Achtsamkeit.

Artikelinhalte im Überblick:

Ab wann wird von Fieber gesprochen?

Fieber geht oft mit Begleiterscheinungen wie Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie einem allgemeinen Krankheitsgefühl einher und wird deshalb meist als sehr belastend empfunden. Man unterscheidet die Schwere je nach Höhe des Temperaturanstiegs:

  • Subfebrile (leicht erhöhte) Temperaturen: bis 37,8 °C

  • Mäßiges Fieber: 37,9 °C bis 38,4 °C

  • Hohes Fieber: über 38,5 °C

Welche Ursachen hat Fieber in der Schwangerschaft?

Erhöhte Temperaturen und sehr hohes Fieber können als Symptome verschiedenster Erkrankungen auftreten: in Verbindung mit einer Erkältung, einer Grippe oder als Reaktion auf eine Impfung, als typisches Beschwerdebild bei Tropenkrankheiten wie bei einer Infektion mit Dengue, Malaria oder Zika, bei vielen weiteren Krankheiten wie Masern, Scharlach oder Lungenentzündungen sowie im Verbund mit nicht infektiösen Erkrankungen wie dem rheumatischen Fieber.

Achtung: Schwangeren und Frauen mit Kinderwunsch wird von einer Reise in Zika-Ausbruchsgebiete dringend abgeraten. Bei einer Ansteckung mit dem Zika-Virus – die überwiegend durch Stechmücken, aber auch durch ungeschützen Sexualverkehr erfolgt – tritt nicht nur Fieber auf, sondern es können Schädelverformungen (Mikrozephalie) beim Ungeborenen verursacht werden.

Fieber in der Schwangerschaft: gefährlich fürs Baby?

Schadet Fieber in der Schwangerschaft dem Baby? Diese Frage stellen sich viele werdende Mütter und auch wissenschaftliche Studien setzen sich damit auseinander – mit teils kontroversen Ergebnissen. Experten gehen aktuell davon aus, dass sehr hohes Fieber in der Schwangerschaft Fehlbildungen im Zentralnervensystem des Babys, also dem Gehirn und dem Rückenmark, auslösen könnte. Deshalb wird schwangeren Frauen generell zur Vorsicht geraten.

Leichtes Fieber in der Schwangerschaft

Tritt im Rahmen einer Erkältung kurzzeitig leichtes Fieber in der Schwangerschaft auf, müssen sich Betroffene nicht sofort sorgen: Bei Temperaturen, die unter 38,5 Grad liegen, besteht in einem solchen Fall in der Regel keine Gefahr für das Ungeborene. Werdende Mütter sollten sich schonen, ihre Temperatur kontrollieren und im Zweifelsfall Rücksprache mit dem Arzt oder der Hebamme halten.

Hohes Fieber in der Schwangerschaft

Lang anhaltendes, hohes Fieber in der Schwangerschaft kann für das Baby gefährlich werden, vorzeitige Wehen auslösen und zu einer Frühgeburt führen. Schwangeren wird deshalb vorsichtshalber empfohlen, bereits bei Temperaturen von über 38,5 Grad fiebersenkende Maßnahmen zu ergreifen. In Absprache mit dem Arzt, der Hebamme oder dem Apotheker können dies Hausmittel oder geeignete Medikamente sein. Ist das Fieber sehr hoch und hält an, muss der Arzt eine entsprechende Behandlung einleiten.

Auch, wenn Fieber ohne erkältungstypische Begleiterscheinungen oder erkennbaren Grund auftritt, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Alarmzeichen in der Schwangerschaft: Bei diesen Symptomen zum Arzt

Fieber in der Frühschwangerschaft

Besonders bei Fieber in der Frühschwangerschaft ist es wichtig, achtsam zu sein. Stark erhöhtes und lang andauerndes Fieber kann Fehlbildungen beim Embryo, Herzrasen (Tachykardie) und eine daraus resultierende Erschöpfung der Energievorräte (Hypoglykämie) hervorrufen. Bei Temperaturen über 38,5 Grad sollte sicherheitshalber der Arzt verständigt werden. Er wird im individuellen Fall abhängig vom allgemeinen Gesundheitszustand oder dem Verlauf der Schwangerschaft entscheiden, was zu tun ist.

Fieber in der Schwangerschaft: Wann ins Krankenhaus?

Ist der behandelnde Frauenarzt nicht erreichbar, das Fieber aber sehr stark und schon lange anhaltend, können Schwangere am Wochenende oder abends die Ambulanz der Frauenklinik aufsuchen.

Was tun bei Fieber in der Schwangerschaft?

Handelt es sich um leichtes Fieber, das mit typischen Erkältungssymptomen einhergeht, können Betroffene selbst etwas zu ihrer Genesung beitragen:

  • Schonen! Der Körper braucht jetzt Ruhe, um sich gegen die Krankheitserreger zu wehren.

  • Viel schlafen. Es heißt nicht umsonst: Schlafen ist die beste Medizin.

  • Mehr Flüssigkeit in Form von Mineralwasser und Tee zu sich nehmen, um den Verlust des Körpers auszugleichen und die Elektrolytzufuhr zu erhöhen.

  • Nur leicht verdauliche Kost essen, auf fett- und eiweißreiche Speisen verzichten.

  • Sich mit lauwarmen (nicht zu kalten) Wickeln um die Waden oder auf der Stirn abkühlen.

  • Baden in lauwarmem Wasser kann ebenfalls helfen.

  • Leichte, atmungsaktive Kleidung tragen, damit nicht noch mehr geschwitzt wird.

Fieber senken in der Schwangerschaft: Welche Medikamente sind erlaubt?

Generell gilt in der Schwangerschaft in Bezug auf Medikamente: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Schwangere sollten deshalb nicht einfach zu frei verkäuflichen Mitteln aus der Apotheke greifen – sie können Bestandteile enthalten, die der Entwicklung des Babys schaden. Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, empfiehlt, soweit wie irgend möglich auf Schmerzmittel zu verzichten. Sind die Schmerzen so stark, dass sie angebracht sind "dann ist es besser, wenn die schwangere Frau das zuerst mit ihrer Frauenärztin oder ihrem Frauenarzt bespricht".

Paracetamol gilt in allen drei Trimestern der Schwangerschaft (alternativ: Ibuprofen bis zur 28. Schwangerschaftswoche) als fiebersenkendes Medikament erster Wahl. Doch: "Auch Paracetamol sollte in der Schwangerschaft nur in Ausnahmefällen und so niedrig dosiert wie möglich eingenommen werden", so Albring.

Das Pharmakovigilanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité-Universitätsmedizin Berlin rät ebenfalls von einer unkritischen Einnahme ab: Paracetamol sollte nicht regelmäßig bei moderaten Beschwerden eingenommen werden, sondern bei Schmerzen und Fieber, die eine Arzneimitteltherapie erfordern. Aktuelle Informationen zur Unbedenklichkeit bestimmter Medikamente können Schwangere jederzeit hier abrufen: www.embryotox.de.

Fieber in der Schwangerschaft vorbeugen

Eine Infektion mit Viren oder Bakterien lässt sich leider auch in der Schwangerschaft nicht immer vermeiden. Frauen mit Kinderwunsch sollten aber auf einen vorhandenen Grippeimpfschutz achten. Zwar stellen die Grippeerreger selbst keine Gefahr für das Baby dar, doch der Krankheitsverlauf mit Fieber und Gliederschmerzen ist kräftezehrend. Eine Impfung gegen die saisonale Influenza ist auch während der Schwangerschaft noch möglich, da es sich nicht um einen Lebendimpfstoff handelt. Die Impfung wird Schwangeren sogar ausdrücklich empfohlen!

Fieber nach der Schwangerschaft

Nach der Entbindung kann bedingt durch Infektionen das sogenannte Kindbettfieber auftreten – etwa aufgrund von Wundheilungsstörungen. Häufig wird Fieber im Wochenbett auch durch Milchstau oder eine Brustentzündung (Mastitis) verursacht.

Lesen Sie hier alles zum Thema Fieber nach der Geburt

Autor: Viola Lex, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 19. Februar 2019
Quellen
Beiträge im Forum "Probleme in der Schwangerschaft"
Neuste Artikel in dieser Rubrik
Beschwerden & Erkrankungen

Bei einer Gebärmutterhalsschwäche (Zervixinsuffizienz) kann sich der Muttermund auch ohne Wehen öffnen. Da sie den Gebärmutterhals verschließt, kann das Legen einer Cerclage verhindern, dass das Kind zu früh... Mehr...

Entbindung & Kaiserschnitt

Sind die Wehen bei der Geburt zu schwach, zu kurz oder zu selten, oder setzen sie gar nicht erst von alleine um den Geburtstermin ein, spricht man von einer Wehenschwäche. Wehenschwäche kann verschiedene... Mehr...

Penicilline und Cephalosporine gelten als sicher

Antibiotika sind auch in der Schwangerschaft manchmal unverzichtbar, können aber das Risiko für Fehlbildungen erhöhen: Darauf sollten Sie bei der Einnahme achten. Mehr...

Mit der Teilnahme an unseren interaktiven Gewinnspielen sichern Sie sich hochwertige Preise für sich und Ihre Liebsten!

Jetzt gewinnen

Wann kommt mein Baby? Mit dem Geburtsterminrechner können Sie das schnell und einfach herausfinden

mehr lesen...
Weitere interessante Themen
  • Juckreiz in der Schwangerschaft

    Juckreiz in der Schwangerschaft kann vielfältige Ursachen haben. Ob am Bauch, an den Beinen, im Intimbereich oder am ganzen Körper – die Symptome können individuell sehr... Mehr...