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Sonntag, 19. November 2017
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Fliegen mit Baby: Das sollten Sie wissen

Fliegen mit Baby
Beim Fliegen mit Baby sitzt Ihr Kind auf Ihrem Schoß - unter zwei Jahren besteht kein Anspruch auf einen Sitzplatz

Baby an Bord: Viele frisch gebackene Eltern fragen sich, was bei einer Flugreise mit Baby tatsächlich beachtet werden muss. Wir haben die wichtigsten Informationen zum Reisen mit Baby für Sie zusammengefasst und geben Antworten.

Ab wann darf ich mit Baby fliegen?

Bei den meisten Fluggesellschaften ist das Fliegen mit Baby bereits ab dem achten Lebenstag gestattet. Einige Fluggesellschaften erlauben das Fliegen mit Kleinkind aber auch erst später (z. B. "easyJet" ab dem 15. Lebenstag). Informieren Sie sich daher zur Sicherheit vor der Buchung, ob Ihr Baby mitreisen darf. Alle Kinder bis zu einem Alter von zwei Jahren gelten bei einer Flugreise übrigens als Kleinkinder.

Generell sollten Sie sich vorab überlegen, ob Sie schon bereit sind, eine Reise mit Baby anzutreten und selbst über die Ruhe verfügen, das Fliegen mit Baby stressfrei zu meistern. Sind die Eltern im Flugzeug nervös, überträgt sich das schnell auf das – wahrscheinlich sonst sogar ziemlich entspannte – Kind.

Fliegen mit Baby: Welches Ausweisdokument braucht mein Kind?

Während früher bei einem Urlaub mit Baby eine Eintragung im Reisepass der Eltern ausreichte, gilt seit 2012 nach einer europäischen Vorgabe: Kinder brauchen bei Auslandsreisen einen eigenen Pass oder Personalausweis (abhängig von den Einreisebedingungen des jeweiligen Landes). Auch, wenn Ihr Pass mit Eintragung noch gültig ist, dürfen Sie damit nicht mehr reisen, sondern müssen für Ihr Kind ein eigenes Reisedokument beantragen.

Für Kinder unter zwölf Jahren wird ein Kinderreisepass mit einer Gültigkeitsdauer von sechs Jahren ausgestellt – er kostet 13 Euro und kann einmalig verlängert werden (bis zur Vollendung des 12. Lebensjahres, Kosten: sechs Euro). Bei Kindern unter sechs Jahren werden dafür keine Fingerabdrücke erfasst, es ist aber ein Lichtbild nötig. Das Auswärtige Amt empfiehlt bei einer Ein- oder Ausreise mit einem von mehreren Erziehungsberechtigten eine Zustimmungserklärung des anderen. Wer über die kanadische Grenze reist, benötigt zwingend eine beglaubigte Zustimmungserklärung des nicht mitreisenden Elternteils.

Wie läuft die Sicherheitskontrolle beim Fliegen mit Baby ab?

Wenn Sie mit Baby fliegen, dürfen Sie Ihr Kind bei der Sicherheitskontrolle durch den Metalldetektor tragen. Schlafende Kleinkinder müssen nicht geweckt werden, allerdings dürfen sie nicht im Kinderwagen sitzen bleiben. Dieser wird zusammengeklappt und gemeinsam mit Ihrem Handgepäck durchleuchtet.

Mit Baby fliegen: Darf ich Babynahrung mit an Bord nehmen?

Die Regelungen für die Mitnahme von Flüssigkeiten im Handgepäck sind aufgrund der verschärften Sicherheitskontrollen strenger geworden sind: Erlaubt sind nur noch Flüssigkeiten bis zu 100 Milliliter, die in einem durchsichtigen, wiederverschließbaren Beutel mit einem Fassungsvermögen von maximal einem Liter verpackt wurden.

Babynahrung dürfen Sie trotzdem in Ihrem Handgepäck mitnehmen. Dazu gehören: Sterilisiertes Wasser (das sich in einer Babyflasche befinden muss), Sojamilch für Babys, Milchpulver, Muttermilch oder Kuhmilch (speziell für Babys) und Babynahrung. Für Milch oder sterilisiertes Wasser gilt die 100-Milliliter-Beschränkung nicht, wenn die Gesamtmenge nicht größer ist als ein Liter. Es kann vorkommen, dass Sie bei der Sicherheitskontrolle dazu aufgefordert werden, diese Flüssigkeiten für Ihr Baby zu probieren.

Kann ich Kinderwagen, Buggy, Babybett oder Autokindersitz transportieren?

Die Mitnahme von Kinderwagen, Buggy, Babybett & Co. ist meist kostenlos. Bei einigen Airlines gibt es hier allerdings Beschränkungen: So kann es vorkommen, dass Sie maximal zwei Gegenstände ohne Aufpreis als Gepäck aufgeben dürfen. Informieren Sie sich zur Sicherheit bei Ihrer Fluglinie. Die meisten Airlines ermöglichen Familien für das Fliegen mit Baby darüber hinaus weiteren Komfort: Sie dürfen den Kinderwagen bis zum Einsteigen behalten und bekommen diesen bei der Ankunft direkt am Flugzeug wieder, um Ihnen die langen Fußwege an den Flughäfen zu erleichtern. Außerdem dürfen Eltern mit Babys meist am "Preboarding" teilnehmen. Das heißt: Sie steigen vor den anderen Passagieren ein und haben genügend Zeit in Ruhe Ihren Platz einzunehmen.

Welche Freigepäckmengen gelten beim Fliegen mit Baby?

In puncto Freigepäck hat jede Fluggesellschaft ihre eigenen Regelungen. Die Spanne reicht von keinem weiteren Freigepäckstück für Ihr Baby bis zu einem zusätzlichen erlaubten Koffer von 23 Kilogramm. Im Allgemeinen wird zwischen aufzugebendem Gepäck und Handgepäck unterschieden. Auch der gebuchte Tarif spielt hierbei eine Rolle. Beachten Sie bei der Buchung die Bestimmungen für die Freigepäckmengen.

Wie wird mein Baby während des Fluges gesichert?

Kinder unter zwei Jahren haben keinen Anspruch auf einen eigenen Sitzplatz. Nach den Beförderungsrichtlinien für Passagierflugzeuge in der Europäischen Union werden Babys auf dem Schoß ihrer Eltern transportiert. Beim Aufleuchten der Anschnallzeichen müssen sie dort mit einem so genannten Schlaufengurt (Loop Belt) gesichert werden. Die Fluggesellschaften stellen diesen Gurt an Bord zur Verfügung. Halten Sie Ihr Kind nicht ohne Gurt auf dem Schoß fest!

Die Sicherung von Babys beim Fliegen wird kontrovers diskutiert, denn in Fachkreisen gilt die Anschnallweise mit dem Schlaufengurt als lebensgefährlich. Zwar wird das Baby auf Ihrem Schoß festgehalten, im Ernstfall verwandelt es sich allerdings in Ihren Airbag und kann dadurch schwere Verletzungen davontragen. In den USA ist der Schlaufengurt verboten.

Um das Fliegen mit Baby möglichst sicher zu gestalten, empfiehlt der TÜV Rheinland, das Kind in einem Autokindersitz mitfliegen zu lassen. Hierfür müssen Sie einen eigenen, kostenpflichtigen Sitzplatz für Ihr Baby buchen. Auch verfügen die Airlines an Bord (noch) nicht über Kindersitze, sodass Sie Ihren eigenen Autokindersitz mitnehmen müssen. Bitte beachten Sie, dass nicht alle Kindersitze automatisch für Flugzeuge geeignet sind. Der TÜV kennzeichnet flugzeugtaugliche Modelle mit dem Hinweis "For use in aircraft". Die Kindersitze müssen nämlich über eine ECE-Zulassung für die Verwendung von flugzeugüblichen 2-Punkt-Gurten verfügen. Da Flugzeuggurte auf Erwachsene ausgerichtet sind, empfiehlt es sich, Kinder bis zu einer Körpergröße von 1,25 Meter (also etwa bis zum sechsten Lebensjahr) mit einem zusätzlichen Rückhaltesystem zu sichern.

Während die Schlaufengurte Pflicht sind, steht es Ihnen frei, ob Sie einen Kindersitz verwenden. Informieren Sie vorab in jedem Fall Ihre Fluggesellschaft, damit sie Ihnen einen passenden Platz zuweisen kann. Die Lufthansa empfiehlt zum Beispiel, dass der Kindersitz am Fenster positioniert wird und man selbst den Platz daneben wählt. Außerdem sollten keine Plätze am Notausgang belegt werden. Mittels Schlaufengurt darf ein Kind pro Erwachsener mitfliegen. Ist ein weiteres Baby mit an Bord, muss dieses auf einem eigenen Sitz im Kindersitz Platz nehmen. Aus Sicherheitsgründen darf bei einigen Flugzeugtypen auch nur ein Kind pro Sitzreihe Platz nehmen - je nachdem, wie die Sauerstoffmasken verteilt sind.

Ist die Strahlenbelastung im Flugzeug gefährlich für mein Baby?

Das Bundesamt für Strahlenschutz gibt an, dass bei Gelegenheitsfliegern die zusätzliche Strahlenbelastung im Flugzeug für Erwachsene, fliegende Schwangere und Kleinkinder sehr gering und das Fliegen mit Baby deshalb gesundheitlich unbedenklich ist.

Druckausgleich beim Fliegen mit Baby: Schadet der Kabinendruck meinem Kind?

Besonders beim Landeanflug haben viele Passagiere beim Fliegen mit Druck auf den Ohren zu kämpfen. Für gesunde Menschen ist das ungefährlich: Sie können durch das Kauen eines Kaugummis, Gähnen oder das so genannte Valsalva-Manöver ("Ausatmen" bei geschlossenem Mund und zugehaltener Nase) für Druckausgleich sorgen. Aber was machen die Kleinsten?

Helfen Sie Ihrem Baby bei Start und Landung

Babys haben diese Möglichkeiten zum Druckausgleich natürlich nicht. Aber Sie können Ihrem Kind dabei helfen: Schnuller, Stillen oder Nuckeln an der Flasche erleichtern den Druckausgleich. Da Babys in den ersten Lebensmonaten nur durch die Nase atmen, sollten Sie für den Notfall Nasentropfen mit Kochsalzlösung dabei haben. So können Sie Ihrem Kind helfen, wenn die Nasenschleimhäute zuschwellen. Dies ist auch zur Vorbeugung von  Ohrenschmerzen eine gute Wahl. Fliegen Sie nicht mit einem stark erkälteten Baby. Wenn Sie sich unsicher sind, sprechen Sie vor der Reise mit Ihrem Kinderarzt.

Welche Bestimmungen für das Fliegen mit Baby gelten bei den jeweiligen Airlines?

Grundsätzlich machen alle Fluggesellschaften das Fliegen mit Baby möglich, verfügen über Wickelplätze und sind dafür sehr aufgeschlossen. Die Bedingungen können jedoch variieren – auch, was den Ticketpreis betrifft. Die Lufthansa bietet an, dass Babys unter zwei Jahren auf innerdeutschen Flügen kostenlos mitreisen dürfen und auf den restlichen Flugstrecken zehn Prozent des regulären Tarifs berechnet werden. Bei Air Berlin zahlen Kleinkinder 15 Prozent des Nettoflugpreises bei Kurz- und Mittelstreckenflügen und 20 Prozent bei Langstreckenflügen. Informieren Sie sich bei der Buchung. Alle Airlines veröffentlichen auf Ihren Internetseiten Informationen zum Fliegen mit Baby. Hier ein kleiner Ausschnitt zum Überblick:

Mit Baby fliegen: An Bord der Lufthansa

Bei der Lufthansa darf für Babys bis zu zwei Jahren ein eigenes Gepäckstück bis zu 23 Kilogramm kostenfrei aufgegeben werden. An Bord gibt es Babybettchen, Ersatzwindeln und Babynahrung. Mitgebrachte Babynahrung wird beim Fliegen mit Kleinkind für Sie an Bord aufgewärmt. Zum Reisen mit Baby hat die Lufthansa eine Checkliste für Eltern zum Ausdrucken bereitgestellt (hier geht es zum PDF).

Fliegen mit Baby und Condor

Auf Anfrage können bei Langstreckenflügen auch bei Condor Fläschchen, Babybrei und Windeln an Bord zur Verfügung gestellt werden. Die Fluggesellschaft empfiehlt einen Autokindersitz mitzunehmen und diesen bis spätestens 48 Stunden vor Abflug anzumelden. Hierfür kann ein Formular ausgefüllt werden, in dem alle geeigneten Modelle noch einmal detailliert aufgeführt sind (hier geht es zum PDF).

Abheben mit Ryanair

Ryanair ermöglicht es Ihnen beim Fliegen mit Baby zusätzlich zu Ihrem eigenen Handgepäck ein Gepäckstück von bis zu fünf Kilogramm mit in die Kabine zu nehmen. Für Babys, die auf Ihrem Schoß mitreisen, ist kein aufzugebendes Freigepäck vorgesehen. Zwei Babyartikel (Kinderwagen, Kindersitzerhöhung oder Babytragetasche) werden kostenlos mittransportiert. Die genauen Bestimmungen zu Freigepäck und Gebühren finden Sie auf der Internetseite (hier geht es zur Website).

Flugreise mit Baby und Air Berlin

Die Fluggesellschaft Air Berlin macht die Sitzplatzreservierung für Familien kostenlos möglich. Kinderwagen, Autokindersitze und Co. werden ohne Aufpreis mittransportiert. Für Kinder zwischen zwei und elf Jahren gelten die gleichen Freigepäckmengen wie für Erwachsene. Achten Sie bei der Buchung auf den ausgewählten Tarif: Beim so genannten "JustFly'"-Tarif ist beispielsweise nicht automatisch abzugebendes Gepäck kostenfrei enthalten (außer Kinderwagen etc.). Detaillierte Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite (hier geht es zur Website).

Mit Kind und Emirates über den Wolken

Bei Emirates können Sie beim Flug für Ihr Baby ein zusätzliches Gepäckstück aufgeben und ein weiteres Handgepäckstück mit in die Kabine nehmen. Wenn Ihr Kind in einem Autokindersitz fliegen soll, finden Sie auf der Internetseite der Fluggesellschaft alle Informationen dazu und eine Auflistung der geeigneten Modelle (hier geht es zur Website).

Autor:
Letzte Aktualisierung: 08. August 2017
Quellen: Online-Informationen des Bundesamts für Strahlenschutz: www.bfs.de (Abruf: 20.04.2015); Online-Informationen des Bundesministeriums des Inneren: www.bmi.bund.de (Abruf: 20.04.2015); Online-Informationen der Botschaft und Konsulate der Bundesrepublik Deutschland in Kanada: www.kanada.diplo.de (Abruf: 20.04.2015); Online-Informationen der Bundespolizei: www.bundespolzei.de (Abruf: 20.04.2015); Online-Informationen der einzelnen Fluggesellschaften (Abruf: 20.04.2015); Online-Informationen der Techniker Krankenkasse: www.tk.de (Abruf: 20.04.2015); Online-Informationen des TÜV Rheinland: www.tuv.com (Abruf: 20.04.2015)

Beiträge im Forum "Geburtstermin März/April 2017"
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