Zahnpflege bei Babys und Kindern

Autor: Miriam Funk / Karin Wunder
Letzte Aktualisierung: 25. April 2018

Die Zahnpflege beim Baby beginnt spätestens, wenn die ersten Zähnchen durchbrechen. Zur Vorbeugung von Karies auch an den Milchzähnchen empfiehlt es sich, diese von Anfang an gut zu putzen. Später kann eine fluoridhaltige Zahncreme für Kinder verwendet werden. Kariöse Milchzähne bereiten Babys Schmerzen. Zudem können die Kariesbakterien später auf die bleibenden Zähne übertragen werden.

Kinder ahmen Erwachsene gerne nach: Lassen Sie Ihr Kind also beim Zähne putzen zuschauen
(c) iStockphoto/fotostorm

Ein vorzeitiges Fehlen der Milchzähne kann sogar die Ausbildung des Kiefers beeinträchtigen.

Zum Schutz der Milchzähne kann schon vor dem ersten Durchbruch eines Zahns begonnen werden. So müssen genügend Mineralien aufgenommen werden, damit sich eine widerstandsfähige Zahnstruktur entwickeln kann. Kindern sollten regelmäßig kombinierte Vitamin D- und Fluorid-Tabletten einnehmen. Fluorid benötigt der Körper zur Knochen- und Zahnbildung und es verhindert Kariesbildung.

Karies früh genug vorbeugen

Zur Vorbeugung von Karies ist die tägliche Zahnpflege unumgänglich. Bereits mit dem Durchbruch der ersten Zähne sollte die Zahnreinigung beispielsweise durch Abtupfen mit einem Wattestäbchen oder Mull-Läppchen beginnen. Auch Fingerzahnbürsten eignen sich hierfür. Mit dem Durchbrechen der Backenzähne etwa im 16. bis 18. Lebensmonat ist es ratsam, die Zähne zweimal täglich mit einem speziellen Putztrainer zu reinigen. Sie haben statt Borsten bissfeste Lamellen und das Kind wird so bereits früh an das Ritual des Zähneputzens gewöhnt. Es empfiehlt sich, dass Eltern ihre Kinder auch möglichst häufig beim eigenen Zähne putzen zuschauen lassen, da Kinder Erwachsene sehr gerne nachahmen.

Flouridhaltige Zahnpasta für Kinder?

Ab einem Alter von etwa zwei Jahren kann Zahnpasta und eine spezielle Kinderzahnbürste mit weichen Borsten genutzt werden - vorher können die Kinder die Zahnpasta nicht zuverlässig ausspucken und verschlucken sie stattdessen. So könnte Fluorid in größeren, nicht kalkulierbaren Mengen in den kindlichen Körper gelangen, was vermieden werden sollte. Erst, wenn das Kind die Zahncreme zuverlässig ausspuckt, kann eine  fluoridhaltige Kinderzahnpasta verwendet werden. Diese hat einen reduzierten Fluoridgehalt von in der Regel 0,25mg.

Fluoridzufuhr für Kinder zur Stärkung der Zähne

Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde empfiehlt geringe Mengen an Fluorid, die bis zum sechsten Lebensjahr gesteigert werden sollen. Die Angaben gelten für Kinder ohne weitere relevante Fluoridquellen (wie etwa fluoridiertes Speisesalz oder Mehl, wie es in einigen Ländern üblich ist). Folgende Empfehlungen zur Fluoridbenutzung sind aktuell (Stand: 2013):

Tipps für die Zahnpflege und das Zähne putzen beim Kleinkind

Empfehlenswert ist das Zähne putzen beim Kleinkind zwei Mal täglich. Putzen Sie selbst und/oder begleiten Sie Ihr Kind, wenn es sich die Zähne selbst putzt. Scheuen Sie sich nicht davor, auch einmal nachzuputzen oder mitzuhelfen, aber achten Sie darauf, dass Sie Ihr Kind nicht demotivieren, es selbst richtig zu machen. Weitere Tipps für das Zähne putzen beim Kleinkind:

Zahnpflege durch zuckerarme Ernährung

Für gesunde Zähne spielen neben der richtigen Zahnpflege auch eine ausgewogene und zuckerarme Ernährung, der Verzicht auf gesüßte Getränke und eine dauerhafte Nuckelflasche sowie die Anwendung von Fluoriden zur Härtung des Zahnschmelzes eine wichtige Rolle. In den ersten drei Lebensjahren ist es daher üblich, dass Kinder in niedriger Dosis täglich Fluorid in Form von Tabletten oder Tropfen, eventuell in Kombination mit Vitamin D, verabreicht bekommen. Fluorid beschleunigt die Wiedereinlagerung von Mineralien in den Zahnschmelz und verbessert die Säureresistenz des Zahnschmelzes - beides beugt Karies vor. Nuckel wie Schnuller und Fläschen sollten nicht von den Eltern abgelutscht werden, da sie so Kariesbakterien auf das Kind übertragen können - auch dies ist wichtiger Teil der Zahnpflege bei Babys.

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Wann zum Zahnarzt?

Oft machen sich Zahnschäden erst durch Zahnschmerzen bemerkbar. Dann wird es höchste Zeit - vereinbaren Sie sobald wie möglich einen Termin bei Ihrem Zahnarzt. Um Zahnschäden frühzeitig zu erkennen, ist es ratsam, schon bevor es "nötig" ist den Zahnarzt zu besuchen.

Jährliche Vorsorge-Untersuchungen sind ab dem 30. Lebensmonat (kurz vor dem dritten Geburtstag) vorgesehen. Nicht nur eventuelle Zahnschäden lassen sich im Rahmen der Vorsorge rechtzeitig erkennen. Auch Zahnfehlstellungen können frühzeitig erkannt werden. Zudem gibt der Zahnarzt Tipps zur Zahnpflege und kann auch sehen, wenn beim Zähne putzen noch Optimierungsbedarf besteht.

Autor: Miriam Funk / Karin Wunder
Letzte Aktualisierung: 25. April 2018
Quellen Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund und Kieferheilkunde: S2k-Leitlinie "Fluoridierungsmaßnehmen zur Kariesprophylaxe" (Stand: Januar 2013); Gebauer-Sesterhenn, B., Pulkinnen, A., Edelmann, K.: Die ersten 3 Jahre meines Kindes. Gräfe und Unzer, München 2011; Online-Informationen des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte e.V.: www.kinderaerzte-im-netz.de (Stand: März 2013)

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