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Mittwoch, 22. Februar 2017
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PCO: Schlanke Frauen fruchtbarer durch üppiges Frühstück?

PCO: Schlanke Frauen fruchtbarer durch üppiges Frühstück?
Schlanke Frauen mit PCO-Syndrom könnten von einem üppigen Frühstück profitieren
(c) iStockphoto/Getty Images

Bei PCO-Syndrom wird Frauen häufig eine Gewichtsabnahme als Teil der Therapie nahe gelegt. Es sind jedoch auch schlanke Frauen davon betroffen, für die eine Gewichtsabnahme unnötig ist. Israelische Forscher haben nun herausgefunden, dass schlanke Frauen mit PCO-Syndrom von einem üppigen Frühstück profitieren könnten, da dann häufiger ein Eisprung auftritt.

Das PCO-Syndrom (polyzystisches Ovarialsyndrom) ist eine häufige Ursache für unerfüllten Kinderwunsch. Frauen mit PCO haben häufig sehr lange Zyklen, fehlende Eisprünge (Anovulation) und/oder gar keine Menstruation. Die genaue Ursache ist nach wie vor unbekannt, aber häufig ist eine Insulinresistenz sowie erhöhte männliche Hormone (Testosteron). Üblicherweise wird das PCO-Syndrom mit Medikamenten behandelt und Frauen mit Übergewicht eine Gewichtsabnahme empfohlen, da dies nachweislich zu einer Normalisierung des Zyklus sowie einem Eisprung führen kann.

Da es allerdings auch viele schlanke Frauen gibt, die unter dem PCO-Syndrom leiden, ist diesen mit einer Gewichtsabnahme wenig geholfen. Forscher aus Israel wollten deshalb herausfinden, ob die Verteilung der Kalorien auf die Mahlzeiten Einfluss auf die Insulinproduktion hat. Dafür teilten sie 60 schlanke, gesunde Frauen mit einem BMI unter 23,9 in zwei Gruppen ein. Die Frauen litten nicht unter Diabetes, nahmen seit mindestens sechs Monaten keine Medikamente und hatten in diesem Zeitraum auch nicht erst abgenommen, sondern waren vom Typ her schlank.

Ablauf der Studie

Die Frauen mit PCO-Syndrom durften für zwölf Wochen 1.800 kcal zu sich nehmen und wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe nahm die meisten Kalorien des Tages zum Frühstück zu sich (980 kcal) und die zweite Gruppe dieselbe Menge zum Abendessen. Zum Mittagessen nahmen beide Gruppen jeweils 640 kcal zu sich und die restlichen 190 kcal dann zum Abendessen bzw. Frühstück – je nach Gruppe. Pro Woche durften maximal zwei alkoholische Getränke getrunken werden.

Ergebnisse der Studie: häufigere Eisprünge bei üppigem Frühstück

Das Ergebnis nach zwölf Wochen war erstaunlich: In der Gruppe der Frauen, die üppig gefrühstückt hatten, hatte die Hälfte der Frauen mindestens einmal im Studienzeitraum einen Eisprung gehabt, fünf Frauen sogar zweimal. Außerdem reduzierte sich ihr Blutzuckerspiegel deutlich und der Testosteronspiegel im Blut halbierte sich. Auch der Wert des Sexualhormon bindenden Globulins (SHBG), welches eine ähnliche Funktion wie Progesteron hat, verdoppelte sich. Aus der Gruppe der Frauen, die ein üppiges Abendessen zu sich nahmen, hatten nur 20 Prozent einen Eisprung im selben Zeitraum und die Blutwerte änderten sich nicht signifikant. In beiden Gruppen wurden keine Gewichtsveränderungen festgestellt.

Weitere Studien nötig, um zu klären, ob Fruchtbarkeit steigt

Auch wenn die Ergebnisse der Studie für schlanke Frauen mit PCO ermutigend sind, so muss in weiteren Studien geklärt werden, ob ein üppiges Frühstück wirklich zu verbesserten Chancen auf eine Schwangerschaft führt. Die Studiengruppe der Frauen mit PCO-Syndrom war relativ klein und es fehlte eine Kontrollgruppe. Außerdem lag die tägliche Kalorienmenge mit 1.800 kcal etwas unter dem empfohlenen Tagesbedarf für Frauen von 2.000 kcal, sodass diese Umstellung alleine auch bereits Auswirkungen haben könnte.

Grundsätzlich lässt sich jedoch aufgrund der deutlich höheren Anzahl der Eisprünge eine höhere Fruchtbarkeit durch ein üppiges Frühstück annehmen. Frauen mit Kinderwunsch, die unter dem PCO-Syndrom leiden, sollten Ihren Frauenarzt ansprechen, da dieser ihnen mit entsprechenden Medikamenten helfen kann, den Zyklus zu regulieren.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 12. Januar 2017
Quellen: Big breakfast 'boosts fertility' for some women: http://www.nhs.uk/news/2013/10October/Pages/Big-breakfast-boosts-fertility-for-some-women.aspx (Stand: Oktober 2013)

Beiträge im Forum "Kinderwunsch und Schwangerschaft bei PCO"
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