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Dienstag, 22. Januar 2019
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Stress in der Schwangerschaft

Autor: Christian Fialia, Medizinautor / Expertenteam
Letzte Aktualisierung: 23. August 2018

Welche Auswirkungen Stress in der Schwangerschaft hat, wird kontrovers diskutiert: Dauerstress steht in Zusammenhang mit dem Auftreten von vorzeitigen Wehen, Fehl-, und Frühgeburten, sowie einem verringerten Geburtsgewicht. Neueste Untersuchungen weisen sogar darauf hin, dass unter anderem ein erhöhtes Depressionsrisiko beim Kind die Folge sein kann.

Stress in der Schwangerschaft
Bei Stress in der Schwangerschaft gilt: Gönnen Sie sich regelmäßig entspannende Pausen
© iStock.com/Izabela Habur

Unser Körper reagiert in Stresssituationen heute noch genauso wie er es schon zu Urzeiten tat. Wenn der Steinzeitmensch bei der Jagd einem Säbelzahntiger begegnete, musste er sich entscheiden: kämpfen oder fliehen. Um den Körper für diese Reaktion in Alarmbereitschaft zu versetzen und ihm möglichst viel Energie zur Verfügung zu stellen, wurden Stresshormone ausgeschüttet. War die körperliche Anstrengung vorüber und die Gefahr gebannt, bauten sich diese Stresshormone wieder ab – das Stresslevel ließ nach und der Körper geriet in einen Entspannungszustand. Auch ohne Säbelzahntiger findet heute noch exakt dieser Prozess in unserem Körper statt, wenn wir zum Beispiel einen Fallschirmsprung wagen oder eine Deadline im Büro einhalten müssen. Manchmal kann Stress deshalb richtig gut sein: Er hilft uns bei der Konzentration und dabei, neue Kräfte zu mobilisieren.

Oft merken wir gar nicht mehr, wie turbulent es in unserem Leben eigentlich zugeht. Hektik ist leider ein Bestandteil unseres Alltags geworden. Ein gewisses Maß an Stress lässt sich natürlich auch in der Schwangerschaft nicht vermeiden. Und Aufregungen sind auch nicht automatisch schädlich: Handelt es sich um leichten Stress, schadet das Frau und Baby nicht.

Gefährlich wird es, wenn negativer Stress dauerhaft anhält. Ist unser Stresspegel aufgrund von Angst, Verzweiflung oder Überbelastung ständig erhöht, beeinträchtigt das unsere Gesundheit. In der Schwangerschaft sollten Sie deshalb gut auf sich aufpassen und Stress vermeiden – Ihrer Gesundheit und der Ihres Ungeborenen zuliebe. Im Folgenden liegt der Fokus auf dem Umgang mit Stress speziell in der Schwangerschaft. Allgemeine Infos zum Stressabbau finden Sie dagegen auf unserem Partnerporal Herzstück.

Stress in der Schwangerschaft vorbeugen

Um die Schwangerschaft möglichst stressfrei zu genießen, sollten Sie ein paar Dinge beachten. Besonders wichtig ist, dass Sie mehr denn je auf sich und Ihre eigenen Bedürfnisse achten. Wie das im Alltag am besten klappt? Beherzigen Sie unsere Tipps zur Vorbeugung von Stress in der Schwangerschaft:

10 Tipps zur Vorbeugung von Stress in der Schwangerschaft

Das sind mögliche Auslöser für Stress in der Schwangerschaft

  • Beruflicher Stress in der Schwangerschaft: Der Chef will den Bericht bis morgen, die E-Mails fluten das Postfach und nächste Woche steht ein wichtiges Meeting an. Wer sich dazwischen keine entspannenden Pausen gönnt, steht dauerhaft unter Strom. Treten dadurch starke Überbelastungen auf, kann das negative Folgen auf die Gesundheit haben und zu Krankheiten wie Burnout oder Depressionen führen. Aufgrund von starken psychischen Belastungen ist es während der Schwangerschaft in speziellen Fällen möglich, ein individuelles Beschäftigungsverbot zu erwirken.
  • Psychischer Stress in der Schwangerschaft: Außergewöhnliche Belastungen wie ein Todesfall in der Familie oder wirtschaftliche Existenzsorgen können zu einer starken psychischen Belastung werden. Hier ist Vorsicht geboten: Wird der psychische Stress zu groß, kann das Folgen für Schwangerschaft und Geburt haben.
  • Stress mit dem Partner in der Schwangerschaft: Kleine, harmlose Streitereien über die man sich ärgert, sind ganz normal. Wenn aber der Leidensdruck bei ernsthaften Beziehungsproblemen groß ist, sollten Sie sich Hilfe bei einer Beratungsstelle oder ähnlichem suchen. Gewalt in der Schwangerschaft kann Folgen auf den Schwangerschaftsverlauf und die Kindsentwicklung haben.

Stress in der Schwangerschaft: Auswirkungen

Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) kann sich extremer oder dauerhafter Stress negativ auf die Entwicklung des Ungeborenen auswirken.

Verschiedene Gründe sind dafür verantwortlich. Zum Beispiel:

  • Durch Dauerstress achtet die Schwangere nicht auf andere Warnsignale ihres Körpers und nimmt Gesundheitsrisiken nicht rechtzeitig wahr.
  • Der Stress führt dazu, dass die Schwangere gesundheitsgefährdendes Verhalten an den Tag legt und zu Suchtmitteln wie Drogen, Zigaretten oder Alkohol greift, die wiederum negative Folgen für das Ungeborene haben.
  • Das Immunsystem wird durch den Anstieg der Stresshormone geschwächt. Der Körper ist anfälliger für Infektionen, die zu einer verminderten Durchblutung und zu einer Veränderung des vegetativen Nervensystems führen können. Das Risiko einer Frühgeburt steigt.

Weitere Auswirkungen von Stress in der Schwangerschaft werden von Experten diskutiert. Es gibt Studien, die verschiedene Zusammenhänge herstellen.

Stress in der frühen Schwangerschaft: Fehlgeburtsrisiko erhöht?

Eine niederländische Studie fand beispielsweise heraus, dass beruflicher Dauerstress besonders in der Frühschwangerschaft zu einem verringerten Geburtsgewicht führen kann. Enormer Stress, Angst und Überbelastungen können außerdem – besonders in der Frühschwangerschaft – Risikofaktoren für eine Fehlgeburt sein. Eine Studie der Berliner Charité stellte fest, dass starker psychischer Stress Entzündungsreaktionen im Körper begünstigt und dadurch das Risiko für Schwangerschaftskomplikationen steigt. Übergewicht und höheres Alter (ab 33 Jahren) seien in Kombination mit Stress weitere Risikofaktoren für Fehlgeburten.

Stress in der Schwangerschaft kann Depressionsrisiko beim Kind steigern

Forscher am Universitätsklinikum Jena kamen in einer Studie zu dem Ergebnis, dass Stress unter Umständen das Risiko einer späteren Depression oder anderen Erkrankungen der Kinder erhöht. Hintergrund: Angst, Trauer, Schmerz und starker Stress bewirken, die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol. Ein kleiner Teil davon gelangt über die Plazenta in den Blutkreislauf des Ungeborenen. „Das führt dazu, dass zeitlebens vermehrt Stresshormone ausgeschüttet werden; dieser Dauerstress lässt dann den Blutdruck steigen und kann Depressionen auslösen", so Neurologe Prof. Dr. Matthias Schwab, Mitglied der Arbeitsgruppe „Fetale Hirnentwicklung und Programmierung von Erkrankungen im späteren Leben“. Stress in der Schwangerschaft scheint daher ein wesentlicher Risikofaktor für spätere Depressionen und andere Krankheiten zu sein.

Stress in der Schwangerschaft: Auf diese Symptome müssen Sie achten

Stress hat viele Gesichter: Dass Körper und Geist eine Pause brauchen, äußerst sich in den unterschiedlichsten Symptomen. Erste Warnzeichen können Angespanntheit und Müdigkeit sein. Ebenso treten oft Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen auf und es kommt zu Abgeschlagenheit und Erschöpfungszuständen. Körperlich macht sich Stress häufig durch Kopf- und Rückenschmerzen bemerkbar.

Bei Dauerstress können Symptome wie das Gefühl von Ohnmacht und Kontrollverlust oder die Unfähigkeit Probleme zu lösen hinzukommen.

Hilfe bei Stress in der Schwangerschaft

Unabhängig davon, welche Probleme Sie belasten und stressen, suchen Sie sich immer Unterstützung: Sei es der Rat des Partners, einer guten Freundin, der Familie, dem Arzt, der Hebamme einer Beratungsstelle oder Betroffene in einem Internetforum. Sprechen Sie über Ihre Sorgen – Sie sind damit nicht allein.

Schwanger: Erste Hilfe bei Stress im Alltag

Sie merken, dass Sie der Alltagsstress trotz Schwangerschaft fest im Griff hat? Schalten Sie einen Gang herunter. Nehmen Sie sich ganz bewusst Zeit für sich, gönnen Sie sich Auszeiten und entschleunigen Sie: Machen Sie einen Spaziergang oder Yoga, lesen Sie ein Buch, nehmen Sie ein Bad, hören Sie entspannende Musik oder machen Sie einfach mal ein Nickerchen. Auch Entspannungsübungen, bestimmte Atemtechniken, Meditation oder autogenes Training können beim Stressabbau helfen.

Droht eine Frühgeburt, ist Stress absolut tabu: Jetzt müssen Sie sich schonen und Ruhe halten. Die Krankenkasse erstattet Ihnen zur Entlastung nach Vorlage eines Attests die Kosten für eine Haushaltshilfe. 

Unterstützung bei Ängsten vor der Geburt

Sie machen sich Sorgen über die Geburt und haben Angst vor dem Geburtsschmerz? Bitten Sie Ihre Hebamme um Rat. Sie kann Ihnen stressbereitende Ängste nehmen. Auch der Geburtsvorbereitungskurs ist hier eine gute Unterstützung.

Professionelle Hilfe bei Dauerstress

Sollten Sie unter Dauerstress in der Schwangerschaft leiden, zögern Sie nicht Hilfe in Anspruch zu nehmen. Schwangerschaftsberatungsstellen, Frauenärzte und Hebammen können Sie jetzt beraten. Nach traumatischen Erlebnissen, wie dem Verlust eines Angehörigen, Missbrauch oder Gewalt haben Sie auch die Möglichkeit, psychologisch betreut zu werden.

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Autor: Christian Fialia, Medizinautor / Expertenteam
Letzte Aktualisierung: 23. August 2018
Quellen

Beiträge im Forum "Geburtstermin Juli/August 2018"
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