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Studie zu Thyroxinwerten in der Schwangerschaft

Schilddrüsenunterfunktion erhöht Risiko für Autismus

Eine Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft, die eine zu niedrige Thyroxinkonzentration im Blut zur Folge hat, erhöht laut einer aktuellen Studie das Risiko, ein autistisches Kind zu bekommen.

Höheres Autismus-Risiko durch Thyroxinmangel
Hypothyroxinämie in der Schwangerschaft kann durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden
© iStock.com/JackF

Funktionsstörungen der Schilddrüse einer Schwangeren können auch dem Kind gefährlich werden. So steigt beispielsweise die Rate der Früh- und Fehlgeburten, wenn die Mutter unter einer Schilddrüsenunterfunktion leidet. Auf eine weitere Gefahr für Babys von Schwangeren mit Schilddrüsenunterfunktion weist eine Studie niederländischer und US-amerikanischer Neurologen hin: Leidet eine werdende Mutter in den ersten Schwangerschaftswochen unter Hypothyroxinämie, einem ausgeprägten Mangel des Schilddrüsenhormons Thyroxin, erhöht dies das Risiko des Nachwuchses für autistische Störungen.

Schilddrüsentests bei über 5.000 Schwangeren

Die Neurologen hatten zwischen 2002 und 2006 bei 5.100 werdenden Müttern die Schilddrüsenfunktion überprüft. Zum Zeitpunkt des Tests waren die Frauen in der sechsten bis 18. Schwangerschaftswoche. Sechs Jahre später wurden die Eltern mit speziellen Fragebögen nach Verhaltensauffälligkeiten und emotionalen Störungen ihrer Kinder befragt, die typisch für Autismus sind. 

Autismus-Risiko bei Hypothyroxinämie der Mutter vervierfacht

Es zeigte sich, dass Frauen, bei denen im Rahmen des Schilddrüsenfunktionstests ein deutlich zu niedriger Thyroxinspiegel festgestellt worden war, vier Mal häufiger Kinder mit Autismus-Symptomen hatten als Frauen mit normalen Thyroxinwerten. Als ausgeprägten Thyroxinmangel beziehungsweise Hypothyroxinämie hatten die Wissenschaftler eine Thyroxinkonzentration unter 10,99 Pikomol pro Liter (pmol/l) definiert. Zum Vergleich: Als normale Thyroxinkonzentration gelten bei nicht Schwangeren Werte zwischen elf und 25 pmol/l.

Vorsorglicher Schilddrüsentest keine Regelleistung

Nach Einschätzung der Studienautoren eröffnen die Erkenntnisse aus der Studie neue Möglichkeiten der Prävention. Bislang gehört eine Untersuchung der Schilddrüsenfunktion werdender Mütter nicht zu den Regeluntersuchungen in der Schwangerschaft, die von der Krankenkasse übernommen werden. Sie wird als Selbstzahlerleistung angeboten, allerdings erst im dritten Schwangerschaftsmonat. Nur beim Neugeborenen gehört die Schilddrüsenfunktionsprüfung zu den Vorsorgeuntersuchungen, die von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt werden.

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