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Mittwoch, 21. Februar 2018
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Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft sind zwar unangenehm, aber in der Regel nicht gefährlich. Sie lassen sich je nach Schweregrad unterschiedlich behandeln.

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft
Hämorrhoiden in der Schwangerschaft sind unangenehm, lassen sich aber behandeln
iStock/pojoslaw

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft und nach der Geburt sind keine Seltenheit. Diese Krampfadern im Analbereich können Juckreiz und Brennen verursachen und sind für Betroffene eine peinliche und schmerzhafte Angelegenheit, insbesondere dann, wenn sie verletzt werden und dadurch bluten. Aber meistens sind Hämorrhoiden in der Schwangerschaft oder nach der Geburt nicht gefährlich.

Die besten Tipps bei Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

Hämorrhoiden in der Schwangerschaft sind häufig

In der Schwangerschaft weiten sich vorhandene, vielleicht noch nicht bemerkte, Hämorrhoiden der Schwangeren zusätzlich. Durch hormonelle Faktoren, die eine Erweiterung der Blutgefäße bewirken, sind Frauen in der Schwangerschaft für Hämorrhoiden anfälliger. Außerdem wird das Bindegewebe bei Schwangeren elastischer, die könnte Hämorrhoiden in der Schwangerschaft begünstigen. Zusätzlich entsteht mit Dauer der Schwangerschaft ein immer höherer Druck im Bauchraum, der sich auf Beckenbodenmuskulatur und auch auf den Schließmuskel auswirkt.

Welche Symptome machen Hämorrhoiden in der Schwangerschaft?

Je nach Schweregrad können Hämorrhoiden in der Schwangerschaft Juckreiz oder Bluten hervorrufen. Häufig verursacht der Stuhlgang Schmerzen und manchmal entdeckt die Schwangere Blut am Toilettenpapier. Auch ein dumpfes Druckgefühl, Brennen oder schleimiges Sekret am After kommen bei Hämorrhoiden vor.

Behandlung von Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

Auch die Behandlung von Hämorrhoiden in der Schwangerschaft richtet sich nach dem Schweregrad. Da Hämorrhoiden in erster Linie durch zu starkes Pressen beim Stuhlgang entstehen, kann mit einer Ernährungs- oder Gewohnheitenumstellung der Stuhlgang reguliert werden. Ballaststoffreiche Ernährung und regelmäßige Bewegung wirken hier oft Wunder. Entzündungshemmende Salben oder juckreizstillende Mittel können Betroffenen zu Erleichterung verhelfen. Eine erhöhte Aufmerksamkeit bei der Analpflege und Hygiene sind ebenfalls hilfreich. In schweren Fällen kann mittels verschiedener Operationstechniken eine Verbesserung erreicht werden. Eine Operation sollte jedoch nicht unbedingt in die Schwangerschaft hinein geplant werden. Auch Medikamente wie Salben sollten speziell zur Behandlung in der Schwangerschaft geeignet sein.

Hausmittel bei Hämorrhoiden in der Schwangerschaft

Bei Hämorrhoiden in der Schwangerschaft können Betroffene Sitzbäder mit einem Kamillezusatz durchführen. Sind die Hämorrhoiden bereits nach außen tastbar vorgewölbt, sollten sie behutsam zurückgeschoben werden. Außerdem kann auch eine spezielle Salbe und andere Mittel angewendet werden, die jedoch erst nach Rücksprache mit dem Arzt benutzt werden sollten. Folgende Hausmittel können ebenfalls nach Rücksprache mit der Hebamme oder dem Arzt versucht werden:

  • Kühlen: Mithilfe eines mit kaltem Wasser gefüllten Kondoms kann die Stelle gut gekühlt werden (max. 15 min)
  • Kompresse mit Honig: einen halben Teelöffel festen Honig auf ein Wattepad und auf die schmerzende Stelle legen (2-3 Stunden)
  • Kartoffelauflage: eine Scheibe rohe Kartoffel abschneiden und auf die Hämorrhoide legen (20 min)
  • Kamillensitzbad: eine Handvoll Kamille in einen Liter Wasser, absieben udn ein Sitzbad nehmen (15 min)

Vor allem sollte Verstopfung wenn möglich vermieden werden. Lebensmittel, die gegen Verstopfung helfen können:

  • Pflaumen und Birnen: Beide wirken stuhlerweichend und können als Saft getrunken oder als Trockenfrüchte gegessen werden.
  • Apfelsaft und Apfelessig: Täglich ein Glas Apfelsaft oder Wasser mit einem Schuss Apfelessig können den Darm in Schwung bringen.
  • Flohsamen: Gibt es im Bioladen oder Reformhaus und können beispielsweise unter das Müsli oder den Joghurt gemischt werden.

Hämorrhoiden nach der Geburt

Durch eine lange Pressphase unter der Geburt können bestehende Hämorrhoiden nach außen gedrückt werden oder auch erst neu entstehen und sich erstmals nach der Geburt bemerkbar machen.

Bilden sich Hämorrhoiden nach der Geburt zurück?

Da Hämorrhoiden nicht durch die Schwangerschaft selbst verursacht sondern nur begünstigt werden, verschwinden sie nach der Schwangerschaft natürlich nicht sofort. Häufig verschwinden die Hämorrhoiden jedoch im Wochenbett wieder. Wenn die Hämorrhoiden nach der Geburt starke Beschwerden verursachen, können verschiedene Mittel probiert und der Gynäkologe befragt werden.

Hämorrhoiden – was ist das?

Am Darmausgang befinden sich kleine arterielle und venöse Blutgefäße, die unter anderem die Aufgabe haben, zusammen mit der Schließmuskulatur den After abzudichten. Fachleute sprechen hier von einem Schwellkörpersystem oder einem Polster aus Blutgefäßen. Durch überhöhtes Pressen beim Stuhlgang kann es über einen längeren Zeitraum hin zu knotenförmigen Erweiterung dieser Blutgefäße kommen. Hämorrhoiden werden in vier Schweregrade eingeteilt:

Grad 1: leichte Vorwölbung der Blutgefäße ohne sicht- oder tastbaren Hämorrhoidenbefund.

Grad 2: Beim Pressen während des Stuhlgangs wölbt sich das knotenförmige Hämorrhoidengebilde kurz nach außerhalb des Afters. Anschließend geht es wieder von alleine nach innen.

Grad 3: Hier bleiben die Hämorrhoiden nach dem sogenannten Vorfall außerhalb des Afters. Sie können nur manuell wieder hineingedrückt werden.

Grad 4: Die Hämorrhoiden befinden sich ständig als Knäuel außerhalb des Afters und können nicht mehr in den After zurückgeschoben werden.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 17. Juli 2017
Quellen: Höfer et. al: Hebammen Gesundheitswissen. Gräfe und Unzer Verlag, München 2012; De Gruyter, Pschyrembel Klinisches Wörterbuch 2013, de Gruyter Verlag, Berlin 2012; Online-Informationen der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V., Leitlinie Nr. 081-007e, www.awmf.org (Stand: Oktober 2013)

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