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Donnerstag, 18. Januar 2018
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Jeder Zehnte trägt die Bakterien in sich

Impfung ist der beste Schutz vor lebensgefährlichen Meningokokken

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Kinder sollten ab dem zwölften Lebensmonat mindestens gegen Meningokokken C geimpft werden
(c) iStockphoto/oksun70

Eine Infektion mit Meningokokken kann schwere Krankheiten wie Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Blutvergiftung auslösen. Unerkannt verläuft die Meningitis in bis zu 50 Prozent der Fälle tödlich, doch auch Überlebende kämpfen oft mit Folgeschäden. Weil die Bakterien beim Sprechen oder Niesen übertragen werden, schützt nur eine Impfung zuverlässig vor Ansteckung.

Meningokokken werden über die sogenannte Tröpfcheninfektion – also beim Küssen, Niesen, Husten oder Sprechen – übertragen. Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge trägt jeder Zehnte die Bakterien in sich, meist ohne es zu merken. Die Erreger siedeln sich im Nasen-Rachen-Raum an. Breiten sie sich von dort weiter aus, können Meningokokken schwere Krankheiten wie Meningitis (Hirnhautentzündung), Blutvergiftung (Sepsis) oder beides auslösen. Besonders anfällig sind Säuglinge, Kleinkinder und Jugendliche, deren Immunsystem noch nicht vollständig aufgebaut ist.

Anzeichen für eine Infektion mit Meningokokken

Während sich eine Meningokokken-Meningitis bei Erwachsenen typischerweise durch einen steifen Nacken, Kopfschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl äußert, sind die Beschwerden bei Babys und Kleinkindern weniger spezifisch: "Neben den typischen grippeähnlichen Symptomen reagieren Säuglinge oft teilnahmslos, unruhig, verweigern die Nahrungsaufnahme und sind berührungsempfindlich", erklärt Stephan von Landwüst, Kinderarzt aus Leverkusen: "Manchmal zeigt sich auch eine vorgewölbte oder harte Fontanelle – das ist die Spalte zwischen den Schädelplatten von Säuglingen. Die Nackensteifigkeit kann hingegen fehlen."

Dass sich hinter diesen Anzeichen eine Meningokokken-Infektion verbirgt, wird mitunter erst spät erkannt. Nierenversagen, Hirnschäden oder Hörverlust können die Folge sein. Unbehandelt führt die Meningokokken-Meningitis in 50 Prozent der Fälle sogar zum Tod.

Verteilen sich die Erreger über die Blutbahn im gesamten Körper, können sie eine Sepsis auslösen. Eine solche Blutvergiftung ist unter anderem erkennbar an flächenhaften Einblutungen der Haut. In einem Zehntel der Fälle sterben Betroffene einer Meningokokken-Sepsis. Überlebenden drohen schwere Folgeschäden, etwa abgestorbene Gliedmaßen. "Eine Amputation ist oft der einzige Weg, um das Leben des Erkrankten zu retten", sagt Kinderarzt von Landwüst.

Er rät Eltern dazu, ihre Kinder bei den ersten Anzeichen einer Ansteckung mit Meningokokken in ein Krankenhaus zu bringen, um sie sofort mit einem Antibiotikum behandeln zu lassen. 

Impfung gegen verschiedene Meningokokken-Typen

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(c) GSK

Damit es gar nicht erst zur Infektion kommt, empfiehlt die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (RKI) für Kinder im zweiten Lebensjahr die Impfung gegen Meningokokken C. Es gibt jedoch weitere Arten, sogenannte Serotypen, gegen die man sich impfen lassen kann: Einige Bundesländer raten bereits zur Impfung gegen Meningokokken B. Und auch gegen die selteneren Serogruppen A, W und Y ist ein Impfschutz möglich. Ihn sollten laut RKI vor allem Risikogruppen (Kinder mit bestimmten Erkrankungen wie Immundefekte, Laborpersonal, sowie Reisende in gefährdete Gebiete) in Anspruch nehmen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 23. November 2016
Quellen: Stephan von Landwüst, Kinderarzt; Robert-Koch-Institut: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/Meningokokken/faq_ges.html;jsessionid=A4A56E176D29B55C6DFFCA4942914C98.2_cid381?nn=2375548; Weltgesundheitsorganisation (WHO): http://www.who.int/mediacentre/factsheets/fs141/en/

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