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Alltägliche Trauer

Hallo an alle Sternenmamis/papis und Exptern..

 

ich hätte nun wirklich nie erwartet, dass ich etwas in einem Forum schreiben werde. Nun habe ich hier so viele Geschichten gelesen und möchte euch meine erzählen.. in der Hoffnung hier Mamis und/oder Papis zu finden die meine Gefühle nachvollziehen können und mich ernst nehmen.

Wer weiß, vielleicht kann ich dem ein oder anderen Kraft geben sich hier ebenfalls anzumelden und seine/ihre Geschichte zu erzählen..

 

Meine Geschichte began vor knapp über einem Jahr. Ich traf online einen Mann der von Anfang an etwas besonderes war.. unser erstes Date kam ziemlich schnell, wir hatten zu dem Zeitpuntk nicht mal unsere Nummern ausgetauscht.. er schrieb mich an und drei Stunden später saß ich am Rathaus und habe auf ihn gewartet. Die Verabredung war toll, wir saßen stundenlang zusammen und haben uns einfach unterhalten, bis 3 Uhr morgens.. genau wissend dass wir beide um 6 Uhr aufstehen mussten.. nun geht es aber nicht um die Geschichte von Liblikas und Dimitrios, sondern um das wundervolle Ergebnis dieser nicht so wundervollen Liebe:

Es lief gut die ersten paar Monate, doch dann fand ich Dinge heraus die mir jeden Lebenswillen nahmen und bemerkte an ihm Dinge die nicht angenehm für mich waren. Ende Oktober letzten Jahres begann ich mich dann sehr unwohl zu fühlen und mich oft zu übergeben, aber ich schrieb das dem Stress zu den ich zu dieser Zeit mit ihm hatte. Auch dass ich meine Periode nicht bekam, brachte mich da noch nicht ins Grübeln, weil die sowieso unregelmäßig zu Besuch kam. Die Müdigkeit und auch die "Geruchsempfindlichkeit" (ist das überhaupt ein Wort?) nahm ich nicht ernst, hatte ich doch zu dieser Zeit meinen Kopf voll davon was so schrecklich schief gelaufen ist und warum der Mann für den ich meine Seele verkauft hätte mich so behandelt. Irgendwann aber begannen meine Brüste wehzutun und zu spannen und erst da fiel mir ein, dass meine Periode schon seit 5 Wochen ausgeblieben ist! Also hopp hopp, ich rief bei meinem Frauenarzt an und machte einen Termin aus.. wie das aber in großen Städten so ist, bekam ich meinen Termin natürlich erst eine Woche später. Ich war im Warten noch nie die Beste und hätte man dafür Preise verteilt, hätte ich die Jury bereits seit Wochen genervt welchen Platz ich denn gemacht habe.

Also fuhr ich einen Tag nach dem ich den Termin vereinbart habe in den Drogeriemarkt meines Vertrauens und stand 20 Minuten vor dem Regal mit den Schwangerschaftstests. Nach weiteren 20 Minuten war ich zu Hause und studierte die Anleitung zu genau, denn auch das Pipi machen will gelernt sein. Nach nicht mal einer Minute wusste ich, dass ich in freudiger Erwartung war. Habe ich mich gefreut? In diesem Augenblick waren es sehr gemischte Gefühle.. versteht mich bitte nicht falsch, ich liebe Kinder und wünsche mir bis heute nichts sehnlicher als eine Familie. Aber ich war schwanger von einem Mann der mich nicht liebte und mit dem die Beziehung schon kurz vor dem Aus stand. In dieser Nacht lag ich lange wach, auch weil ich auf eine Antwort von Dimitrios gewartet habe, der aber ließ sich Zeit..

Eine Woche später habe ich ihm immer noch nichts gesagt und ich ging endlich zum Frauenarzt, der mir bestätigte, dass ich schwanger war, in der 6. Woche. Er gab mir meinen Mutterpass und das erste Bild von meinem Baby, den ich gleich "Blubberbernd" taufte, weil ich auf dem Ultraschallbild nur eine Blase sehen konnte.. nun war mein Blubberbernd real geworden und der Vater sollte es natürlich auch erfahren. Das sollte aber noch ziemlich lange dauern.. in den nächsten paar Wochen wurde unsere Beziehung immer komplizierter und ich verlor zwischendurch auch noch meine Arbeit.. ich nehme heute stark an, dass der Stress, das nie zur Ruhe kommen und auch die emotionale Belastung dann der Grund dafür waren, dass ich plötzlich in der Stadt ziemlich heftige Unterleibskrämpfe bekam und auch zusammenklappte. Da das natürlich nicht unbemerkt blieb, wurde schnell ein Krankenwagen gerufen und ich wurde in die Klinik gebracht. Meine schlimmsten Befürchtungen während dieser Fahrt wurden dann bestätigt.. ich verlor meinen Blubberbernd in der 9 SSW :,(.. ich möchte an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen, weil das Ganze immer noch sehr sehr schmerzhaft ist..

Ich wollte dieses Baby wirklich behalten, ich hätte das schon irgendwie alleine geschafft und es wäre sicher eines der glücklichsten Kinder geworden... nun verarbeite ich seit fast 6 Monaten den Verlust meines Kindes, den Verlust meiner einst so glücklichen Beziehung, den Verlust meiner Freunde und so vieles andere.. da ich mich so auf ihn und die Schwangerschaft konzentriert habe, ist vieles liegen geblieben und viele Freunde haben sich dann verabschiedet..

Die Freundin die mir geblieben ist, nimmt mich in keinerlei Hinsicht ernst.. weder dass ich um mein Baby trauere (ihrer Meinung nach mache ich mir etwas vor und ich hätte zu dem Baby in der kurzen Zeit eh keine Bindung aufbauen können) noch dass ich total fertig wegen dem Ende meiner Beziehung bin (ihrer Meinung nach habe ich auch schon früher bei dem Ende einer Beziehung geheult..)

Aber die Trauer ist da.. jeden Tag und heute ist zum Beispiel ein ganz schlechter Tag.. ich bin viel am Grübeln und Weinen.. es ist als ob mit dem Tod meines Babys auch die Zeit gestorben ist..

Vielen Dank fürs Lesen, liebe Sternenmamis und -papis

Und ganz viele liebe Grüße

Liblikas (alias der Schmetterling)

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