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Nach Fehlgeburt: negative Gedanken über die Verkündung einer neuen SS...

Hi, ihr Lieben❣

Ich suche Rat oder Menschen, denen es genauso geht... Unser erstes Kind haben wir im 4. SS-Monat verloren. Wir hatten damals die Schwangerschaft im engen Kreis (beide Elternpaare und unsere Geschwister) verkündet, nachdem ich beim Gyn eine ärztliche Bestätigung der SS erhalten habe. Ich war zu dem Zeitpunkt ungefähr im 2. Monat. 

Für diese Verkündung haben wir uns ganz Unterschiedliches ausgedacht (z.B. Rubbelkarten oder ein eingepacktes Buch mit dem Titel "Hilfe, ich werde Großmutter") und die Reaktionen versteckt gefilmt. Alles war so schön und perfekt geplant! Es hat auch alles super funktioniert und nie ging irgendwas schief bei der Überraschung. 

Und dann ein paar Wochen später kam der große Knall und eine mega Enttäuschung, mein Kind ist nicht lebensfähig und die SS muss so schnell wie möglich abgebrochen werden...

 

Das ist quasi die Vorgeschichte. Sie zieht uns ziemlich runter, wenn wir mit dem Blick nach vorn an eine neue SS denken. Geht es euch, Betroffenen, auch so? Nichts wird mehr so sein, wie es beim ersten Mal war. Soll man überhaupt noch "verkünden"? Wir haben Sorgen, dass man sich nicht mehr so freuen wird, weil man es ja jetzt lieber sachte angehen sollte, man wisse ja noch nicht, ob alles gut ist...

Oder sollte man alles für sich behalten und erst verkünden, wenn man über die 3 ersten Monate hinaus ist und alle Untersuchungen auf ein gesundes Kind hinweisen??

Es ist echt so schade, dass das Ganze solche Wellen schlägt und auch eine potentielle neue SS so im Denken beeinflusst. Wie seht ihr Betroffenen das?

Liebste Grüße :ROSE:

Bisherige Antworten

Re: Nach Fehlgeburt: negative Gedanken über die Verkündung einer neuen SS...

Hällöchen,

Ich hatte inzwischen 3 Fehlgeburten. Die erste Schwangerschaft gaben wir auch freudig mitgeteilt. Meine Mama hat vor freude geweint.

Als es dann zuende war, war sie sehr traurig. Da haben mein Mann und ich entschieden, beim nächsten mal nichts mehr zu sagen.

Von der 2.weiss keiner was, da haben wir bei der Ausschabung gesagt, ich hätte ein Myom. Bei der 3. haben wir erst bei Ausschabung gesagt was los ist.

Auch unsere Freude war nie mehr so groß wie beim ersten mal. 

Inzwischen haben wir uns auch um eine Adoption beworben. Aber auch da ist in 2 Jahren nichts passiert. Obwohl wir unter den Top 5 sind. 

Ich drück euch die Daumen.

LG Claudia

Re: Nach Fehlgeburt: negative Gedanken über die Verkündung einer neuen SS...

Hey. Ich denke und sag es aus eigener Erfahrung. Der" Zauber" der Schwangerschaft ist nach einer FG einfach weg. Bei mir war es auf jeden Fall so. Die Ängste und Unsicherheit überwiegen. Ich war immer eher pragmatisch und habe im familiären Umkreis immer mit offenen Karten gespielt. Und jeder wusste auch, dass wir einfach einen schweren Weg gehen/gegangen sind. Da fällt es auch den anderen leichter mit der Situation umzugehen. 

Ich wünsche dir den Mut und die Hoffnung für eine erneute SS und wenn sie eingetreten ist die Zuversicht , dass alles gut gehen kann.

LG Bab

Re: Nach Fehlgeburt: negative Gedanken über die Verkündung einer neuen SS...

UPDATE:

Also, wir haben uns jetzt für eine Strategie entschieden! Ich habe einfach so keine Lust mehr darauf (und auch vielleicht nicht mehr die mentale Stärke), es komplett geheimzuhalten, wenn ich das nächste Mal schwanger bin. Mein Mann und ich haben meine Mutter als einzige "Verbündete" mit ins Boot geholt. Sie muss allerdings dann mit uns lange die Klappe halten, was auch nicht einfach werden wird, aber so ist es um eiiiiiniges leichter und als Geheimnisträgerin kann sie an manchen Stellen ja auch viel besser agieren (z.B. wenn es um Anstoßen mit Alkohol geht).

Außerdem gefällt es ihr, eingeweiht zu sein und über das Hibbeln usw Bescheid zu wissen. Für uns ist das eine ideale Lösung, weil uns der große Druck genommen ist, keinem etwas zu verraten und alles zu verheimlichen, und weil wir trotzdem noch eine Überraschungs-Kundgebung vollziehen können (mit nur einer Mitwisserin, der es Spaß machen wird, eine "Agentin" zu sein).

Für alle sind die Daumen gedrückt! Lasst uns schwanger werden! :-D

Re: Nach Fehlgeburt: negative Gedanken über die Verkündung einer neuen SS...

Hallo!

Ich weiß, das Thema ist ein paar Tage alt. Dennoch wollte ich gern auch "meinen Senf dazugeben". 

Nach meiner FG im Dezember versuchen wir nun auch wieder, schwanger zu werden. Natürlich haben wir auch darüber gesprochen, wie offen wir damit umgehen wollen. Die Fehlgeburt habe ich mitgeteilt - der Familie, Freunden, Kollegen, Chefs. Also wissen alle, dass wir den Kinderwunsch haben. Die erste Fehlgeburt mitzuteilen war natürlich schwierig: Einen Tag vor der Ausschabung den Eltern und Geschwistern zu sagen "Hey übrigens, ich bin in der elften SSW und muss morgen in die Klinik" - das war auch für die Familie viel auf einmal.

Dementsprechend werden wir die nächste SSW direkt nach der Bestätigung des Arztes verkünden. Mein Chef hat mir versprochen, mein Stresslevel bei der nächsten SSW zu senken. Außerdem will ich direkt mit dem Betriebsarzt sprechen.

Ich bin der Meinung, dass das Tabuthema Fehlgeburt solange ein Tabu bleiben wird, bis wir anfangen, offen damit umzugehen. Und dazu gehört nun mal, dass es Fehlgeburten gibt. Und dass eine FG bis zur 12. SSW eben mit höherer Wahrscheinlichkeit passiert als nach der 12. SSW. Immer diese Lügen in den ersten 12 Wochen mit "Ich nehme Antibiotikum und darf deswegen kein Glas Wein trinken" oder "Ich hab Magen-Darm, deswegen kotze ich mir seit fünf Wochen die Seele aus dem Leib". Ich hab es satt, mich dem Tabu zu unterwerfen. Und ich will auch offen sagen können, dass ich ein Kind verloren habe, wenn ich dann doch eine FG habe. Schwangerschaften sind etwas Gutes, und trotzdem werden sie zu Beginn geheim gehalten - das ist doch wirklich heutzutage nicht nötig.

Natürlich muss man es ja nicht gleich auf Facebook posten. Aber die Familie und enge Freunde involvieren, die einen im Fall einer FG auffangen können, ist doch etwas Gutes.

Ich muss dazu sagen, dass ich mich sehr ärgere, dass meine FA mich nicht richtig über die Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt hat. Recht auf Hebammenbetreuung, Möglichkeit des Abwartens vs. Ausschabung, etc. Würde mehr Austausch über Fehlgeburten stattfinden, unter Freunden oder in der Familie vor allem, wäre ich dem vielleicht gewappnet gewesen, hätte schon Mal von dem einen oder anderen was mitbekommen oder hätte gewusst, wen ich ansprechen kann. Aber nein, es ist ja ein Tabu. Dabei ist es doch auch tröstlich zu wissen, wie oft Fehlgeburten vorkommen, bzw. wenn man sich mit Freundinnen austauschen kann, die das gleiche erlebt haben.

Jeder sollte wissen, dass diese "Regel", in den ersten drei Monaten nichts sagen zu dürfen, doch etwas altbacken ist. Wenn jemand nach dem positiven Test glücklich ist, sei glücklich und teile diese Neuigkeit! Und wenn es schief geht, egal in welcher Woche, hast du das Recht zu trauern. Jeder dämliche Mist wird geteilt (im Ernst, muss jeder jeden Tag sein Essen fotografieren?). Aber die wirklich wichtigen Dinge, die uns prägen, die werden außen vor gelassen. Die Gesellschaft wird immer oberflächlicher, und das nervt.

Wie gesagt, es ist meine Meinung. Mir ist bewusst, dass andere das anders sehen, und das ist für mich auch vollkommen ok. Ich würde mir einfach nur wünschen, dass es kein Tabu mehr ist. :-)

Also, poison-ivy, ich finde es toll, dass ihr deine Mutter mit ins Boot holen wollt. 

Liebe Grüße

Kassy

 

Re: Nach Fehlgeburt: negative Gedanken über die Verkündung einer neuen SS...

Hallo zu dir und euch!

Ich war vor zwei Jahren kurz schwanger und das kleine Embryowesen in mir ist in der zehnten Woche abgegangen. In der achten Woche habe ich mein FA erfahren, dass die Entwicklung stehen geblieben ist (trotz Herzschlag) und ein früher Abgang sehr wahrscheinlich kommen wird.

Dass ich schwanger bin, habe ich damals gar nicht für mich behalten können und es wirklich vielen Menschen gesagt (Freuden, Familie, sogar Bekannten, und auch auf der Arbeit > hier musste mein Chef auch eine Erklärung für meine spontanen Weinanfälle bekommen ;-) ). Ich war einfach unglaublich fröhlich und wollte diese Freude mit jedem teilen - und es war auch wirklich schön, mit vielen Menschen ehrlich und offen sprechen zu können und z.b. mir keine Ausrede beim Alkohol trinken einfallen lassen musste :-)

Als ich von dem nahenden Abgang erfahren habe, war es dann trotz aller Trauer auch sehr schön, direkt mit Freunden und Familie sprechen und meinen Gefühlen Raum geben zu können. Die eine oder andere Freundschaft in dieser Zeit und den kommenden Wochen danach auch intensiver und enger geworden. Und auch auf der Arbeit konnte ich ehrlich zu meinem Chef sagen, dass es einen Tag X in den kommenden Wochen geben würde, an dem ich morgens anrufe und nicht zur Arbeit komme und das Ende der Schwangerschaft erlebe (wir sind ein kleines, persönliches Team), da ich einen natürlichen Abgang haben wollte und hatte. Mir hat es wirklich sehr geholfen, offen mit meiner Situation umgehen zu können! Und ich denke, dass ich das bei der nächsten Schwangerschaft genau so machen würde, mich allerdings meine eigene Freude weniger enthuasiatisch und dafür mehr besonnen ausleben :-)

Viele Grüße

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