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Montag, 02. März 2015

Medikamente in der Schwangerschaft

Medikamente in der Schwangerschaft
In der Schwangerschaft ist bei vielen Medikamenten Vorsicht geboten
Getty Images/Creatas RF

Wenn eine schwangere Frau Medikamente einnimmt, ist der Fötus immer unfreiwilliger Empfänger des verabreichten Arzneimittels. Daher ist es sinnvoll, bei Medikamenten in der Schwangerschaft immer auf Nummer Sicher zu gehen, wie auch Fälle aus der Vergangenheit zeigen.

Contergan

Die Thalidomid- oder auch Contergan-Katastrophe Anfang der 1960er Jahre, bei der nach Einnahme eines für die Mutter harmlosen Schlafmittels über 8.000 schwere kindliche Missbildungen aufgetreten waren, machte weltweit darauf aufmerksam, wie verletzlich das Kind im Mutterleib ist.

Nummer Sicher

Auf Nummer Sicher geht, wer während der Schwangerschaft auf alle Arzneimittel verzichtet. Besonders anfällig ist der Fötus zu Beginn der Schwangerschaft, wenn die Organe entstehen. Prinzipiell sollten Schwangere während der gesamten Schwangerschaft bei jeder Medikamenteneinnahme die Ärztin befragen. Auch bei so harmlos erscheinenden Präparaten wie Aspirin kann es in bestimmten Abschnitten der Schwangerschaft zu Problemen kommen. Die Einnahme von Schmerzmitteln in der Schwangerschaft sollte daher in jedem Fall nur nach Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

Was Sie selbst tun können

Was tun, wenn Sie der Kopf- oder gar Migräneschmerz plagt, Sie Verstopfung in der Schwangerschaft oder eine verstopfte Nase haben? Zunächst versuchen Sie es mit natürlichen Mitteln: Bei Kopfweh hilft Entspannung, spazieren gehen oder sich hinlegen, bei Verdauungsproblemen hilft oftmals eine Ernährungsumstellung und gegen eine verstopfte Nase können Sie eine Salzwasserlösung in die Nase tropfen. Wenn das nicht hilft und Sie sehr geplagt sind, müssen Sie zur Not ein Medikament einnehmen - am besten immer in Absprache mit Ihrer Ärztin!

Was tun bei chronischer Erkrankung?

Chronisch erkrankte Frauen, die z.B. wegen Diabetes, Bluthochdruck oder Anfallsleiden regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten schon rechtzeitig vor einer Schwangerschaft mit ihrer Ärztin besprechen, welche Medikamente für die Dauer der Schwangerschaft geeignet sind.

Eine Beratungsstelle der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen zu helfen, die in Unkenntnis einer bestehenden Schwangerschaft Medikamente eingenommen haben. Gemeinsam mit den Frauen wird das Risiko einer Fruchtschädigung abgeschätzt und überlegt, welche Formen der intensiven Schwangerschaftsüberwachung in Betracht kommen (Alpha-Feto-Protein-Test, Ultraschalluntersuchung, Amniozentese). Insbesondere geht man hier auf das Problem ein, dass in manchen Fällen unwiderrufliche Entscheidungen getroffen werden, deren klinisches Resultat nicht zu korrigieren ist wie z.B. ein Schwangerschaftsabbruch.

Zum anderen will die Beratungsstelle Frauen mit chronischen Erkrankungen (z.B. Anfallsleiden, Stoffwechselerkrankungen) vor Eintritt einer Schwangerschaft optimal medikamentös beraten, damit der Beginn der Schwangerschaft in ein symptomarmes Krankheitsintervall fällt. Die Beantwortung der Anfragen erfolgt unmittelbar per Telefon. Die Beratungsstelle in Jena gehört zum Europäischen Netzwerk des Teratologischen Informationsservice (ENTIS).
Die Adresse lautet: Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Klinikum der Friedrich-Schiller-Universität Jena, 07740 Jena, Bachstrasse 18, Telefon: 03641/933074. Und das ist die dazugehörige Internetadresse: http://www2.uni-jena.de/ufk/Geburtshilfe/start.htmju

Zu Informationen zu Antibiotika in der Schwangerschaft gelangen Sie hier.

Autor: 9monate.de
Letzte Aktualisierung: 17. Dezember 2014

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