Progesteron

Progesteron ist nötig für die Einnistung der Eizelle und den Erhalt der Schwangerschaft

Progesteron ist nötig für die Einnistung der Eizelle und den Erhalt der Schwangerschaft
(Bild: LifeArt)

Progesteron ist eines der wichtigsten weiblichen Sexualhormone (Androgene). Es gehört zur Gruppe der Gestagene und sorgt in erster Linie für den Erhalt einer Schwangerschaft.


Bildung von Progesteron
Funktionen von Progesteron
Progesteron-Normwerte
Abweichungen von den Normwerten

Bildung von Progesteron

Progesteron wird in der zweiten Zyklushälfte zum größten Teil von Zellen des Gelbkörpers (Corpus luteum) gebildet. Der Gelbkörper ist ein Zellgebilde, das sich nach dem Eisprung aus dem Rest des Eifollikels im Eierstock entwickelt. Daher wird Progesteron auch als Gelbkörperhormon bezeichnet. Geringere Mengen entstehen unabhängig vom Zyklus sowohl bei Frauen als auch bei Männern in der Nebennierenrinde. Während der Schwangerschaft wird Progesteron außerdem von der Plazenta produziert.


Funktionen von Progesteron

Die wichtigste Funktion von Progesteron ist der Erhalt der Schwangerschaft in den ersten Schwangerschaftswochen. Das Hormon führt zu einer Veränderung der Gebärmutterschleimhaut, die eine Einnistung der befruchteten Eizelle ermöglicht. Nach der Befruchtung der Eizelle bleibt der Gelbkörper durch die Wirkung des HCG-Hormons bestehen und schüttet bis zum Ende des dritten Schwangerschaftsmonats weiterhin Progesteron aus. Danach wird Progesteron hauptsächlich von der Plazenta produziert. So wird die Reifung der Milchdrüsen eingeleitet und das weitere Wachstum des Embryos gefördert. Findet keine Befruchtung statt, wird durch den sinkenden Progesteronspiegel die Menstruationsblutung ausgelöst. Progesteron ist außerdem für die Erhöhung der Körpertemperatur nach dem Eisprung verantwortlich. In den ersten zwei Tagen nach dem Eisprung steigt durch die Wirkung des Gelbkörperhormons die Basaltemperatur um 0,3 bis 0,6 Grad Celsius und bleibt dann für 14 Tage auf diesem Niveau.

Bei Männern spielt Progesteron eine weniger wichtige Rolle und wirkt hauptsächlich als Steuerelement für andere Stoffwechselvorgänge.


Progesteron-Normwerte

Die Progesteron-Konzentration im Blut schwankt je nach Zyklusphase sehr stark.


1. Zyklushälfte ~ 1ng/ml
2. Zyklushälfte ≥10 ng/ml
Wechseljahre ≤1ng/ml

Während der Schwangerschaft steigt der Progesteronspiegel deutlich an und kann in den letzten Schwangerschaftswochen zehnmal höhere Werte als in der zweiten Zyklusphase erreichen.


Abweichungen von den Normwerten

Zu verminderten Progesteronwerten kommt es häufig bei Gelbkörperschwäche (Gelbkörperinsuffizienz, Corpus-lutuem-Insuffizienz). Dabei produziert der Gelbkörper zu wenig Progesteron, was zu Zyklusstörungen und Unfruchtbarkeit führen kann. Zum Teil kann die Progesteronproduktion aber mit künstlichen Hormonen oder homöopathischen Präparaten angeregt werden. Gelegentlich bleibt der Eisprung bei einem oder mehreren Zyklen aus, was ebenfalls zu einem verminderten Progesteronspiegel führt. Außerdem kann eine Funktionsschwäche der Eierstöcke zu einer verminderten Progesteronproduktion führen.

Erhöhte Progesteronwerte können auftreten, wenn Frauen Tumoren an den Eierstöcken haben oder erbliche Defekte im Hormonhaushalt vorliegen (androgenitales Syndrom).



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Quellen:
F.A. Brockhaus Gesundheit (Hrsg.): Der Brockhaus Gesundheit. F.A. Brockhaus Gesundheit, Leipzig 2006
Seelig, H. P. und Meiner, M.: Laborwerte klar und verständlich. Gräfe und Unzer, München 2005
Neumeister B.: Klinikleitfaden Labordiagnostik. Urban & Fischer Verlag, München 2008

 

Autor: Christian Emmerling 
Letzte Änderung am: 27.10.2009