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Mönchspfeffer - zur Zyklusregulierung

Mönchspfeffer wird zur Zyklusregulierung eingesetzt. Er empfiehlt sich besonders bei PMS, Menstruationsstörungen oder Wechseljahrsbeschwerden. Auch bei Kinderwunsch ist Mönchspfeffer eine altbewährte Arzneipflanze.

Mönchspfeffer - zur Zyklusregulierung bei Kinderwunsch
Mönchspfeffer kann regulierend auf den Zyklus wirken und ist deshalb ein altbewährtes Mittel bei Kinderwunsch, aber auch gegen Wechseljahrsbeschwerden und PMS
(c) iStockphoto/Kerstin Waurick

Was ist Mönchspfeffer?

Mönchspfeffer (Agnus castus, Keuschlammstrauch) ist eine Pflanze der Familie der Eisenkrautgewächse bzw. Verbenengewächse. Beheimatet ist der duftende Strauch eigentlich in den Mittelmeergebieten, Asien und Nordindien. Die schwarzen Steinbeeren der Pflanze haben ein pfefferartiges Aroma und enthalten unter anderem ätherische Öle und Flavonoide. In der Frauenheilkunde wird Mönchspfeffer als pflanzliches Mittel zur Zyklusregulierung bei Kinderwunsch eingesetzt.

Seinen heutigen Namen hat der Mönchspfeffer übrigens im Mittelalter erhalten. Der lateinische Name der Pflanze bedeutet keusch (castus) und Lamm (agnus) und gibt einen Hinweis auf die frühere Verwendung des Mönchspfeffers: Die Pflanze wurde zur Abschwächung des Geschlechtstriebs von Mönchen und Nonnen verwendet.

Auch damals schon war der Mönchspfeffer aber auch bekannt für seine Steigerung des Milchflusses bei stillenden Frauen.

Der Mönchspfeffer gilt heute außerdem als wirksames Mittel gegen das prämenstruelle Syndrom, Wechseljahrbeschwerden und wird bei Kinderwunsch zur Zyklusregulierung eingesetzt. Mönchspfeffer gilt als besonders wirksam bei Frauen, die wegen einer andauernden Stresssituation und der damit verbundenen hohen Prolaktinausschüttung ihres Körpers nicht schwanger werden können.

Welche Wirkung hat Mönchspfeffer?

Mönchspfeffer wirkt auf die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) und reguliert dort die Produktion Hormons Prolaktin. Dieses Hormon ist gerade in Schwangerschaft und Stillzeit wichtig, da es die Milchproduktion anregt.

Eine Regulierung kommt besonders jenen Frauen zugute, die außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit unter einem erhöhten Prolaktinspiegel (Hyperprolaktinämie) leiden. Dieser entsteht oft in stressigen Zeiten, weil der Körper dann vermehrt Prolaktin ausschüttet. Die Folge ist unter anderem eine gestörte Produktion der Hormone Progesteronund Östrogen. Damit können Zyklusstörungen einhergehen.

Durch die Regulierung von Prolaktin kommt aber noch eine weitere, wichtige Wirkung von Mönchspfeffer zustande: Da Prolaktin das für den Eisprung essentielle luteinisierende Hormon (LH) hemmt, kann es dadurch zu einer Gelbkörperschwäche bzw. einer zu kurzen zweiten Zyklushälfte kommen. Manchmal kommt deshalb überhaupt kein Eisprung zustande (Anovulation). Als Folge wird auch die Produktion des Hormons Progesteron gehemmt, das besonders bei Kinderwunsch eine Rolle spielt.

Wie Mönchspfeffer eingenommen wird

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Mönchspfeffer zu sich zu nehmen. Am sinnvollsten ist die Einnahme von Fertigpräparaten (Tabletten, Kapseln, Tinkturen), da sich diese je nach Einnahmeempfehlung des Arztes oder der Hebamme genauer dosieren lassen. Empfohlen wird die Einnahme über mindestens drei Monate/Zyklen hinweg.

Mönchspfeffer bei Kinderwunsch

Viele Ärzte und Hebammen empfehlen, bei Kinderwunsch Mönchspfeffer einzunehmen. Das soll sich besonders günstig auf die zweite Zyklushälfte auswirken. Diese Zyklusphase, die sogenannten Gelbkörperphase, ist die Zeit zwischen Eisprung und der nächsten Periode. Kommt es zur Befruchtung, findet in dem Zeitraum auch die Einnistung des befruchteten Eis in die Gebärmutterwand statt.

Bei unerfülltem Kinderwunsch kann es sein, dass die Gelbkörperphase gestört bzw. zu kurz ist, sodass es nicht zur Schwangerschaft kommen kann. Häufig liegt das an einem erhöhten Spiegel des Hormons Prolaktin. Mönchspfeffer reguliert die Produktion von Prolaktin. Dadurch kann eine ausreichende Menge des eisprungauslösenden, luteinisierenden Hormons produziert werden.

Unmittelbar nach dem Eisprung entsteht aus der verbliebenen leeren Hülle des Eis im Eierstock der Gelbkörper. Er produziert nun die für das Einsetzen einer Schwangerschaft wichtigen Hormone Progesteron und Östrogen in ausreichender Menge.

Aufgrund der beschriebenen zyklusregulierenden Eigenschaften kann Mönchspfeffer bei Kinderwunsch unterstützend eingesetzt werden.

Mönchspfeffer zur Linderung des prämenstruellen Syndroms (PMS) und von Wechseljahrsbeschwerden

Das Haupteinsatzgebiet des Mönchspfeffers ist die Linderung von Beschwerden bei PMS und in den Wechseljahren. Auch hier kommt Betroffenen die Wirkung des Mönchspfeffers auf die Produktion von Prolaktin und das Progesteron-Östrogen-Gleichgewicht zugute: Wassereinlagerungen (Ödeme), Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche, Gewichtszunahme und Antriebslosigkeit werden vermindert.

Mönchspfeffer hat darüber hinaus noch eine weitere, äußerst positive "Nebenwirkung": Er wirkt leicht durchblutungsfördernd. Mönchspfeffer scheint nämlich auch auf einen Teil des Hypothalamus zu wirken, der für das Zusammenziehen und Erweitern von Blutgefäßen verantwortlich ist.

Wie beeinflusst Mönchspfeffer den Zyklus?

Bei manchen Frauen beträgt die Zykluslänge weniger als 25 Tage (Polymenorrhoe), was auf eine verkürzte Gelbkörper- oder Follikelphase oder eine Stresssituation hinweist. Es ist daneben auch möglich, dass hormonelle Störungen eine komplette Eizellreifung mit nachfolgendem Eisprung verhindern. Bei einem verkürzten Zyklus kann sich die Einnahme von Mönchspfeffer regulierend auf das hormonelle Gleichgewicht auswirken.

Kann Mönchspfeffer die Periode verschieben?

Mönchspfeffer ist zyklusregulierend. Er wirkt daher ausgleichend auf den Zyklus: Häufig verkürzt sich ein zu langer Zyklus, ein zu kurzer Zyklus wird verlängert - je nach individueller Ausgangssituation bei der Anwenderin. Konkret bzw. nach Wunsch verschieben lässt sich die Menstruation mit Mönchspfeffer deshalb nicht.

Welche Nebenwirkungen kann Mönchspfeffer haben?

Die pflanzliche Mönchspfeffer-Tinktur oder Globulis können unerwünschte Nebenwirkungen haben, die in der Regel jedoch selten auftreten. Hierzu gehören:

  • Verstärkung psychischer Beschwerden
  • Sexuelle Unlust
  • Durchfall
  • Magenbeschwerden
  • Übelkeit
  • Juckender Hautausschlag

Wann sollte Mönchspfeffer abgesetzt werden?

Bei einer bestehenden Schwangerschaft sollte die Gabe von Mönchspfeffer eingestellt werden. Gleiches gilt für die Stillzeit, da Mönchspfeffer auf das fürs Stillen so wichtige Hormon Prolaktin direkt Einfluss nimmt.

Auch Tumorerkrankungen des Gehirns (insbesondere Hypophysentumor) oder der Brust (Brustkrebs) sprechen gegen die Einnahme von Mönchspfeffer.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 12. Februar 2018
Quellen: Bühring, U.: Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde. Haug, Stuttgart 2014; Klein, Dr. med. T. MSc: Pflanzenkraft für die Frau. Verlagshaus der Ärzte, Wien 2015; Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, Berlin 2007

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