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Montag, 20. November 2017
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Pseudokrupp (Krupphusten)

Pseudokrupp
Ein erhöhtes Kopfteil erleichtert dem Kind bei Pseudokrupp (Krupphusten) die Atmung
(c) iStockphoto/tatyana_tomsickova

Pseudokrupp (Krupphusten) ist eine Erkrankung der oberen Atemwege, die fast ausschließlich bei Kindern bis zum Alter von sechs Jahren auftritt. Jungen sind häufiger betroffen als Mädchen. Ein Anfall tritt in der Regel nachts auf.

Ein Pseusokrupp-Anfall tritt meist im Rahmen eines bestehenden Virusinfekts der oberen Luftwege auf und ist eine Sonderform der Kehlkopfentzündung. Die Anfälle treten häufig im Herbst und Winter auf. Bei Erwachsenen tritt Krupphusten äußerst selten auf.

Ursachen für Pseudokrupp

Außer einem Virusinfekt kommen auch folgende Ursachen für Pseudokrupp infrage:

  • bakterielle
  • allergische Reaktionen
  • hohe Schadstoffbelastung in der Umwelt besonders Tabakrauch

Typische Symptome bei Krupphusten

Es gibt einige typische Anzeichen, woran Eltern einen Pseudokrupp erkennen können.

  • trockener, bellender Husten ("bellender Seehund")
  • Heiserkeit
  • Pfeifton beim Einatmen möglich
  • oft zusätzlich Atemnot
  • evtl. leichtes Fieber
  • oft auch leichte Schluckbeschwerden
  • Beschwerden treten plötzlich, meist nachts auf
  • vorangegangener Infekt der oberen Atemwege

Tipps, was Sie bei Pseudokrupp tun können

Kinder erschrecken häufig, wenn sie Husten und Atemnot bei einem Pseudokrupp-Anfall bekommen, was die Beschwerden zusätzlich verstärkt. Folgende Maßnahmen sollten zur Therapie ergriffen werden:

  • Nehmen Sie Ihr Kind in/auf den Arm und beruhigen es.
  • Wickeln Sie ein Jacke oder Decke um sich und das Kind und stellen sich ans geöffnete Fenster, an den geöffneten Kühlschrank oder gehen raus. Kalte Luft wirkt abschwellend auf die Schleimhäute.
  • Geben Sie Ihrem Kind etwas Wasser (Raumtemperatur) zu trinken.
  • Wenn sich das Kind beruhigt hat, können Sie es mit leicht erhöhtem Oberkörper hinlegen oder sich mit ihm zusammen hinlegen, denn viele Kinder brauchen dann die Nähe der Mutter oder des Vaters.

Homöopathie und pflanzliche Mittel bei Pseudokrupp

Homöopathiesollte bei Pseudokrupp allenfalls begleitend angewendet werden, beispielsweise zusätzlich zu Kortisonzäpfchen. Dann erfolgt die Ausrichtung individuell nach den konkreten Symptomen, weshalb hier keine Empfehlung gegeben werden kann. Auch pflanzliche Mittel zeigen in der Regel bei Pseudokrupp keinen Erfolg.

Achtung: Bei Pseudokrupp dürfen keinesfalls Inhalationen mit ätherischen Ölen erfolgen! Diese reizen die Schleimhaut zusätzlich und können ihre Schwellung verstärken.

Wann zum Arzt bei Pseudokrupp?

Vermuten Sie, dass Ihr Kind erstmalig einen Pseudokrupp-Anfall hatte, gehen Sie bitte am Morgen mit ihm zum Arzt. Er kann Ihnen dann entzündungshemmende Kortisonzäpfchen oder Saft zur Therapie des Pseudokrupps aufschreiben, die sie bei einem erneuten Anfall anwenden können.

Sie sollten sofort zum Arzt oder den Notruf wählen, wenn:

  • die leichte bis mäßige Atemnot trotz der oben genannten Maßnahmen nicht besser wird,
  • das Kind hohes Fieber hat oder spricht, als hätte es einen Kloß im Hals (hier könnte es sich schlimmstenfalls um eine lebensbedrohliche Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) handeln)
  • die Haut des Kindes sich blass oder bläulich verfärbt,
  • das Kind unruhig oder schläfrig wird.

Behandlung von Pseudokrupp

Wie die ärztliche Behandlung aussieht, ist von der Schwere der Anfälle abhängig.

Milde Symptomatik (Schweregrad I und II)

Der Krupphusten kommt in den meisten Fällen nicht über die ersten beiden Schweregrade hinaus. Dabei kann es zwar schon zu Atemnot kommen, diese tritt aber nur leicht und nur in Erregung auf. Am wichtigsten ist hier die Beruhigung der kleinen Patienten. Die Behandlung erfolgt durch die Zufuhr feucht-kalter Luft und ausreichendes Trinken. Der Arzt wird wahrscheinlich ein Kortison verordnen. Eventuell kommen auch schon Steroide (meist per Inhalation verabreicht) zum Einsatz. Erleichterung verschafft auch das Hochlagern des Oberkörpers.

Ausgeprägte Symptomatik (Schweregrad III und IV)

In Stadium III und IV tritt deutliche Atemnot auf, auch im Ruhezustand. Die Behandlung des Pseudokrupp erfolgt meist bereits stationär und es wird zusätzlich Adrenalin gegeben. Es kann auch eine Sauerstoffzufuhr über eine Atemmaske erfolgen.

Kann man einem Pseudokrupp-Anfall vorbeugen?

Infekte der oberen Luftwege bei Kindern lassen sich nicht vermeiden. Allerdings gibt es Kinder, die stärker zu Pseudokrupp neigen. Ist dies der Fall, soll Eltern noch stärker auf eine ausreichende Luftfeuchtigkeit im Kinderzimmer achten. dazu vor dem Schlafengehen gut durchlüften und nasse Tücher im Raum aufhängen oder eine Schüssel mit Wasser im aufstellen. Dies gilt besonders am Abend nach einem Pseudokrupp-Anfall. Rauchen sollte in der ganzen Wohnung ein absolutes Tabu sein.

Wie erfolgt die Ansteckung mit Pseudokrupp?

Meist sind bakterielle oder virale Infektionen die Ursache von Pseudokrupp beziehungsweise Krupphusten. Bakterien und Viren können per Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen, Nase putzen) übertragen werden. Auch eine Schmierinfektion ist möglich, zum Beispiel über Türklinken, Wasserhähne, gemeinsam genutzte Gegenstände. Achten Sie deshalb während der Erkrankung Ihres Kindes besonders auf Hygiene und ausreichende Belüftung der Wohnung.

Dauer des Krupphustens

In der Regel verschwindet der Pseudokrupp innerhalb von zwei bis vier Tagen wieder. Der Husten kann allerdings noch in den folgenden zwei Wochen aufgrund der Reizung auftreten. Der Schreck für Eltern bei Krupphusten ist groß, aber dafür ist er schnell vorbei.

Mehr Infos zu Pseudokrupp im Video vom Kinderarzt

 

Autor:
Letzte Aktualisierung: 08. Juni 2017
Quellen: Renz-Polster H., Menche N., Schäffler A.: Gesundheit für Kinder. Kösel Verlag, München 2013; Online-Informationen von Janko von Ribbeck: http://www.erste-hilfe-fuer-kinder.de/index.html (Stand: Mai 2014); Leitlinien der Gesellschaft für Pädiatrische Pneumologie: Stenosierende Laryngotracheitis (Krupp) und Epiglottitis. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 026/006, Stand 2006

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