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Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Autor: Karin Wunder
Letzte Aktualisierung: 21. Dezember 2016

Versorgt die Schilddrüse den Körper mit zu wenig Schilddrüsenhormonen, nennt man diesen Zustand Hypothyreose. Der Hypothyreose liegt eine Schilddrüsenunterfunktion zugrunde.

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
Bei Schilddrüsenunterfunktion sollte einmal im Jahr eine Untersuchung inklusive Ultraschall stattfinden
(c) Getty Images/iStockphoto

Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann angeboren sein oder erworben werden. Sie ist die häufigste angeborene Stoffwechselstörung in Deutschland. Etwa doppelt so viele neugeborene Mädchen wie Jungen leiden an einer angeborenen Schilddrüsenunterfunktion.

Bei der erworbenen Form ist das Geschlechterverhältnis noch differenzierter: Frauen leiden etwa vier Mal so häufig unter einer Schilddrüsenunterfunktion wie Männer.

Wie entsteht eine Schilddrüsenunterfunktion?

Bei der Schilddrüsenunterfunktion produziert die Schilddrüse weniger Hormone, als der Körper braucht. Die Schilddrüsenhormone sind jedoch wichtig für den Stoffwechsel. Sind zu wenig Hormone verfügbar, wird der Körper unterversorgt - die Stoffwechselvorgänge laufen nun langsamer ab als normal. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Formen der Schilddrüsenunterfunktion: die primäre und die sekundäre.

Primäre und sekundäre Unterfunktion der Schilddrüse

Liegt die Ursache für die zu geringe Produktion in der Schilddrüse selbst, spricht man von einer primären Schilddrüsenunterfunktion. Dazu gehört die angeborene Störung. In etwa zwei Dritteln der Fälle ist eine falsche Lage der Schilddrüse (Schilddrüsenektopie) die Ursache. Dadurch ist sie in ihren Funktionen eingeschränkt.

Häufig fehlt die Schilddrüse auch völlig (Schilddrüsenaplasie). Störungen im Schilddrüsenstoffwechsel sind ebenfalls ein häufiger Grund für eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion.

Die Ursachen für eine erworbene primäre Schilddrüsenunterfunktion liegen oft in einem Gewebeverlust. Durch verschiedene Krankheiten wird Schilddrüsengewebe zerstört oder abgebaut. Die Schilddrüse ist dann nicht mehr in der Lage, eine ausreichende Menge Schilddrüsenhormone zu produzieren. Mögliche Ursachen sind:

  • Chronische Entzündungen der Schilddrüse (z.B. durch Autoimmunerkrankungen)
  • Schilddrüsenoperationen, bei denen bereits Gewebe entfernt wurde
  • Radiojodtherapie
  • Überdosierung von produktionshemmenden Medikamenten wie Thyreostatika

Die Produktion der Schilddrüsenhormone wird von der Hirnanhangsdrüse gesteuert und reguliert. Treten hier Störungen auf, wird die Schilddrüse nicht mehr ausreichend angeregt, die benötigten Hormone zu produzieren. Als Ursachen für diese sekundäre Schilddrüsenunterfunktion kommen Tumoren oder häufige Bestrahlungen in Betracht.

Zu wenig über die Nahrung zugeführtes Jod ist ebenfalls eine mögliche Ursache für eine Schilddrüsenunterfunktion.

Welche Symptome zeigen sich bei einer Schilddrüsenunterfunktion?

Die Beschwerden der Schilddrüsenunterfunktion liegen alle dem durch den Hormonmangel verlangsamten Stoffwechsel zugrunde. Sie entwickeln sich häufig über mehrere Jahre und werden oft erst spät bemerkt. Die unterschiedlich ausgeprägten Symptome sind:

  • Müdigkeit und Antriebslosigkeit
  • Kälteempfindlichkeit
  • Muskelschwäche
  • Mangelnde Konzentrationsfähigkeit
  • Schlafbedürfnis
  • Verstopfung (Obstipation) 
  • trockene, schuppige Haut
  • geschwollene Augenlider und Hände
  • Heiserkeit

Bei Babys mit einer angeborene Schilddrüsenunterfunktion zeigen sich bereits früh Hinweise auf einen langsamen Stoffwechsel: Trinkfaulheit, Verstopfung, motorische Störungen und geringe Bewegung sind deutliche Anzeichen.

Wie wird eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert?

Zu den Standard-Untersuchungen bei Neugeborenen gehört mittlerweile auch die Bestimmung der Schilddrüsenhormone im Blut. Die Bestimmung wird bei der Vorsorgeuntersuchung U2 durchgeführt. Dadurch lässt sich eine Schilddrüsenunterfunktion bereits frühzeitig erkennen und behandeln.

Auch bei Erwachsenen gehört die Bestimmung der Hormonwerte zur Diagnostik. Der TSH-Wert zeigt außerdem die Funktionsfähigkeit der Hirnanhangsdrüse an. Das Thyreoidea-Stimulierende Hormon (TSH) reguliert die Produktion der Schilddrüsenhormone. Ist dieser Wert erhöht, deutet das auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin.

Weitere Diagnostik-Verfahren sind die Ultraschall-Untersuchung (Sonographie) der Schilddrüse und die Schilddrüsenszintigraphie. Eine leicht radioaktive, jodhaltige Flüssigkeit wird dabei in die Vene injiziert. Speichert die Schilddrüse diese Flüssigkeit nur ungenügend, weist das auf eine Unterfunktion hin. Auf einem Szintigramm lässt sich die Verteilung in der Schilddrüse erkennen.

Die Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion erfolgt medikamentös

Zur Therapie der Schilddrüsenunterfunktion ist die lebenslange Einnahme von Medikamenten die einzige Möglichkeit. Die fehlenden Schilddrüsenhormone werden dabei meist als Tabletten eingenommen.

Für die richtige Dosierung der Schilddrüsenhormone ist es ratsam, den Hormonspiegel in regelmäßigen Abständen vom Arzt überprüfen zu lassen.

Welchen Verlauf hat eine Schilddrüsenunterfunktion?

Wenn eine Schilddrüsenunterfunktion rechtzeitig diagnostiziert und behandelt wird, ist die Lebensqualität nicht eingeschränkt. Vor allem die Früherkennungsmaßnahmen bei Neugeborenen sind dabei entscheidend, da eine nicht erkannte Schilddrüsenunterfunktion bei Kindern zu Entwicklungsstörungen führen kann.

Eine seltene Komplikation ist das Myxödem, das besonders durch die für die Schilddrüsenunterfunktion charakteristischen Hautveränderungen gekennzeichnet ist. Diese schwere Form der Schilddrüsenunterfunktion kann zum Koma führen. Besonders eine unzureichende Behandlung gilt als Risikofaktor für die Entstehung eines Myxödems.

Schilddrüsenunterfunktion: Wie kann man ihr vorbeugen?

Um einer angeborenen Schilddrüsenunterfunktion vorzubeugen, ist es ratsam, die Therapie mit Thyreostatika während der Schwangerschaft genau zu beobachten. Eine Überdosierung in der Schwangerschaft schadet dem ungeborenen Kind.

Eine jodreiche Ernährung kann einer Schilddrüsenunterfunktion vorbeugen. Deutschland gilt als Jodmangelgebiet. Das bedeutet, dass über die Nahrung meist nicht genügend Jod aufgenommen wird. Seefisch, Meeresfrüchte und bestimmte Fleischsorten enthalten besonders viel Jod. Es ist empfehlenswert, mit Jod angereichertes Speisesalz zu verwenden.

Autor: Karin Wunder
Letzte Aktualisierung: 21. Dezember 2016
Quellen
Beiträge im Forum "Frauengesundheit"
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