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Regelschmerzen (Dysmenorrhö)

Autor: Christian Fiala / Karin Wunder
Letzte Aktualisierung: 06. Juni 2017

Regelschmerzen sind Beschwerden, die im Zusammenhang mit der Menstruation auftreten. Sie sind vielfältig, können unterschiedlich stark ausfallen und betreffen etwa 75 Prozent der gebärfähigen Frauen.

Regelschmerzen (Dysmenorrhö)
Regelschmerzen sind Schmerzen im Unterbauch, die im Zusammenhang mit der Menstruation auftreten
(c) Alliance/Fotolia.com

Regelschmerzen gehören damit zu den häufigsten Menstruationsbeschwerden der Frau. Die Medizin unterscheidet zwischen primären und sekundären Regelschmerzen sowie organischen und funktionellen Ursachen dafür. Viele Frauen kennen ihre typischen Regelschmerzen, unklare Beschwerden sollten jedoch ärztlich untersucht werden.

Ursachen von Regelschmerzen

Die Ursachen von Regelschmerzen sind vielfältig. Häufig berichten Frauen, dass sie nach der ersten Entbindung weniger Regelschmerzen haben. Der eigentliche Auslöser von Regelschmerzen ist das Hormon Progesteron, das die Kontraktionen der Gebärmutter bewirkt. Gleichzeitig wird die Gebärmutter während der Abstoßung der Gebärmutterschleimhaut weniger stark durchblutet. Beide Faktoren zusammen können die bekannten Regelschmerzen hervorrufen.

Manchmal sind aber auch Erkrankungen wie Endometriose, Myome oder Uterusfehlbildungen die Ursache von Regelschmerzen. Deshalb ist es empfehlenswert, Regelschmerzen vom Gynäkologen abklären zu lassen, um organische Erkrankungen auszuschließen. Ferner können psychische Faktoren die Ursache von Regelschmerzen sein, etwa ein sexuelles Trauma (Missbrauch), Stress oder andere seelische Belastungen.

Häufig Unterbauchschmerzen während der Periode

Das Leitsymptom von Regelschmerzen sind oftmals krampfartige Unterbauchschmerzen kurz vor und während der Regelblutung. Diese machen sich bei Frauen oft unterschiedlich bemerkbar. Während manche Frauen Regelschmerzen lediglich als ein wenig störend empfinden, haben andere Frauen starke, krampfartige Schmerzen, die ihre Befindlichkeit stark beeinträchtigen. Diese Art von Schmerzen kann jedoch ebenso auf eine Endometriose oder eine andere Erkrankung hinweisen. Daher kann eine gynäkologische Diagnostik bei Regelschmerzen sinnvoll sein, um eine Endometriose oder etwas anderes ausschließen zu können.

Regelschmerzen können vielfältig sein

Neben den Unterbauchschmerzen klagen von Regelschmerzen betroffene Frauen auch oftmals über Schmerzen im unteren Rücken, Kopfschmerzen, seelische Verstimmungen oder Kreislaufbeschwerden mit Übelkeit und Blässe. Auch Spannungsgefühl oder Schmerzen in den Brüsten durch vermehrte Wassereinlagerungen werden während der Regelblutung von betroffenen Frauen geschildert.

Regelschmerzen ohne Regel

Manchmal kommt es vor, dass die Monatsblutung verspätet einsetzt, aber schon einige Tage vorher Regelschmerzen auftreten. Ein anderer Grund für das Ausbleiben der Periode ist eine Schwangerschaft. Das "Ziehen" oder erste Umbauprozesse in der Gebärmutter können dann als Regelschmerzen missinterpretiert werden. Auch eine Eileiterschwangerschaft geht mit Schmerzen einher, häufig meist auf einer Seite. Mit Regelschmerzen verwechselt werden können die Symptome einer Blasenentzündung. Übermäßiger Harndrang, Schmerzen beim Wasserlassen und krampfartige Schmerzen im Unterbauch können ein Hinweis auf eine Blasenentzündung sein.

Tabletten gegen Regelschmerzen

Ob bei Regelschmerzen eine medikamentöse Behandlung nötig ist, sollte der behandelnde Arzt nach erfolgten Untersuchungen entscheiden. Starke Schmerzen werden dann oftmals mit nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) behandelt, sie mindern die Unterbauchkrämpfe. Manchmal können auch hormonelle Verhütungsmittel wie die Pille verordnet werden, um die Menstruationsbeschwerden abzumildern.

Hausmittel gegen Regelschmerzen

Als Hausmittel gegen Regelschmerzen hat sich die Wärmflasche bei vielen Frauen bewährt. Wärme am unteren Rücken oder dem Unterbauch tut vielen von Regelschmerzen geplagten Frauen gut. Auch Naturheilmittel wie Melisse oder Kamille können als Tee oder Badezusatz die Beschwerden lindern. Viele Mütter berichten außerdem, dass ihre Regelschmerzen seit ihrer ersten Schwangerschaft deutlich abgeschwächt auftreten.

In der Volksheilkunde wird Thymian-Tee - ein gehäufter Teelöffel trockener oder frischer Thymian wird mit einem Viertelliter kochendem Wasser aufgebrüht und einige Minuten ziehen gelassen - zwei Mal täglich getrunken gegen Regelschmerzen empfohlen. Auch ein Tee aus Gänsefingerkraut wird empfohlen, weil Gänsefingerkraut unter anderem krampflösend wirkt. Mönchspfeffer, häufig zur Zyklusregulation bei Kinderwunsch empfohlen, gilt ebenfalls als Hausmittel gegen Regelschmerzen. Ein Tee aus Scharfgarbe wirkt krampflösend und reguliert zudem die Menstruationsblutung.

Einige Frauen berichten, dass sich sanfte Bewegung wie Yoga oder auch Akupunktur, Akupressur und Massagen positiv auf die Regelschmerzen auswirken.

Homöopathie gegen Regelschmerzen

Empfohlen werden verschieden homöopathische Mittel gegen Regelschmerzen:

  • Belladonna D6: bei starker und verfrüht einsetzender Periode sowie heftigen Regelschmerzen
  • Cimicifuga racemosa D6: bei heftigen, bereits vor der Blutung einsetzenden Schmerzen, die mit zunehmender Blutung stärker werden
  • Colocynthis D6: wenn die Regelschmerzen vor der Blutung beginnen, mit Einsetzen der Blutung verschwinden und gegen Ende wieder stärker werden
  • Magnesium phosphoricum D6: starke Schmerzen kurz vor oder am ersten Tag der Blutung
  • Veratrum album D6: heftige, krampfartige Schmerzen mit Erbrechen und Durchfall während der Blutung, starke Blutung und ggf. auch Kreislaufschwäche
  • Viburnum opulus D6: verspätete Blutung mit starken, krampfhaften Regelschmerzen, Schmerzen ziehen vom Kreuzbein bis ins Becken und in die Innenseite der Oberschenkel

Eine homöopathische sollte wenn nur ergänzend zu einer Behandlung stattfinden und immer mit einem homöopathisch bewanderten Arzt abgeklärt sein. Es gibt keine wissenschaftliche Studien, die die Wirksamkeit von Homöopathie beweisen.

Regelschmerzen vorbeugen? Gesunde Lebensführung kann Regelschmerzen lindern

Mit der Ernährung kann man Einfluss auf Regelschmerzen nehmen. So wirkt sich eine Omega-3-Fettsäuren-haltige Ernährung positiv auf die Dysmenorrhö aus. Omega-3-Fettsäuren sind in fetthaltigen Kaltwasserfischen wie Thunfisch, Hering oder Lachs enthalten. Auch Nüsse (zum Beispiel Walnüsse) und einige Pflanzenöle sind reich an Omega-3-Fettsäuren.

In der Naturheilkunde wird eine leichte, basische Ernährung mit frischem Obst und Gemüse, Getreide und Ballaststoffen zur Vorbeugung von Regelschmerzen empfohlen. Außerdem sollte auf eine ausreichende Zufuhr von Mineralstoffen, vor allem Kalzium und Magnesium, geachtet werden. Frauenmanteltee, in der zweiten Zyklushälfte bis zum Einsetzen der Periode getrunken, soll sich ebenfalls positiv auswirken.

Manche Frauen beugen ihren Regelschmerzen vor, indem sie auf das Rauchen oder den Alkohol verzichten. Gesunde, ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung sind Voraussetzungen für eine gesunde Lebensführung und ersetzen dann unnötige Nahrungsergänzungsmittel. Regelmäßige Entspannungsübungen können dazu beitragen, Alltagsstress abzubauen und zur Ruhe zu kommen. Stress hat nicht gerade einen positiven Einfluss auf Regelschmerzen.

Autor: Christian Fiala / Karin Wunder
Letzte Aktualisierung: 06. Juni 2017
Quellen
Beiträge im Forum "Frauengesundheit"
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