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Alternative zu Tampons und Binden

Periodenunterwäsche: Nachhaltiger Menstruationsartikel

Die Periodenunterwäsche kann als umweltfreundlicheres Hygieneprodukt herkömmliche Tampons, Binden oder Slipeinlagen ersetzen. Doch wie funktionieren die „Period Panties“, wie hygienisch sind sie und schützen die Höschen auch sicher vor dem Auslaufen?

Periodenunterwäsche
© GettyImages/mikroman6

Als typische Wegwerfartikel verursachen Tampons, Binden und Slipeinlagen jede Menge Müll. Auf der Suche nach umweltfreundlicheren Alternativen hat sich neben der Menstruationstasse seit einigen Jahren auch die Periodenunterwäsche auf dem Markt etabliert. Herstellerfirmen werben damit, dass dieses Hygieneprodukt weniger Plastikmüll produziert.

Artikelinhalte im Überblick:

Ausfluss: Das können Farbe und Geruch bedeuten

Periodenunterwäsche – was ist das eigentlich?

Als Periodenunterwäsche oder „Period Panties“ werden spezielle Unterhosen bezeichnet. In ihnen befindet sich eine eingenähte saugfähige Einlage.

Die Periodenunterwäsche kann während der Monatsblutung als Ersatz zu Tampon, Binde, Slipeinlage oder Menstruationstasse getragen werden. Außerdem kann sie zum Beispiel bei der Verwendung einer Menstruationstasse als zusätzliche Sicherheit zum Schutz vor dem Auslaufen dienen.

Wie funktioniert Periodenunterwäsche?

Das Prinzip hinter der Periodenunterwäsche ist einfach: Während der Menstruation wird sie statt normaler Unterwäsche getragen. Auf einen weiteren Menstruationsartikel wie ein Tampon oder eine Binde kann währenddessen verzichtet werden – die eingearbeitete Einlage saugt das Blut auf. Nach dem Tragen wird die Periodenunterwäsche gewaschen und kann wiederverwendet werden.

Woraus besteht Periodenunterwäsche?

Optisch ist Periodenunterwäsche kaum von normaler Unterwäsche zu unterscheiden. Es gibt sie zum Beispiel als Slip, Panty, mit Spitze oder „seamless“ mit unsichtbaren Nähten.

Die Einlage im Inneren besteht meist aus drei Schichten: Eine innere Schicht leitet die Flüssigkeit weiter und bleibt dabei selbst trocken, in der mittleren Schicht sammelt sich das Blut und die äußere Schicht verhindert ein Auslaufen. Einige Firmen bieten auch Periodenunterwäsche mit mehr als drei Schichten an.

Je nach Anforderung an die jeweilige Schicht kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz – zum Beispiel Lyocell, Polyester, Baumwolle oder Bambusviskose. Abhängig von der individuellen Verträglichkeit könnte die Periodenunterwäsche daher hautfreundlicher sein als die gängigen Plastikartikel zum Wegwerfen. Einige Produkte sind vegan: Das bedeutet, bei ihnen wurden keine tierischen Materialien verarbeitet.

Periodenunterwäsche waschen – wie geht das?

Zur Reinigung der Periodenunterwäsche sollten die spezifischen Pflegehinweise für das Produkt befolgt werden, da sich die Angaben je nach Beschaffenheit unterscheiden. Im Allgemeinen wird folgendermaßen vorgegangen:

  • Kalt ausspülen: Direkt nach dem Tragen sollte die Periodenunterwäsche per Hand mit kaltem Wasser ausgespült werden – solange, bis das Wasser klar ist.

  • In die Waschmaschine: Anschließend kommt die Periodenunterwäsche in die Waschmaschine. Die meisten Produkte können bei 40 Grad gewaschen werden, wenige auch bei 60 Grad.

  • Trocknen: Die Periodenunterwäsche sollte nach dem Waschen aufgehängt werden, damit sie an der Luft trocknen kann. Meist sind die Produkte nicht für den Trockner geeignet.

Periodenunterwäsche: Wie oft wechseln?

Jede Herstellerfirma gibt an, wie lange die Periodenunterwäsche getragen werden darf. Meist liegt der Zeitraum zwischen acht und zwölf Stunden. Auch die Saugfähigkeit fällt unterschiedlich aus: Sie kann so saugfähig wie das Fassungsvermögen von drei bis sechs Tampons sein.

Aus hygienischen Gründen sollte die Periodenwäsche frühzeitig gewechselt werden, wenn ein nasses Gefühl besteht oder sich Geruch bildet. Ob Periodenunterwäsche generell einen unangenehmen Geruch entfaltet, hängt auch von der persönlichen Wahrnehmung ab.

Welche Vor- und Nachteile bietet Periodenunterwäsche?

Inwieweit Periodenunterwäsche eine Alternative zu den herkömmlichen Periodenprodukten darstellt, muss im individuellen Fall selbst entschieden werden. Bei der Entscheidungsfindung können folgende Vor- und Nachteile eine Rolle spielen:

Nachhaltigkeit: Laut Umweltbundesamt zählen Hygieneartikel wie Tampons oder Binden zu den problematischen Abfällen. Der Grund: Sie bestehen zum Großteil aus nicht abbaubaren Kunststoffen und werden nach einmaligem Gebrauch im Restmüll entsorgt. Um Plastikmüll zu vermeiden, könnte die Periodenunterwäsche daher durchaus eine umweltfreundliche Alternative darstellen. Ähnlich wie bei Stoffwindeln für Babys existiert aktuell noch keine Studie dazu, wie nachhaltig die Verwendung ist. Generell ist die Umweltbelastung von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu zählt unter anderem das Material in den Produkten, das verwendete Waschmittel und die verbrauchten Ressourcen für das Waschen in der Maschine.

Hygiene: Dieses Thema wird kontrovers diskutiert. Denn: Viele Produkte können maximal bei 40 Grad in der Maschine gewaschen werden. Normalerweise reichen niedrige Temperaturen aus, um Keime weitgehend zu beseitigen und sie gelten als umweltfreundliche Waschtemperaturen. Da Periodenunterwäsche aber Menstruationsblut auffängt, könnte es gegebenenfalls möglich sein, dass Keime hierbei nicht ausreichend eliminiert werden. Auch für das Waschen von normaler Unterwäsche wird in bestimmten Fällen häufig immer noch zu einer Waschtemperatur von 60 Grad geraten. Um einer möglichen Keimbildung sowie der Entstehung von unangenehmem Geruch vorzubeugen, befinden sich in manchen Produkten Biozide wie Silberchlorid. Diese gehen beim Waschen allerdings zu kleinen Teilen ins Wasser über und sind schädlich für die Umwelt. Außerdem können sie möglicherweise Allergien auslösen. Zudem ist es nicht ausgeschlossen, dass solche Biozide die natürliche Scheidenflora beeinträchtigen. Bisher gibt es hierzu noch keine gesundheitliche Bewertung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR).

Komfort: Die einfache Handhabung der Periodenunterwäsche könnte im Vergleich zur Verwendung von Tampon oder Menstruationstasse einen Vorteil darstellen. Ob sich die Höschen auch für unterwegs auf Reisen und beim Sport als sicher und praktisch erweisen, sollte im persönlichen Fall herausgefunden werden.

Kosten: Wegwerfartikel wie Tampons oder Binden verursachen nicht nur Müll, sondern auch Kosten. Bei der Periodenunterwäsche fallen Anschaffungskosten etwa zwischen 15 und 50 Euro für einen Slip oder Panty an. Abhängig davon, wie häufig die Waschmaschine angeschaltet wird, sollten rund fünf bis acht davon im Schrank auf Lager sein. Bei guter Pflege können die Produkte Monate bis Jahre halten.

Periodenunterwäsche: Was gibt es beim Kauf zu beachten?

Periodenslips können sowohl im Online- als auch im Einzelhandel – etwa in Unterwäschegeschäften oder Drogerien – erworben werden. Es gibt viele junge Start-up-Unternehmen, die das Produkt verkaufen. Aber auch klassische Unterwäschemarken führen die Slips in ihrem Sortiment.

Bei der Auswahl sollte darauf geachtet werden, welche Materialien verwendet wurden und ob Biozide enthalten sind. Außerdem spielt die Saugfähigkeit bei der Auswahl eine Rolle: Es gibt die Periodenunterwäsche für eine leichte, mittlere und starke Monatsblutung. Einige Produkte können laut Herstellerangaben bei einer leichten Blasenschwäche auch Urin auffangen. Harninkontinenz-Slips müssen besondere Anforderungen erfüllen, da sie vor allem bei ausgeprägten Symptomen einer großen Menge Flüssigkeit standhalten müssen. Es sollte sich daher vorab darüber informiert werden, ob sich das Produkt wirklich auch für diesen Einsatzzweck eignet.

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