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Pap-Test – Was bedeuten Ergebnisse wie Pap I bis Pap V?

Autor: Jessica Schmid, Medizinautorin / Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 10. Oktober 2017

Der Pap-Test ist ein Zellabstrich zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Er wird vom Frauenarzt bei der jährlichen Vorsorge-Untersuchung durchgeführt. Dabei werden Zellen vom Muttermund und Gebärmutterhals genommen und ausgewertet. Was die Ergebnisse Pap I bis Pap V bedeuten und wie der Test durchgeführt wird, erfahren Sie im Folgenden.

Pap-Test
Der Pap-Test wird vom Frauenarzt im Rahmen der jährlichen Krebsvorsorgeuntersuchung durchgeführt
(c) iStockphoto/LuminaStock

Was ist ein Pap-Test?

Der Pap-Test - auch Pap-Abstrich, zytologischer Abstrich, Abstrich oder Zervixabstrich genannt - dient der Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. Durch ihn können Zellveränderungen an Muttermund und Gebärmutterhals frühzeitig nachgewiesen werden und somit rechtzeitig behandelt werden. Ein Befund von Pap IIID bis Pap V kann auf eine Vorstufe von Krebs hindeuten, muss aber nicht. Falls das Ergebnis auffällig sein sollte, wird Ihnen das von Ihrem Frauenarzt telefonisch mitgeteilt. Falls es unauffällig ist, hören Sie nichts. Die Methode des Pap-Tests wurde von dem griechischen Arzt George Papanicalau bereits vor etwa 90 Jahren erfunden und nach ihm benannt.

Der Pap-Test wird während der gynäkologischen Untersuchung einmal pro Jahr beim Frauenarzt durchgeführt. Um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erzielen, sollte der Pap-Test nicht während der Menstruation durchgeführt werden. Der letzte Geschlechtsverkehr sowie etwaige Medikamentengaben (zum Beispiel Scheidenzäpfchen) sollten mindestens 24 Stunden her sein.

Wie wird der Pap-Test durchgeführt?

Für den Pap-Test entnimmt der Arzt mit einem Spatel, Bürstchen oder Watteträger einen Abstrich von Gebärmutterhalskanal (Zervix) und Muttermund (Portio). Er dreht oder reibt den Entnahmeträger mit leichtem Druck, um möglichst viele Zellen zu erhalten. Die Durchführung des Pap-Abstrichs ist in der Regel schmerzfrei und dauert nur kurz, kann aber etwas unangenehm sein.

Nachdem der Arzt die Zellen entnommen hat, schickt er sie in ein Labor, wo das Material näher untersucht und der eigentliche Pap-Test durchgeführt wird. Im Labor werden die entnommenen Zellen auf Anzeichen für Entzündungen oder bösartige Veränderungen untersucht. Dazu werden sie eingefärbt, um Veränderungen besser sichtbar zu machen und beurteilen zu können. Die Ergebnisse werden dem Befund entsprechend eingestuft in Pap I bis Pap V, wobei es auch dabei noch Unterteilungen gibt.

Einstufung der Ergebnisse nach der erweiterten Papanicalau-Klassifikation (Münchner Nomenklatur III)

Befund Bedeutung Weitere Maßnahmen
Pap 0 Das Material kann nicht ausgewertet werden Neuer Abstrich notwendig
Pap I Normales Zellbild nicht notwendig
Pap II Leichte Entzündungen erkennbar nicht notwendig
Pap III Zellmaterial kann nicht eingeschätzt werden Evtl. Gewebeuntersuchung
Pap IIID Verdacht auf leichte bis mittelstarke Veränderungen an den Zellen Genaue gynäkologische Untersuchung (Kolposkopie) und Zellabstrich nach drei Monaten
Pap IVa Verdacht auf schwere Zellveränderungen, evtl. Frühstadium eines Tumors Genaue gynäkologische Untersuchung (Kolposkopie) und Gewebeuntersuchung
Pap IVb Verdacht auf schwere Zellveränderungen oder Tumor im Frühstadium. Beginn einer Krebserkrankung kann nicht ausgeschlossen werden Genaue gynäkologische Untersuchung (Kolposkopie) und Gewebeuntersuchung
Pap V Zellen eines bösartigen Tumors können nachgewiesen werden Genaue gynäkologische Untersuchung (Kolposkopie) und Gewebeuntersuchung

Es kann notwendig sein, dass das gewonnene Zellmaterial des ersten Abstrichs nicht ausreicht, um eine genaue Aussage über den Zustand der Zellen machen zu können. Dann wird ein weiterer Abstrich notwendig. Der Verdacht auf bösartige Zellveränderungen wird mittels Gewebeentnahme (Biopsie) überprüft.

Die Einstufung der Ergebnisse nach der Münchner Nomenklatur III ist seit 2015 verbindlich.

Es kann sein, dass das gewonnene Zellmaterial des ersten Abstrichs nicht ausreicht, um eine genaue Aussage über den Zustand der Zellen machen zu können. Dann wird ein weiterer Abstrich notwendig. Der Verdacht auf bösartige Zellveränderungen wird mittels Gewebeentnahme (Biopsie) überprüft.

Die Einstufung der Ergebnisse nach der Münchner Nomenklatur III ist seit 2015 verbindlich.

Was bedeuten die Ergebnisse des Pap-Abstrichs?

Ein auffälliger Befund beim Abstrich bedeutet nicht automatisch, dass eine Krebserkrankung vorliegt. Der Pap-Test liefert vielmehr Hinweise auf eine Entzündung oder Zellveränderungen, aus denen sich später Krebs entwickeln kann.

Pap I und Pap II: unauffällig

Während das Ergebnis Pap 0 bedeutet, dass der Abstrich wiederholt werden muss, steht Pap I für völlig gesund aussehende Zellen. Pap I ist eher selten und kommt eigentlich nur bei jungen Frauen vor. Pap II gilt als Normalbefund bei erwachsenen Frauen. Die leichten Auffälligkeiten werden z.B. durch Reizungen aufgrund von Geschlechtsverkehr oder einer vorangegangenen Scheideninfektion verursacht. Eventuell verschreibt der Frauenarzt Vaginalzäpfchen, Cremes oder Medikamente.

Bei Pap I und Pap II Befund wird der nächste Abstrich erst wieder in einem Jahr durchgeführt.

Pap III ist ein sogenannter unklarer Befund. Er steht häufig für schlecht erhaltenes Probenmaterial, sodass ein weiterer Abstrich nötig wird.

Pap IIID: auffälliger Befund, Beobachtung notwendig

Lautet der Befund des Pap-Tests Pap IIID, liegen bereits gewisse Zellveränderungen vor. Der Frauenarzt spricht dann von einer geringen bis mittelgradigen Dysplasie. Bei Pap IIID handelt es sich jedoch noch nicht um Krebs. Bei vielen Frauen bilden sich diese Veränderungen von alleine wieder zurück. Zur Abklärung wird eine Wiederholung des Tests nach drei Monaten, sowie gegebenenfalls ein HPV-Test und eine Kolposkopie empfohlen. Dabei betrachtet der Frauenarzt das Gewebe am Muttermund mit einem besonderen Mikroskop, dem Kolposkop. So kann er Zellveränderungen besser erkennen.

Pap VI und Pap V: auffälliger Befund, genaue Untersuchung notwendig

Um Krebsvorstufen kann es sich beim Befund Pap IVa handeln. Pap IVb ist ziemlich sicher eine Krebsvorstufe, es kann auch bereits ein Krebs vorliegen, daher sind weitere Untersuchungen wie ein weiterer Zellabstrich, eine Kolposkopie und ggf. eine Biopsie mittels Konisation nötig. Bei einer Konisation entfernt der Arzt aus dem Gebärmutterhals das gesamte veränderte Gewebe in Form eines Kegels (Konus). Die Gewebeprobe wird anschließend im Labor auf bösartige Zellveränderungen hin untersucht (Biopsie). Eine Konisation sollte bei Frauen mit Kinderwunsch aber sorgfältig erwogen werden, da sie in einer späteren Schwangerschaft das Risiko einer Frühgeburt erhöhen kann.

Bei Pap V handelt es sich sehr wahrscheinlich um Krebs, da im Zellabstrich Karzinomzellen gefunden wurden. Die Diagnose wird durch Kolposkopie und Biopsie gesichert.

Wann bekomme ich das Ergebnis des Pap-Tests?

Das Ergebnis des Pap-Tests liegt normalerweise nach etwa 7 bis 10 Tagen vor. Wenn Sie bis dahin nichts von Ihrem Frauenarzt gehört haben, können Sie davon ausgehen, dass der Befund unauffällig war. Sollten Sie Sorge haben, können Sie aber jederzeit in Ihrer Frauenarztpraxis nachfragen.

Anwendungsgebiete des Pap-Tests

Bereits seit 1971 wird der Pap-Test zur Krebsvorsorge durchgeführt. Die gesetzlichen Krankenversicherungen zahlen Frauen ab dem 20. Lebensjahr eine Vorsorge-Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs pro Jahr. Seit der Einführung des Pap-Tests als regelmäßiges Screening konnte bei vielen Frauen ein frühes Stadium der Erkrankung rechtzeitig erkannt und so die negativen Folgen einer späten Diagnose, wie beispielsweise eines größeren chirurgischen Eingriffs, abgemildert werden. Denn wenn der Test regelmäßig durchgeführt wird, können bereits entzündete Zellen oder Krebszellen entdeckt werden, bevor Frauen überhaupt erste Beschwerden bemerken. Auch Krankheitserreger, beispielsweise eine Chlamydien-Infektion, lassen sich im Zellabstrich nachweisen.

Der Pap-Test dient außerdem der Verlaufskontrolle nach einem auffälligen Befund (Krebsvorstufen) oder nach einer Konisation.

Pap-Test und HPV-Test

Ist das Ergebnis des Pap-Tests auffällig (ab Pap III aufwärts), hängen die weiteren Maßnahmen oft auch davon ab, ob eine Frau aktuell mit dem Humanen Papilloma-Virus (HPV) infiziert ist. HPV wird mit der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs in Verbindung gebracht. In dem Fall werden die Kosten von den Krankenkassen in der Regel übernommen.

Der HPV-Test wird für gesetzlich krankenversicherte Frauen ohne auffälligen Befund beim Pap-Test nicht von der Krankenkasse übernommen und ist somit eine Selbstzahler-Untersuchung. Zurzeit wird diskutiert, ob er für Frauen über 30 Jahre als Standard-Routineuntersuchung durchgeführt werden soll.

Wie sicher ist der Pap-Abstrich?

Der Pap-Test muss sehr sorgfältig durchgeführt werden, da er sonst falsche Ergebnisse liefern kann. Bei einem verdächtigen Befund wird daher der Zellabstrich wiederholt. Die Treffsicherheit des Pap-Tests wird mit etwa 80 bis 90 Prozent angegeben. Experten kritisieren, dass es doch immer wieder zu „falsch-positiven“ Ergebnissen kommt. Das heißt, der Test zeigt eine Auffälligkeit, obwohl eigentlich alles in Ordnung ist. Unter anderem deshalb gibt es viele Befürworter für eine Kombination aus Pap-Abstrich und HPV-Test.

Die Durchführung des Pap-Tests ist absolut ungefährlich und es sind keine negativen Auswirkungen für die Gesundheit zu erwarten.

Pap-Abstrich bei Schwangerschaft und Kinderwunsch

Auch während der Schwangerschaft kann der Frauenarzt einen Pap-Test durchführen. Dieser ist nicht gefährlich und kann keine Frühgeburt auslösen. Allerdings können die hormonellen Veränderungen auch das Ergebnis des Tests verfälschen. Sollte sich tatsächlich ein auffälliger Befund ergeben, wird Ihr Frauenarzt zunächst in regelmäßige Abständen kontrollieren, ob sich das Ergebnis von alleine wieder normalisiert. Eine direkte Gefahr fürs Baby besteht dabei nicht. Sollte eine Konisation notwendig sein, wird diese, wenn irgend möglich, bis nach der Entbindung rausgeschoben. Übrigens ist weder ein auffälliger Pap-Abstrich noch eine vorangegangene Konisation ein Grund, aufs Wunschkind zu verzichten. Sie sollten aber möglichst schon vor der Schwangerschaft mit Ihrem Frauenarzt oder ihrer –ärztin darüber sprechen.

Alternativen zur Krebsfrüherkennung mittels Pap-Test

Humane Papilloma-Viren (HPV) können an der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs beteiligt sein. Der HPV-Test eignet sich daher dazu, eine Infektion mit den Viren aufzuspüren. Allerdings ist der HPV-Test bislang kein Bestandteil der Krebsfrüherkennung und wird nur bei einem bestehenden Verdacht auf eine Infektion oder als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) durchgeführt.

Ganz allgemein können weitere Untersuchungen der Krebsfrüherkennung dienen. Sie werden jedoch nicht eingesetzt, um gezielt Gebärmutterhalskrebs zu diagnostizieren. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen einmal jährlich für alle Frauen ab 30 Jahren die Kosten für die Tastuntersuchung an Brüsten und den Achselhöhlen. Ab dem 50. und bis zum 69. Lebensjahr kann alle zwei Jahre eine Mammographie (Screening) durchgeführt werden.

Autor: Jessica Schmid, Medizinautorin / Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 10. Oktober 2017
Quellen
Beiträge im Forum "Frauengesundheit"
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