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Donnerstag, 29. Juni 2017
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Menorrhagie – Regelblutung hört nicht auf

Menorrhagie – wenn die Periode länger anhält

Menorrhagie – wenn die Periode länger anhält
Bei der Menorraghie hält die Menstruationsblutung länger als sieben Tage an, was sehr belastend sein kann
iStock/svetikd

Eine Periodenblutung, die überdurchschnittlich lang andauert, wird als Menorrhagie bezeichnet. Während die durchschnittliche Monatsblutung zwischen vier und sechs Tagen dauert, kommt es bei der Menorrhagie zu einer Blutung von mehr als sieben Tagen.

Durch die anhaltende Blutung ist eine Menorrhagie teilweise sehr belastend, weil sie den Alltag stark beeinträchtigen kann. An sich ist die Menorrhagie nicht gefährlich sondern vielmehr das Symptom einer ursächlichen Erkrankung. Der Grund für die überlange Periode sollte daher von einem Arzt abgeklärt werden. Die Menorrhagie ist dadurch gekennzeichnet, dass die Dauer der Blutung zwischen sieben und bis zu 14 Tagen liegt.

Auch der Blutverlust bei der Menorrhagie entsprechend höher. Es kann daher auch zu einer Anämie aufgrund von Eisenmangel kommen.

Ursachen der Menorrhagie

Die Menorrhagie hat sehr unterschiedliche Ursachen, die häufig auch vom Alter der betroffenen Frauen abhängen. Tendenziell sind eher ältere Frauen betroffen und die Länge der Blutung nimmt auch mit zunehmendem Alter leicht zu.

In den meisten Fällen sind Gewebeveränderungen an der Gebärmutter die Ursache für eine Menorrhagie. Myome, eine der häufigsten gutartigen Gewebewucherungen in der Gebärmutter, verursachen in vielen Fällen eine besonders starke (Hypermenorrhoe) oder lange (Menorrhagie) Monatsblutung, oft auch beides. Polypen der Gebärmutter (Uterus-Polypen) können ebenfalls unter anderem zu einer lange anhaltenden Monatsblutung führen. Beide gutartigen Gewebeveränderungen können durch hormonelle Veränderungen bedingt sein. Da sie familiär gehäuft auftreten, scheint auch Vererbung eine Rolle zu spielen.

Endometriose kann ebenfalls eine Menorrhagie verursachen. Bei der Endometriose kommt es zu Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle, etwa an den Eierstöcken oder der Gebärmuttermuskulatur. Diese Wucherungen sind gutartig, können jedoch verschiedene Beschwerden verursachen, unter anderem auch eine starke oder lang anhaltende Menstruationsblutung.

Gebärmutterkrebs kann zu ungewöhnlichen Blutungen führen, sodass eine Menorrhagie auch ein Hinweis auf diese bösartige Erkrankung ist. Frauen, die sich bereits in den Wechseljahren befinden, und bei denen plötzlich eine (lang anhaltende) Blutung auftritt, sollten daher sobald wie möglich einen Arzt aufsuchen.

Andere, seltenere andere Ursachen der Menorrhagie sind:

Entzündliche oder infektiöse Erkrankungen der weiblichen Geschlechtsorgane können ebenfalls eine Menorrhagie verursachen.

Hormonelle Ursachen: nicht nur in den Wechseljahren

Ein Ungleichgewicht der Hormone kann auch eine anhaltende Blutung verursachen. Frauen in den Wechseljahren beziehungsweise kurz vor der Menopause entwickeln manchmal eine Menorrhagie. Eine Ursache dafür kann sein, dass mit zunehmendem Alter nicht mehr in jedem Zyklus ein Eisprung stattfindet. Dadurch kommt es zu einem Östrogen-Gestagen-Ungleichgewicht (zu wenig Gestagene), was häufig zu einer überlangen Monatsblutung führt. Neben dem Alter können auch andere Ursachen dazu führen, dass kein Eisprung stattfindet, etwa Stress und psychische Belastung sowie starkes Über- oder Untergewicht.  

Diagnose der Menorrhagie: Wann zum Arzt?

Die Menorrhagie ist selbst ein Symptom einer anderen Erkrankung. Wenn die Periode also regelmäßig länger als sieben Tage anhält, ist es empfehlenswert, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache dafür herauszufinden. Das gilt auch für Blutungen und Schmierblutungen, die bei Frauen auftreten, die eigentlich schon die Menopause hinter sich haben.

Je nach Verdacht und Situation werden dann verschiedene Untersuchungen durchgeführt, um die Ursache der Menorrhagie herauszufinden:

Behandlung der Menorrhagie

Wie die Menorrhagie behandelt wird, hängt von der ursächlichen Erkrankung ab. Manchmal wird bereits bei der Diagnose eine Ausschabung der Gebärmutter durchgeführt. Myome, Polypen und Gewebewucherungen bei Endometriose können operativ entfernt werden. Für die Entfernung ist in der Regel ein kurzer Krankenhaus-Aufenthalt nötig und die Operation erfolgt unter Vollnarkose.

Für Frauen, die unter 35 Jahre als und Nichtraucherinnen sind, eignet sich unter Umständen ein hormonelles Verhütungsmittel (die Antibabypille oder auch die Hormonspirale), um Hormonstörungen wieder in den Griff zu bekommen. Aufgrund der entsprechenden Nebenwirkungen ist diese Behandlungsmöglichkeit weiterhin nicht geeignet für Frauen mit Gerinnungsstörungen oder Neigung zu Thrombophilie oder für stark übergewichtige Frauen.

Sind die oben genannten Behandlungen nicht erfolgreich, kann bei Frauen mit abgeschlossenem Kinderwunsch auch eine komplette Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie) in Erwägung gezogen werden. Da die Hysterektomie die Frau schlagartig in die Wechseljahre versetzt, sind mit der Entfernung einige Risiken und Nebenwirkungen verbunden:

  • Komplikationen in Folge der Operation (Blutungen, Infektionen, Narkoserisiko)
  • Hormonstörungen
  • Sexualstörungen
  • Psychische Probleme

Bei infektiösen oder entzündlichen Gründen für die Menorrhagie ist eine Behandlung mit den entsprechenden Medikamenten (zum Beispiel mit Antibiotikum) Erfolg versprechend.

Die Behandlung von Gebärmutterkrebs richtet sich nach dem Stadium und dem Alter der Frau. In der Regel wird der Tumor operativ entfernt. Besteht kein Kinderwunsch mehr, wird häufig auch die gesamte Gebärmutter entfernt (Hysterektomie). Im Anschluss kann eine Strahlentherapie erfolgen. Die Erfolgschancen der Behandlung sind umso größer, je früher die Erkrankung entdeckt wird.

Weitere Folgen der Menorrhagie

Durch die lang anhaltende und starke Menstruationsblutung und dem damit verbundenen Blutverlust kann es zu Eisenmangel kommen, der eine Anämie verursachen kann.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 27. März 2017
Quellen: Gätje, R., u.a.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2011; Gerhard, I. Prof. Dr. med.: Das Frauen-Gesundheitsbuch. De Gruyter, Berlin 2009 Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. de Gruyter, Berlin 2013

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