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Geburtsbericht Leonie

Hallo ihr Lieben,

der nächste Versuch, endlich den Geburtsbericht zu verfassen... Ich hatte schon mal angefangen, aber mit Zwei so Kleinen ist es echt schwierig, ein paar Minuten an einer Sache dran zu bleiben und wenn mal beide schlafen, mache ich das auch :D

Der Bericht wird - entsprechend der Dauer des ganzen Geschehens - nicht gerade der kürzeste. Aber der Reihe nach...

Am Freitag, dem 18.10.2018, 4 Tage nach ET, wachte ich gegen 6 mit Wehen auf, die sich anders anfühlten, als zuvor. Nicht mehr nur der harte Bauch, sondern ein Druck nach unten. Gegen 7 waren die Wehen regelmäßig alle 7 Minuten - ob es nun aber an der Zeit war ins Krankenhaus zu fahren oder sie doch wieder weniger werden, konnte ich nicht abschätzen. Dieses "du merkst, wenn es so weit ist" gab es bei mir irgendwie nicht. Ich hab dann die Große fertig gemacht und mit ihr gefrühstückt und immer überlegt, ob mein Mann wohl von der Arbeit kommen soll. Ich ging dann duschen, da meine Hebamme davon abrät mit Wehen allein in die Badewanne zu gehen. Letztlich geht es ja nur um die Wärme und die bestätigte mir: die Wehen werden stärker! Um 8:45 rief ich meinen Mann an, dass er bitte heim kommen soll. Er stand dann um 9:30 zeitgleich mit meiner Schwiegermutter vor der Tür, die die Große abholen wollte, weil ich ja eigtl um 11:00 einen FA-Termin hatte. Ich hab ihr also gleich noch Übernachtungssachen mit, mein Mann machte sich noch mal frisch und um 10:15 waren wir in der Klinik.

Im Kreißsaal angekommen gabs ein ctg, das immerhin bestätigte, dass wir nicht wieder heim fahren würden. Die Untersuchung zeigte jedoch das gleiche Bild wie die Tage und Wochen zuvor auch. Muttermund gaaaanz weit hinten, weich, aber maximal ganz leicht durchlässig.

Den Tag verbrachten wir dann damit treppauf und -ab durchs Krankenhaus zu marschieren, immer mal an die frische Luft zu gehen und alle paar Stunden im Kreißsaal zu ctg und Untersuchung zu erscheinen.

Gegen 19Uhr war der Muttermund noch immer weit hinten, aber bei 1-2cm! Was für viele wahrscheinlich nach gar nichts klingt, nach der langen Zeit, war für mich der Himmel auf Erden! Es tat sich etwas!

Bei der Großen wurde wegen Blasensprungs eingeleitet und am Muttermund hatte sich überhaupt nichts getan, sodass es am Ende en Kaiserschnitt wurde.

Nun bewegte sich etwas! Ich war überglücklich!

Um 21:30 waren wir noch immer bei 2cm, die Wehen waren den ganzen Tag über mal stärker, mal schwächer, mal alle 3, mal alle 10 Minuten.

Um 23:00 fuhr mein Mann nach Hause um mal eine Mütze Schlaf zu bekommen, ich durfte die ganze Nacht im Kreißsaal bleiben - und dort stand mein Mann um 2:30 plötzlich wieder. Eine Stunde hatte er geschlafen und kam dann doch wieder. Er hat dann einen bequemen Sessel gebracht bekommen, sodass wir beide noch etwas dösen konnten. Er im Sessel, ich auf dem Kreißbett.

Morgens nach dem aufstehen waren dann erst mal gar keine Wehen mehr, kamen aber zum Glück wieder.

Um 9:30 war der Muttermund dann ein ganzes Stück nach vorne gekommen und bei 3-4cm. Halleluja!

Leider ging es dann trotz viel Bewegung erst mal nicht weiter, sodass es um 13Uhr Gel zur Einleitung gab. Eingeleitete Wehen kannte ich ja schon vom letzten Mal und sie sind einfach SO VIEL SCHLIMMER als die eigenen. Die eigenen konnte ich beim laufen und stehen echt gut ertragen und veratmen (im liegen und sitzen fand ich's einfach furchtbar) und mit diesem Gel musste ich ja erst mal liegen - es war der Horror! Nach 45min durfte ich dann laufen, aber es war echt schrecklich schmerzhaft und ich war auf jeden Fall sicher, dass ich es nicht noch mal bis zum nächsten Tag schaffen würde. Mein Körper war auch fertig, ich zitterte nur noch wie bei übelstem Schüttelfrost - die Nerven, die Anspannung, die Schmerzen... und war einfach total verkrampft.

Um 15Uhr zeigte sich daher auch, dass das Gel nichts bewirkte. Wir trafen dann gemeinsam mit der Hebamme die Entscheidung PDA+Wehentropf.

Das Legen der PDA um 16Uhr fand ich total harmlos, ich hatte auch letzten Mal mit der Spinalanästhesie null Probleme.

Und ab da gings mir einfach super. Ich fragte meinen Mann ständig, ob ich Wehen habe und ja, stark und regelmäßig. Ab da ging es vorwärts!

Um 18Uhr waren wir bei 5-6cm und die Hebamme eröffnete die Fruchtblase. Um 19:30 waren wir dann tatsächlich schon bei 8-9cm!

Die PDA wurde dann langsam abgestellt, da ich die Presswehen ja mitbekommen sollte... Ab da wurde es heftig. 

Die letzten 1-2cm und die Zeit bis ich mitschieben durfte (der Kopf musste noch ein paar Millimeter tiefer rutschen) empfand ich einfach als grausam. Die Schmerzen waren extrem.

Aber irgendwann kam sie... Der Kopf war geboren und sie gab schon den ersten Quäker von sich. Es war total surreal.

Eine Wehe später war sie da und ich konnte es nicht fassen.

Wir hatten es tatsächlich geschafft. 19 Monate nach dem Kaiserschnitt eine spontane Geburt. Hätten die Beteiligten (Hebammen und Ärztin) vorher geahnt, dass sie so groß ist (55cm, 4220g, 36cm Kopfumfang) wären sie wohl viel weniger entspannt gewesen und es wäre irgendwann die Entscheidung zum KS gefallen, aus Angst, dass die Narbe reißen könnte. 

Aber so durfte ich tatsächlich die natürliche Geburt erleben und war trotz aller Schmerzen und Verletzungen einfach überglücklich!

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