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Stillen und Informationsdefizit bei Oma:(

HILFE! Meine Mutter geht mir echt auf den Keks. Ellen is ja jetzt 7,5 Monate alt und die Oma quatscht mir ständig ans Ohr, ich solle doch mit Beikost anfangen oder einen geriebenen Apfel o.ä. Das Mädel wird noch voll gestillt und Oma ist der Meinung, das wird dem Kind nicht gerecht und offensichtlich wird sie nicht mehr voll versorgt?!? Die hat einen Knall und hört nicht auf mich, egal was ich sage oder anführe. Jetzt mal meine Frage an euch. Hat jemand ne gute Seite, wo ich gut Informationen über Stillen kriegen kann? Ich will der Oma endlich ihre Birne mit Informationen füllen, bevor die mir noch vor Dummheit zusammenbricht (sorry, bin aber echt sauer langsam! - die stellt mich hier als Rabenmutter hin, obwohl ich noch voll stille, glaub ich das?!). Bitte helft mir da mal.... LG Gabi
Bisherige Antworten

Re: Stillen und Informationsdefizit bei Oma:(

Hmmm, Gabi, ich fürchte, die Oma hat nicht so gaaanz unrecht - laut Dortmunder Forschungsinstitut für Kinderernährung (https://www.fke-shop.de/) sollte durchaus ab dem 5. bis 7. Monat mit Beikost angefangen werden, weil bestimmte Spurenelemente dann tatsächlich nicht mehr in ausreichender Menge gegeben werden, z.B. haben Säuglinge bis dahin ihren körpereigenen Eisenvorrat aufgebraucht. Ich kenne allerdings auch andere Mütter, die länger als sechs Monate voll gestillt haben, ohne dass ihre Babys Mangelerscheinungen davon bekommen hätten, und ich denke, die meisten Hebammen würden auch sagen, dass das nur eine ungefähre Angabe ist und man schon von selbst merkt, wenn das Kind anfängt, sich für anderes Essen zu interessieren. Nur: eine wissenschaftliche Empfehlung, länger als sieben Monate ausschließlich zu stillen, wirst du, fürchte ich, nirgends finden. Die Einmischung kannst du dir ja trotzdem verbitten....oder?
Lieben Gruß, Verena (die auch lange und gerne voll gestillt hat, es jetzt aber auch ganz spannend findet mit der Beikost)

Re: Stillen und Informationsdefizit bei Oma:(

Hallo Gabi,
wie bereits geschrieben wirst Du hierzu keine "Unterstützung" von wissenschaftlicher Seite finden.
Viele Mangelerscheinungen zeigen sich erst Jahre später, es ist nicht so, dass sofort irgendwelche Symptome auftauchen. Es verlangsamen sich die Entwicklung und Prozesse, die beim Wachstum anfallen.
Ich habe mit Beikost bei 6,5 Monaten angefangen, schön langsam und heute, bei 8,5 Monaten stille ich immer noch drei bis viermal am Tag, bei zwei Breimahlzeiten und einem Obstbrei dazwischen. So habe ich es auch bei meinen beiden größeren Kids gemacht.
Was ist gegen einen geriebenen Apfel in dem Alter einzuwenden??? Fertigmahlzeiten und spez. Gebäck und Joghurtzeugs gebe ich auch nicht. Es ist ja nicht die Rede von Leberwurstbrot.
Deinem Ton nach bist Du sehr aufgebracht, da ist es nicht leicht einzusehen, dass die Sachlage tatsächlich anders ist. Gegen langes Zustillen ist nichts einzuwenden, aber davon alleine wird kein Baby groß.
Vielleicht möchtest Du Dich mal mit diesem Buch befassen: Babyernährung gesund und richtig von Gabi Eugster. Das ist absolut nicht kontra Stillen und stellt serh anschaulich und ausführlich dar wann und was ein gesundes Kind zur Entwicklung braucht.
LG Sunny

PS

Hallo Gabi,
wie hast Du es denn bei Deinen größeren Kids gemacht?
LG Sunny

Re: PS

Sohnemann wurde 4 Monate gestillt und bei einem Wachstumsschub hab ich aufgegeben:( Die Mittlere hab ich dann 9 Monate voll gestillt, weil die einfach keine Beikost annehmen wollte. Nicht mal die Flasche mit MuMi nahm sie an. In etwa so lange hab ich mir das auch bei Ellen vorgestellt... Bei der U5 (vor 3 Wochen)wog das Mädel immerhin 8,5 kg bei 68 cm. Ich find das auf jeden Fall nicht zu leicht:) LG Gabi

Re: Stillen und Informationsdefizit bei Oma:(

Hallo Gabi,
ich denke bei den rabeneltern.org solltest Du Infos finden.
Auch im Langzeitstillforum wird Dir sicher geholfen ! Ich habe meine Große praktisch voll gestillt bis ich wieder schwanger war. Dann hat sie fast über Nacht ausreichend gegessen und getrunken weil ich keine Milch mehr hatte. Die Kleine ist 8,5 Monate alt und stillt auch voll. Allerdings lutscht sie gerne an einem Zwieback. Ich möchte auch sie von der Brust an den Tisch setzen.
Alles Gute
Dagmar
Tandemstillend

Re: Stillen und Informationsdefizit bei Oma:(

Hallo Gabi,
früher wurden die Kinder mangels adäquater Nahrung sehr lange vollgestillt. Sie wären sonst an diversen Infektionen gestorben. Seit es die sterile künstliche Säuglingspampe gibt, rutscht die Beikostempfehlung immer weiter nach vorne. Dr. Carlos Gonzalez hat das in einem seiner Bücher anhand alter Quellen mal zusammengestellt, ich weiß jetzt auswendig aber nicht mehr, wo genau. Vermutlich war das in "Mein Kind will nicht essen".
Die Generation Deiner Mutter wurde damals gehirngewaschen. Sie ist so voll (industrieller) Falschinformation gepumpt, daß es eigentlich nicht möglich ist, das jemals wieder rückgängig zu machen. Vor allem, weil diese Mütter indirekt damit ein schlechtes Gewissen bekommen. Sie wollten "das Beste" fürs Kind und haben ihm letztlich aber nicht das gegeben, was vielleicht "besser" oder "artgerechter" gewesen wäre. Sei bitte sehr vorsichtig, wie Du mit diesem Thema umgehst. Hilfreich kann sein, die Mutter von damals erzählen zu lassen und dann darüber zu sprechen, wie es heute gehandhabt wird und was man seit damals herausgefunden hat. Es ist eine Gratwanderung.
Wissenschaftlich fundierte Informationen bekommst Du über die La Leche Liga.
Fachlich gut und hervorragend geschrieben ist auch "Vom Glück des Stillens" Eva Herman.
Ansonsten leg Dir ein dickes Fell und ein paar Killerargumente zu. Es ist ja fast geschafft. ;-)
Meine Mutter fängt bei der Großen auch manchmal an. Üblicherweise stelle ich dann nur ein paar Fragen: Sieht sie krank aus? Ist sie unterernährt? Ist sie apathisch? Ist sie zu dick? Wo ist dann das Problem?
Wir haben immer eine Alibi-Reiswaffel von DM dabei. Wenn einer dumme Sprüche macht, erkläre ich dann nur, daß ich keine Lust auf diese lästige Löffelfütterei habe und Wert darauf lege, daß er mit 1 Jahr selbständig vom Familientisch ißt. Bei seiner großen Schwester hat das auch geklappt. Da fällt dann niemandem mehr etwas dazu sein und wir haben unsere Ruhe.
Was beide wirklich essen, fällt unter Datenschutz und geht niemanden etwas an. :-)
LG
Claudia

Re: Stillen und Informationsdefizit bei Oma:(

Das mit der Alibi-Reiswaffel finde ich eine sehr gute Idee:)) Ich habe die Schnauze echt voll von Leuten, die ja soooooo viele gute Ratschläge haben, deren Wissensstand aber leicht hinter der Zeit hinterherhinkt (um es diplomatisch auszudrücken). Ich glaube, die Reiswaffel-Idee werde ich in einer uns angenehmen Form adaptieren:) LG und Danke für die Idee, Gabi

Re: Stillen und Informationsdefizit bei Oma:(

Huhu Gabi,
Du weisst ja, ich bin die Letze, die man sowas fragen darf *grins*
Aber vielleicht kann Dir auch Tini (ZweihunderFenster) weiter helfen.
Ich hab mal mir ihr deswegen geschrieben und zwar ging es damals ums Thema Essen und ich meine, dass sie geschrieben hatte, dass ihr Sohn auch über 8 Monate voll gestillt wurde, weil er nicht vom Tisch essen wollte.
Ansonsten denke ich, dass Du oben von Claudia schon mega Input bekommen hast ;-)
Ich wollte mich eh dieser Tage noch melden. Wir fahren im August noch weg und danach würde ich mich wegen eines Treffens melden, okay?! Seid Ihr auch noch in Urlaub?
LG
Daggi

Re: Stillen und Informationsdefizit bei Oma:(

Hey Daggi, wir fahren Ende August für ne Woche weg und kommen in der ersten September-Woche wieder. Treffen find ich gut:) Hat mir damals gut gefallen. LG Gabi
PS: Tini muß ich nicht fragen, da will ich mich nicht allzuviel regen, falls du verstehst, was ich meine;)

Re: Stillen und Informationsdefizit bei Oma:(

*grins*
ok, dann meld ich mich, sobald wir wieder daheim sind :-))
LG
Daggi

Re: Stillen und Informationsdefizit bei Oma:(

Hallo Gabi,
lass dich nicht verunsichern, und geh deinen Weg!!! Ein Baby kann sehr gut länger als 6 Monate voll gestillt werden. Es ist ein Ammenmärchen der Fertigmilchindustrie, dass die kinder einen Eisenmangel bekommen, wenn sie nichts essen. Dann wäre es ja ein Wunder, dass es die Menschheit bis hierher geschafft hat,oder ;o). Es ist zwar wahr, dass Mumi weniger Eisen enthält als Fertigmilch, aber das Wesentliche dabei ist die Bioverfügbarkeit, und die liegt bei der Mumi über 75 %! Habe mich kürzlich mit einer Ernährungsberaterin getroffen, die auch eine AFS-Stillberaterin ist, weil mir eine inkompetente KiÄ dasselbe erzählt und mich voll verunsichert hat. Ich habe meinen Sohn fast 8,5 Monate vollgestillt, er wollte einfach nichts essen, jetzt auf einmal, seit ca. 2 Wochen macht er den Mund auf und isst, zwar Minimengen, aber er isst, und das ohne Zwang, was ich sehr wichtig finde.
Schaue mal auf den Seiten der La Leche Liga, und der AFS nach, da wirst du bestimmt fündig. Und im Forum "Langzeitstillen" hier bei 9monate, da kann man dir bestimmt weiterhelfen.
Ich habe mit meiner Mutter auch sehr lange darüber gesprochen, wie es früher war ("ich konnte nicht stillen"), wie es heute gehandhabt wird, usw., und mittlerweile findet sie das alles toll.
Sorry für den Roman, aber mich regt diese Ungebildetheit in Bezug auf das Stillen echt auf, zumal es immer alles so abgewertet wird ("...kriegt er noch immer nichts richtiges?..etc.)
Viele herzliche Grüße
Isis mit Antonio
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