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APGAR-Index

Autor: Miriam Funk, Medizinredakteurin
Letzte Aktualisierung: 06. November 2017

Mithilfe des APGAR-Index wird unmittelbar nach der Geburt der Gesundheitszustand des Neugeborenen beurteilt, um Anpassungsstörungen zu erkennen und das gegebenenfalls notwendige weitere Vorgehen einzuschätzen. Es können maximal zehn Punkte beim APGAR-Index erreicht werden.

APGAR
Der APGAR-Index wird beim Neugeborenen eine, fünf und zehn Minuten nach der Geburt bestimmt
(c) iStockphoto/shaunl

Was ist der APGAR-Index (APGAR-Score)?

Direkt nach der Geburt erfolgt beim neugeborenen Baby die Vorsorgeuntersuchung U1 durch einen Kinderarzt oder die Hebamme. Diese beinhaltet den APGAR-Test: Seine Ergebnisse sollen nach einer standardisierten Punktevergabe (APGAR-Index) Aufschluss über den Zustand des Neugeborenen geben. Der APGAR-Test wurde 1952 von der Ärztin Virginia Apgar eingeführt. Die Buchstaben der Abkürzung APGAR stehen gleichzeitig auch für die zu beurteilenden Kriterien:

  • Hautfarbe (Aussehen)
  • Herzfrequenz (Puls)
  • Reflexverhalten
  • Atmung
  • Grundtonus (Spannungszustand der Muskulatur)

Wie werden die Punkte beim APGAR-Index vergeben?

Für jedes Kriterium werden zwischen null und zwei Punkte vergeben. Maximal können also zehn Punkte erreicht werden. Der Wert wird eine, fünf und zehn Minuten nach der Geburt bestimmt. In der Tabelle sind die APGAR-Kriterien sowie die Punkteverteilung nach Kriterien aufgelistet.

Kriterium 0 Punkte 1 Punkt 2 Punkte
Hautfarbe blau oder weiß Stamm blau, Extremitäten rosig rosig
Herzfrequenz keine geringer als 100/min höher als 100/min
Absaugreflexe keine Grimassen Niesen, Husten
Atmung keine unregelmäßig regelmäßig
Muskelstonus schlaff träge Beugebewegungen kräftige Bewegungen

Einteilung in drei Gruppen je nach APGAR-Wert

Je nach erreichter Punktzahl beim APGAR-Index unterscheidet man drei Gruppen.

  • Gruppe I: APGAR 8-10 (lebensfrische Kinder): Babys dieser Gruppe werden abgetrocknet, wenn nötig Nase, Mundhöhle und Magen abgesaugt und danach gemessen und gewogen. Nach einer Beobachtungszeit von zwei Stunden, in der das Kind sich an die neue Umgebung anpasst (Adaptationsphase), werden Mutter und Kind auf die Wochenbettstation verlegt.
  • Gruppe II: APGAR 4-7 (mittelgradige Depression): Babys dieser Gruppe bekommen nach dem Absaugen Sauerstoff oder eine kurzfristige Maskenbeatmung und sollten dann innerhalb weniger Minuten eine rosige Hautfarbe bekommen und selbständig atmen. Babys mit einem APGAR-Wert unter 6 werden auf eine Überwachungsstation verlegt und beatmet.
  • Gruppe III: APGAR 0-3 (schwergradige Depression): Kinder aus dieser Gruppe werden sofort beatmet und erhalten bei einer Herzfrequenz unter 60/Minute eine Herzmassage. Es können auch Medikamente zur Wiederbelebung eingesetzt werden.

Die Höchstpunktzahl von zehn Punkten beim APGAR-Index haben fast alle Kinder nach zehn Minuten erreicht. Nur bei zirka fünf Prozent der Kinder gibt es Anpassungsschwierigkeiten. Häufig sind Kinder, die per Kaiserschnitt zur Welt kommen, davon betroffen. Gibt es auch nach zehn Minuten Anpassungsstörungen werden häufig in ein Wärmebettchen verlegt und erhalten bei Bedarf Sauerstoff.

APGAR nur bei zeitgerecht entwickelten Babys anwendbar

Das APGAR-Schema ist bei Frühgeburten nur eingeschränkt anwendbar. Die APGAR-Werte sind keine Vorhersage über die spätere Entwicklung eines Kindes, sondern werden lediglich zur Feststellung der Vitalität direkt nach der Geburt angewendet.

Autor: Miriam Funk, Medizinredakteurin
Letzte Aktualisierung: 06. November 2017
Quellen
Beiträge im Forum "Geburtstermin November/Dezember 2017"
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