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Migräne bei Kindern

Autor: Christian Emmerling, Medizinautor
Letzte Aktualisierung: 12. Juli 2017

Migräne tritt nicht nur bei Erwachsenen auf, sondern kann auch bereits bei Kindern vorkommen. Knapp fünf Prozent aller Kinder leiden unter Migräne. Da die Erkrankung zum Teil genetisch bedingt ist, sind besonders häufig Kinder betroffen, bei denen ein Elternteil ebenfalls an Migräne leidet. In den meisten Fällen treten die Symptome erstmals im Grundschulalter auf, manchmal zeigen sich die Beschwerden aber auch schon im Kleinkindalter.

Migräne bei Kindern
Auch Kinder können unter Migräne- und Kopfschmerzattacken leiden
© iStock.com/grinvalds

Spannungskopfschmerz

Spannungskopfschmerz unterscheidet sich grundlegend von Migräne, und ist in erster Linie auf innere Faktoren wie Stress oder Ängste zurückzuführen. Spannungskopfschmerz kommt daher hauptsächlich bei Schulkindern vor.

Wie äußert sich Migräne bei Kindern?

Migräne äußert sich bei Kindern prinzipiell durch die gleichen Beschwerden wie bei Erwachsenen. So kommt es zu wiederkehrenden, pochenden Kopfschmerzen sowie einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen und Gerüchen. Meistens setzen die Kopfschmerzanfälle plötzlich ein, bei manchen Kindern kündigt sich ein Anfall zuvor durch Sehstörungen wie "Lichtblitze" (Aura) oder andere Missempfindungen an.

In der Regel sind die Kopfschmerzen einseitig, besonders bei jüngeren Kindern können die Schmerzen häufig aber auch im ganzen Kopfbereich auftreten. Zum Teil treten auch nur leichte oder gar keine Kopfschmerzen auf, sondern es stehen Symptome wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen und Schwindel im Vordergrund. Mit ein bis sechs Stunden ist die Dauer der Beschwerden im Durchschnitt kürzer als bei Erwachsenen. Migräne-Kopfschmerzen schränken Kinder im Alltag merklich ein und können durch körperliche Betätigung zum Teil noch verstärkt werden.

Unterscheidung von Spannungskopfschmerz

Spannungskopfschmerz zeigt sich durch dumpfe, drückende Kopfschmerzen im ganzen Kopf. Außer Verspannungen im Nacken- oder Schulterbereich treten in der Regel keine weiteren Beschwerden auf. Der Alltag wird im Gegensatz zu Migräne durch Spannungskopfschmerzen nicht wesentlich beeinträchtig und die Schmerzen verstärken sich nicht durch körperliche Aktivität.

Migräne bei Kindern - Was tun?

Um abzuklären, ob tatsächlich Migräne vorliegt, sollten Kinder bei Verdacht in jedem Fall ärztlich untersucht werden. Meistens kann der Hausarzt durch ein ausführliches Gespräch über die auftretenden Beschwerden feststellen, ob ein Kind unter Migräne leidet. Dabei ist es hilfreich zu wissen, wann die Beschwerden gehäuft auftreten und ob eventuell Faktoren wie die Schlafzeit, das Wetter, Stress oder Reize durch Fernsehen oder Computerspiele eine Rolle spielen. Daher kann es sinnvoll sein, wenn Eltern den Tagesablauf ihres Kindes über einen längeren Zeitraum genau beobachten und protokollieren. In Zweifelsfällen können weitere Untersuchungen bei einem Augenarzt oder einem Neurologen helfen.

Beschwerden lindern

Um die Migräne-Beschwerden bei Kindern zu lindern, hilft bei leichten bis mittelschweren Schmerzen oft Ruhe und Schlaf in einem abgedunkelten Raum. Je nach Vorliebe des Kindes können kalte oder warme bis heiße Waschlappen auf die schmerzenden Kopfbereiche gelegt werden. Für Kinder ab dem Schulkindalter gilt außerdem Pfefferminzöl als wirksam, wenn es an den Schläfen und im Nackenbereich einmassiert wird. Außerdem gibt es verschiedene pflanzliche und homöopathische Mittel, die in Absprache mit einem naturheilkundlich erfahrenen Arzt eingesetzt werden können.

Medikamentöse Behandlung

Eine medikamentöse Behandlung sollte nach Möglichkeit nur bei sehr starken Schmerzen erfolgen oder wenn andere Maßnahmen bei leichteren Beschwerden keine Besserung bringen. Für Kinder aller Altersstufen empfehlen die Deutsche Migräne und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG) und die Gesellschaft für Neuropädiatrie den Wirkstoff Paracetamol. Für Kinder ab zwölf Jahren gilt auch das Migränemittel Sumatriptan in Form eines niedrig dosierten Nasensprays als geeignet. Die Behandlung mit Medikamenten sollte immer mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Kann man Migräne bei Kindern vorbeugen?

Da die Ursachen von Migräne sehr vielfältig sind und über die genauen Entstehungsmechanismen wenig bekannt ist, kann man Migräne bei Kindern kaum vorbeugen. Generell gilt es aber als hilfreich, wenn Kinder einen geregelten Tagesablauf haben, ausreichend schlafen und sich genügend bewegen. Zum Teil ist es möglich herauszufinden, in welchen Situationen oder unter welchen Bedingungen die Anfälle gehäuft auftreten. Solche auslösenden Faktoren zu vermeiden, kann manchmal dabei helfen, einem Migräneanfall vorzubeugen. Außerdem können verschiedene Entspannungstechniken oder Therapieprogramme dazu beitragen, Migräneanfälle zu verhindern.

Autor: Christian Emmerling, Medizinautor
Letzte Aktualisierung: 12. Juli 2017
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