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Dienstag, 01. September 2015
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Einnistung

Einnistung
Frauen mit Kinderwunsch hoffen oft auf die frühen Anzeichen der Einnistung - wer dabei möglichst entspannt bleibt, verbessert die Chancen darauf
iStock/PeopleImages

Einnistung (Implantation) ist der Moment, in dem sich eine befruchtete Eizelle (Zygote) in der Wand der Gebärmutter einnistet. Die Einnistung ist nach der Befruchtung eine der wesentlichen Voraussetzungen für eine Schwangerschaft.

Konkrete Anzeichen für eine Einnistung gibt es nicht, viele Frauen berichten aber von einer leichten Blutung oder Schmierblutung einige Tage nach dem Eisprung, die auf eine Einnistung hinweisen kann. Dies bezeichnet man als Einnistungsblutung.

Nach der Befruchtung der Eizelle

Wurde eine Eizelle (oder mehrere Eizellen) im Eileiter befruchtet, startet dort bereits die Zellteilung. Der Beginn der Schwangerschaft ist dann aber noch nicht abgeschlossen: Zunächst muss die befruchtete Eizelle noch den restlichen Weg durch den Eileiter zurücklegen. In der Gebärmutterhöhle angekommen, teilen sich zunächst innerhalb der Eihülle die Zellen in zwei Hälften auf. Aus der einen Hälfte entsteht der Mutterkuchen (Plazenta), aus der anderen der Embryo. Erst anschließend "sucht" sich das Ei seinen Platz in der Gebärmutterschleimhaut für die Einnistung.

Wie kann ich die Einnistung berechnen?

Wann die Einnistung stattfindet, kann man grob auch selbst berechnen: Der durchschnittliche Zeitpunkt der Einnistung ist sechs bis zehn Tage nach der Befruchtung der Eizelle. Zur Befruchtung kommt es etwa zwölf bis 24 Stunden nach dem Eisprung: Das befruchtungsfähige Ei wandert im Eileiter in Richtung der Gebärmutter. Treffen während dieses Zeitraums Spermien auf die Eizelle, kann sie befruchtet werden.

In der Gebärmutter sucht sich das Ei einen "günstigen" Platz aus. Nun trennen sich zuerst Eihülle und die beiden Zellhaufen. Erst danach kann die Einnistung beginnen.

Kommt es trotz Befruchtung nicht zu einer Einnistung, spricht man von einem Frühabgang. Die Eizelle wird dann mit der nächsten Regelblutung ausgeschieden. Frauen bemerken deshalb gar nichts von der Befruchtung.

Wie verläuft die Einnistung?

Sobald die befruchtete Eizelle in der Gebärmutterhöhle ankommt, bewegt sie sich in Richtung Gebärmutterwand. Seit Beginn des Zyklus hat sich dort eine fruchtbare Schleimhaut aufgebaut. An welchem Ort in der Gebärmutter sich die Eizelle niederlässt, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Unter anderem vermutet man, dass von "günstigen" Plätzen bestimmte Signale ausgehen, nach denen sich die Eizelle richtet. Dort angekommen, trennen sich Zellen und Eihülle voneinander und die eigentliche Einnistung beginnt.

Während der Einnistung dringen die Zellen, aus denen sich später der Mutterkuchen (Plazenta) entwickelt, in die Schleimhaut der Gebärmutterwand ein. Dort verbinden sie sich mit dem Organismus der Frau. Ab jetzt wird dem Körper der Frau signalisiert, dass eine Schwangerschaft besteht: Hormone, vor allem das HCG (Humanes Choriongonadotropin), sorgen dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut weiter aufgebaut wird und kein weiterer Eisprung und keine Regelblutung mehr stattfinden.

Ist die Einnistung spürbar?

Es gibt keine typischen Symptome der Einnistung. Besonders Frauen, die ihren Zyklus genau planen und bei denen Kinderwunsch besteht, berichten aber häufig von einem Ziehen oder leichten Schmerzen im Unterbauch sowie geringen Blutungen etwa um den Zeitpunkt der möglichen Einnistung.

Nach der Einnistung wird das Schwangerschaftshormon HCG gebildet und kann ab da allmählich zu typischen Schwangerschaftssymptomen führen.

Kann ich die Einnistung fördern?

Voraussetzung für die Einnistung ist, dass das befruchtete Ei in der Gebärmutterschleimhaut "andockt". Sie haben darauf nur einen sehr geringen bis gar keinen Einfluss. Grundsätzlich gilt: Alles, was Ihnen und Ihrer Gesundheit gut tut, kann auch die Einnistung fördern beziehungsweise sich positiv auf die Einnistung auswirken. Dazu gehören ausreichende Bewegung an der frischen Luft, nicht zu viel Stress, eine ausgewogene Ernährung und insbesondere Nichtrauchen.

Es gibt Frauen, die auf Yoga zur Förderung der Fruchtbarkeit insgesamt schwören, wieder andere nehmen frühzeitig Folsäure oder Magnesium zu sich. In der Volksheilkunde wird Frauenmanteltee zur Förderung der Einnistung empfohlen: Zwei Mal täglich einen gehäuften Teelöffel getrockneten Frauenmantel (gibt es in der Apotheke) auf einen Viertelliter Wasser aufbrühen und kurz ziehen lassen. Man sagt dem Frauenmantel einen kräftigenden Einfluss auf Gebärmutter, Gebärmutterbänder und Gebärmutterschleimhaut nach. Ob das wirklich stimmt und man damit die Einnistung fördern kann, ist allerdings nicht bewiesen.

Wann genau beginnt die Schwangerschaft?

Ob die Schwangerschaft bereits mit der Befruchtung oder erst ab der Einnistung beginnt, wird kontrovers diskutiert. Damit sich ein Embryo entwickelt, ist die Implantation in die Gebärmutter aber unverzichtbar.

Die Anzeichen der Schwangerschaft beginnen

Viele Frauen spüren schon früh, dass sie schwanger sind. "Typische" Hinweise auf eine Schwangerschaft wie empfindliche Brüste, morgendliche Übelkeit, häufiges Wasserlassen und Geruchsempfindlichkeit können bereits vor dem Ausbleiben der Regelblutung auf eine Schwangerschaft hinweisen.

Autor: Karin Wunder
Letzte Aktualisierung: 26. August 2015
Quellen: Diedrich, K. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Springer, Heidelberg 2007; Gilbert, S.F.: Developmental Biology. Sinauer, Sunderland USA 2003; Nilsson, L., Hamberger, L.: Ein Kind entsteht. Goldmann, München 2003

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