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Samstag, 22. November 2014

Einnistung

Einnistung
Frauen mit Kinderwunsch hoffen oft auf die frühen Anzeichen der Einnistung
Getty Images/iStockphoto

Einnistung (Implantation) ist der Moment, in dem sich eine befruchtete Eizelle (Zygote) in der Wand der Gebärmutter einnistet. Die Einnistung ist nach der Befruchtung eine der wesentlichen Voraussetzungen für eine Schwangerschaft.

Konkrete Anzeichen für eine Einnistung gibt es nicht, viele Frauen berichten aber von einer leichten Blutung oder Schmierblutung einige Tage nach dem Eisprung, die auf eine Einnistung hinweisen kann.

Nach der Befruchtung der Eizelle

Wurde eine Eizelle (oder mehrere Eizellen) im Eileiter befruchtet, startet dort bereits die Zellteilung. Der Beginn der Schwangerschaft ist dann aber noch nicht abgeschlossen: Zunächst muss die befruchtete Eizelle noch den restlichen Weg durch den Eileiter zurücklegen. In der Gebärmutterhöhle angekommen, teilen sich zunächst innerhalb der Eihülle die Zellen in zwei Hälften auf. Aus der einen Hälfte entsteht der Mutterkuchen (Plazenta), aus der anderen der Embryo. Erst anschließend "sucht" sich das Ei seinen Platz in der Gebärmutterschleimhaut für die Einnistung.

Wann findet die Einnistung statt?

Der durchschnittliche Zeitpunkt der Einnistung ist sechs bis zehn Tage nach der Befruchtung der Eizelle. In der Gebärmutter sucht sich das Ei einen "günstigen" Platz aus. Nun trennen sich zuerst Eihülle und die beiden Zellhaufen. Erst danach kann die Einnistung beginnen.

Wie verläuft die Einnistung?

Sobald die befruchtete Eizelle in der Gebärmutterhöhle ankommt, bewegt sie sich in Richtung Gebärmutterwand. Seit Beginn des Zyklus hat sich dort eine fruchtbare Schleimhaut aufgebaut. An welchem Ort in der Gebärmutter sich die Eizelle niederlässt, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Unter anderem vermutet man, dass von "günstigen" Plätzen bestimmte Signale ausgehen, nach denen sich die Eizelle richtet. Dort angekommen, trennen sich Zellen und Eihülle voneinander und die eigentliche Einnistung beginnt.

Während der Einnistung dringen die Zellen, aus denen sich später der Mutterkuchen entwickelt, in die Schleimhaut der Gebärmutterwand ein. Dort verbinden sie sich mit dem Organismus der Frau. Ab jetzt wird dem Körper der Frau signalisiert, dass eine Schwangerschaft besteht: Hormone, vor allem das HCG (Humanes Choriongonadotropin), sorgen dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut weiter aufgebaut wird und kein weiterer Eisprung und keine Regelblutung mehr stattfinden.

Was sind die Symptome der Einnistung?

Es gibt keine grundsätzlichen Symptome einer Einnistung. Besonders Frauen, die ihren Zyklus genau planen und bei denen Kinderwunsch besteht, berichten aber häufig von einem Ziehen oder leichten Schmerzen im Unterbauch sowie geringen Blutungen etwa um den Zeitpunkt der möglichen Einnistung.

Wann genau beginnt die Schwangerschaft?

Ob die Schwangerschaft bereits mit der Befruchtung oder erst ab der Einnistung beginnt, wird kontrovers diskutiert. Damit sich ein Embryo entwickelt, ist die Implantation in die Gebärmutt er aber unverzichtbar.

Kommt es trotz Befruchtung nicht zu einer Einnistung, spricht man von einem Frühabgang. Die Eizelle wird dann mit der nächsten Regelblutung ausgeschieden. Viele Frauen bemerken deshalb gar nichts von der Befruchtung.

Die Anzeichen der Schwangerschaft beginnen

Viele Frauen spüren schon früh, dass sie schwanger sind. "Typische" Hinweise auf eine Schwangerschaft wie empfindliche Brüste, morgendliche Übelkeit, häufiges Wasserlassen und Geruchsempfindlichkeit können bereits vor dem Ausbleiben der Regelblutung auf eine Schwangerschaft hinweisen.

Autor: Karin Wunder
Letzte Aktualisierung: 13. Oktober 2014
Quellen: Diedrich, K. et al.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Springer, Heidelberg 2007; Gilbert, S.F.: Developmental Biology. Sinauer, Sunderland USA 2003; Nilsson, L., Hamberger, L.: Ein Kind entsteht. Goldmann, München 2003

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