Ein Angebot von Lifeline
Donnerstag, 21. August 2014

Blutungen, Menstruation und Menstruationsstörungen

Blutungen, Menstruation und Menstruationsstörungen
Bei häufigen Blutungen außerhalb der normalen Menstruation können Hormonanalysen Aufschluss geben
Getty Images/iStockphoto

Häufigste Ursache für vaginale Blutungen ist die Menstruation - eine regelmäßig wiederkehrende Blutung bei der geschlechtsreifen Frau. Außerhalb der Menstruation ist die häufigste Ursache für vaginale Blutungen eine Menstruationsstörungen aufgrund von Zyklusunregelmäßigkeiten.

Blutungen und schwanger?

Tritt die Blutung während einer Schwangerschaft ein, so zeigt der Zeitpunkt und die Stärke der Blutung, ob es sich möglicherweise um ein gefährliches Anzeichen handelt. Ein Arztbesuch ist dann in jedem Fall sinnvoll. Eine leichte Schmierblutung zur Zeit der Einnistung ist harmlos, während bei einer stärkeren Blutung sofort geklärt werden sollte, ob es sich um eine harmlose oder um eine behandlungsbedürftige Blutung handelt, die möglicherweise ein Hinweis für eine Fehlgeburt ist.

Die normale Menstruation (Regel) - Eumenorrhoe

Die erste Menstruation (Menstruationsblutung, Regel, Regelblutung, Periode, Monatsblutung) signalisiert den Beginn der Geschlechtsreife bei der Frau und wird als Menarche bezeichnet. Das Menarchealter liegt um das 12. (10.-14.) Lebensjahr. Jede Frau erlebt während der Geschlechtsreife etwa 400 Menstruationen. Der Körper der Frau wird in diesen Monaten auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet. Anfangs erfolgt jedoch meist noch kein Eisprung, sondern der stabile Menstruationszyklus pendelt sich erst langsam ein (Zyklus = Kreis = das gleiche Hormonmuster wiederholt sich etwa alle 28 Tage). Deshalb besteht anfangs relative Sterilität. Die letzte regelrechte Menstruation (Beginn der Menopause = Wechseljahre) zeigt sich um das 50. Lebensjahr.

Zykluslänge und Beginn der Menstruation

Die Zykluslänge ist die Zeitspanne zwischen zwei Menstruationsblutungen und beginnt am ersten Blutungstag und endet mit Beginn der nächsten Blutung - unabhängig von der Länge der Blutung. Gerechnet wird der 1. Tag, an dem richtig rotes Blut zu sehen ist - Schmierblutungen werden hier nicht als Blutungsbeginn gezählt.

Dauer der Menstruation

Die Dauer der Menstruation liegt in der Regel zwischen vier und sechs Tagen; die Stärke ist individuell verschieden. Durchschnittlich verliert die Frau während der Menstruation zwischen etwa 60 und 80 ml Blut. Das Blutungsmaximum liegt am zweiten Tag.

Warum gerinnt das Menstruationsblut nicht?

Das Blut gerinnt nicht, weil es fibrinolytische Enzyme enthält. Die Wirkung ist auf die Gebärmutter beschränkt. Der übrige Blutkreislauf wird dadurch nicht beeinflusst.

Schwanger?

Die Menstruation tritt in jedem Zyklus nur dann ein, wenn keine Schwangerschaft vorliegt. Das

Ausbleiben der Menstruation

kann daher als erster Hinweis auf eine Schwangerschaft gelten.

Menstruation und Hormone

Die hormonellen Vorgänge im Organismus der Frau, die eine Menstruation auslösen, sind sehr komplex. Beteiligt sind: Hirnrinde, Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns), Hirnanhangdrüse (Hypophyse), Eierstöcke, Gebärmutter.

Hygiene während der Menstruation

Das ausfließende Regelblut stört das physiologische Scheidenmilieu. Keime, die Entzündungen hervorrufen, können deshalb während der Menstruation leicht in die Scheide einwandern. Daher ist besondere Sauberkeit und Vermeidung des Geschlechtsverkehrs während dieser Tage ratsam. Zum Auffangen des Blutes werden Binden, Tampons oder Menstruationstassen benutzt. Die Saugfähigkeit der Tampons ist begrenzt. Deshalb eignen sie sich nicht bei starken Regelblutungen oder bei Frauen mit einer Scheiden- oder Gebärmuttersenkung. Die Regelstärke wird an der Zahl der verbrauchten Binden oder Tampons pro Tag gemessen.

Die Regel kann durch geeignete Hormongaben verschoben oder völlig ausgeschaltet werden (Menolyse).

Blutungsanomalien - Menstruationsstörungen

Eine reguläre, ohne Beschwerden verlaufende Menstruationsblutung wird als Eumenorrhoe bezeichnet. Es gibt aber zahlreiche Zyklusstörungen, die von diesen Regelmäßigkeiten stark abweichen - wie z.B. die Menorrhagie, Brachymenorrhoe, Hypermenorrhoe, Hypomenorrhoe, Polymenorrhoe, Oligomenorrhoe, Amenorrhoe. Die Dysmenorrhoe ist keine Blutungs- sondern eine Befindlichkeitsstörung.

Menstruation und Hormone

Die hormonellen Vorgänge im Organismus der Frau, die eine Menstruation auslösen, sind sehr komplex. Beteiligt sind: Hirnrinde, Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns), Hirnanhangdrüse (Hypophyse), Eierstöcke, Gebärmutter.

Die Hirnrinde spielt insofern eine Rolle, als das Ausbleiben der Regel  (Amenorrhoe) oder Zyklusstörungen durch äußere Einflüsse wie Stress, gravierende seelische Ereignisse und Konfliktsituationen hervorgerufen werden können.

Im Hypothalamus werden Releasing- (Freigabe- oder Freisetzungs-) Hormone (gnRH = Gonadotropin releasing hormone) gebildet, die für den normalen Menstruationszyklus von grundsätzlicher Bedeutung sind.

Im Hypophysenvorderlappen bewirken sie die Produktion (Synthese) von den Gonadotropinen: das follikelstimulierende Hormon (FSH), das luteinisierendes Hormon (LH) und das Prolaktin (Hauptsächlich für die Milchbildung während der Schwangerschaft und die Unterhaltung des Milchflusses im Wochenbett verantwortlich) angeregt.

In den Eierstöcken erfolgt unter dem Einfluss des FSH die Ei-(Follikel-)reifung bis nahe dem Eisprung. Dazu werden besonders Östrogene gebildet. Sie steigen ständig an und bewirken die Reifung der Follikel (Änderung der Struktur und Wachstum), in denen sich die Eizellen befinden. Die Follikelphase dauert bei einem 28-Tage-Zyklus vom 1. bis 12. oder 14.Zyklustag. Das LH steigt unmittelbar vor dem Eisprung steil an und löst den Eisprung (Ovulation) aus (12. - 14. Zyklustag): Der reife Follikel platzt, die Eizelle wird herausgespült und vom Eileiter (Tube) aufgenommen. Manche Frauen spüren den Eisprung durch einen leichten Schmerz im Unterbauch (Mittelschmerz). Normalerweise wird immer nur eine Eizelle zur Befruchtung bereitgestellt. Nach dem Eisprung schließt sich der Follikel wieder. In diesen Hohlraum lagern sich gelbliche Pigmentzellen ein. Deshalb heißt dieses Gebilde Gelbkörper(Corpus luteum). Der Zeitraum bis zur nächsten Regel ist die Gelbkörperphase. Sie dauert vom Eisprung (12./14.Zyklustag) bis zum 28. Zyklustag. Im Gelbkörper wird nun vermehrt Progesteron gebildet. Die Körpertemperatur steigt dadurch um 0,3 - 0,6 Grad C (das wird bei der Basaltemperaturmessung ausgenutzt). Progesteron dient in erster Linie dem Erhalt einer möglichen Schwangerschaft. Tritt keine Schwangerschaft ein, geht der Gelbköper zugrunde und die Hormonbildung wird weitgehend eingestellt.

In der Gebärmutter führt das zu einer Abbruchblutung (= Regel). Die Schleimhaut wird abgestoßen (Dequamation). Dies ist die letzte Phase des Menstruationszyklus. Nach Regeneration der Gebärmutterwunde wird eine neue Schleimhaut aufgebaut (Proliferation = Proliferationsphase), nach dem Eisprung zur eventuellen Aufnahme einer befruchteten Eizelle umgebaut (Sekretion = Sekretionsphase), und, falls keine Schwangerschaft eintritt, wieder abgebaut = nächste Regelblutung.

Schmierblutung

So nennt man eine Blutung mit wenig braunem Blut, die kurz vor der Menstruation, in der Zyklusmitte oder nach dem Eisprung auftreten kann.

Ursache einer Schmierblutung

Die Ursache der Schmierblutung kann vielfältig sein: Eine kleine Verletzung der Schleimhaut oder eine Hormonstörung wie zum Beispiel eine kurze Gelbkörperphase.

Diagnose der Schmierblutung

Abhängig von der Häufigkeit der Schmierblutungen und davon, ob z.B. Kinderwunsch besteht, wird die Ärztin zunächst die Krankengeschichte erheben. In einer gynäkologischen Untersuchung werden gegebenenfalls anatomische Veränderungen erfasst. Bei Verdacht auf Hormonstörungen werden über Blut und Urin Hormonanalysen vorgenommen. Es ist sinnvoll, dass die Betroffenen einige Monate genau die Blutungshäufigkeit, Blutungsstärke, Schmerzen, Zwischenblutungen und Eisprung notieren.

Zwischenblutungen

So nennt man jegliche Blutung aus der Scheide, die außerhalb der normalen Menstruationsblutung auftritt. Die Zwischenblutung unterscheidet sich von der Menstruationsblutung u.a. dadurch, dass sie eine bräunliche Schmierblutung ist. Die Zwischenblutung kann verschiedene Ursachen haben:

Zyklusstörungen aufgrund von Hormonstörungen

  • Ovulationsblutung
    Diese Blutung ist leicht und harmlos und findet zur Zeit des Eisprungs statt. In einem normalen Zyklusablauf fällt das Hormon Östrogen kurz nach dem Eisprung deutlich ab. So ein Abfall der Hormonwerte kann eine kurze Blutung auslösen.

  • Schmierblutungen unter Einnahme der Antibabypille
    Solche Blutungen kommen häufiger dann vor, wenn die Pille einen niedrigen Östrogenanteil hat.

Verletztes Gefäß

  • Die Blutung, die aufgrund eines verletzten Gefäßes (zum Beispiel der Vagina) stattfindet, ist meist eine hellrote Blutung. Sie kann zum Beispiel nach dem Geschlechtsverkehr auftreten. Falls solch eine Blutung auftritt, sollten Sie Ihren Arzt bitten, nachzuschauen, ob alles in Ordnung ist.

  • Schmierblutung nach der Menopause: Frauen in den Wechseljahren sollten jede blutige Absonderung aus der Scheide ernst nehmen. Sie sollten in jedem Fall Ihren Arzt bitten, die Ursache zu klären.

Einnistungsblutung (Implantationsblutung)

  • Durch die Einnistung eines Embryos in der Gebärmutterschleimhaut eröffnen sich mütterliche Blutgefäße. Normalerweise geschieht dies unbemerkt. Diese Einnistung kann jedoch auch stärker bluten und dann nach außen sichtbar werden.

Autor: 9monate.de
Letzte Aktualisierung: 08. Mai 2013

Drucken Als E-Mail versenden
Beiträge im Forum "Frauengesundheit"
Neuste Artikel in dieser Rubrik
Eineiige Zwillinge
Zyklus & Fortpflanzung

Eineiige Zwillinge sind Zwillinge, die aus einer befruchteten Eizelle entstehen, welche sich später vollständig teilt. Eineiige Zwillinge verfügen über die gleichen Erbanlagen sind sehen daher identisch aus. Mehr...

Progesteron
Zyklus & Fortpflanzung

Progesteron ist eines der wichtigsten weiblichen Sexualhormone (Androgene). Progesteron gehört zur Gruppe der Gestagene und sorgt in erster Linie für den Erhalt einer Schwangerschaft. Mehr...

Trijodthyronin (T3)
Zyklus & Fortpflanzung

Das Hormon Trijodthyronin (T3) wird überwiegend aus Thyroxin (T4) gebildet und nur ein geringer Teil entsteht in der Schilddrüse. Mehr...

Weitere interessante Themen
  • TestosteronTestosteron

    Testosteron ist ein Sexualhormon (Androgen), das in erster Linie für die Ausbildung männlicher Geschlechtsorgane und -merkmale sowie die Reifung von Samenzellen verantwortlich ist.... Mehr...

  • KeimzellenKeimzellen

    Keimzellen (Gameten) bezeichnen die Geschlechtszellen von Mann und Frau, also Spermien und Eizellen. Reife Keimzellen besitzen im Gegensatz zu anderen Körperzellen einen einfachen... Mehr...

  • Menopausen-Gonadotropin (hMG)Menopausen-Gonadotropin (hMG)

    Das Menopausengonadotropin (hMG) ist eine Kombination aus den beiden Hormonen FSH (follikelstimulierendes Hormon) und LH (luteinisierendes Hormon). Mehr...

Zum Seitenanfang