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Freitag, 24. Februar 2017
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Bewegungsmangel bei Kindern

Bewegungsmangel bei Kindern
Spielerisch gegen den Bewegungsmangel bei Kindern vorgehen
Getty Images/iStockphoto

Übergewicht und Bewegungsmangel bei Kindern ist ein Teufelskreis. Übergewichtige Kinder haben es, im wahrsten Sinne des Wortes, schwer. Sie erfahren häufig nicht nur den Spott und die Ablehnung durch andere Kinder aufgrund ihrer Körperfülle, sondern sind im Bewegungsablauf oft tollpatschig und haben Mühe beim Hüpfen und Springen.

Hinzu kommen die Neid- und Minderwertigkeitsgefühle gegenüber schlanken Altersgenossen und meistens auch noch das schlechte Gewissen wegen des ständigen "Zuvielessens".

Übergewichtige Kinder sind häufiger allein

Übergewichtige Kinder und Jugendliche haben oft wenig Freunde, stehen selten im Mittelpunkt der Klasse und zeigen Schulleistungen, die häufig unter ihrer intellektuellen Begabung liegen. Auch auf sportlichem Gebiet trauen sie sich nichts zu und gelten meistens als ängstlich und zurückhaltend. Ausbleibende sportliche und schulische Erfolgserlebnisse führen zu einer fortschreitenden Isolierung, denn viele Kinder ziehen sich immer mehr in sich zurück.

Der Teufelskreis beginnt

Das verführt sie immer wieder dazu, durch ständiges Essen zur Ersatzbefriedigung zu greifen. Der Zeiger auf der Waage wandert natürlich konstant weiter nach oben und die Kinder bewegen sich immer weniger. Die Kinder befinden sich in einem Teufelskreis, die Ablehnung, die sie durch ihr Umfeld infolge ihres Übergewichts erfahren, verstärkt ihre passive und resignierte Haltung. Das zunehmende Gewicht führt zu weiterer sozialer Absonderung und die Kinder finden sich mit der scheinbaren Ausweglosigkeit ihres Schicksals ab und "trösten" sich mit noch mehr Essen.

Einfluss des Lebensstils

Auslösender Faktor für das Entstehen eines Übergewichtes im Kindesalter sind außer unkontrollierten Essgewohnheiten also vor allem ein passiver "energiesparender" Lebensstil, der vor allem von Fernsehen, Gameboy, Video, Computer und mangelnder Bewegung gesteuert wird. Dicke Kinder trauen sich meistens gar nicht mehr, mit anderen draußen herum zu toben.

Rolle der Eltern

Eltern können eine Menge von dem abfangen, was einem kleinen Dicken von außen an Verachtung und Ablehnung wiederfährt. Solange das Kind spürt, dass es wenigstens zu Hause akzeptiert und bedingungslos geliebt wird, schmettern es die hässlichen Bemerkungen meistens nicht völlig nieder.
Schwierig wird es, wenn sich die Eltern jedoch auf die Seite der Kritiker schlagen und ebenfalls gegen die überflüssigen Pfunde hetzen. Je ausdauernder sie ihrem Kind erzählen, wie dick es ist, desto mehr setzt sich in diesem natürlich die Überzeugung fest, ein abstoßendes Erscheinungsbild zu besitzen. Das Kind verachtet seinen Körper, bei manchen Dicken wächst sich dieser Widerwille zu einem regelrechten Selbsthass aus. Sie hassen ihre Gestalt, die Unmöglichkeit, aus diesem Körper heraus zu kommen, alles an sich selbst, was auch andere als hässlich an ihnen registrieren: ein Gefühl, mit dem es sich nur schwer leben lässt.
Auch die Schwäche, den Verlockungen des Essen nicht widerstehen zu können, ist eine große Kränkung für das kindliche Ego. Es schämt sich vor sich selbst, weil es ständig wieder schwach wird und versucht ständig, gegen seine Willensschwäche und Resignation anzukämpfen. Dieser Kampf ist natürlich immer eine schwere innere Belastung für das Kind, zumal er meistens frustrierend mit einer neuen "Fressorgie" endet.

Bewegungstipps für die ganze Familie

Übergewichtige Kinder brauchen wie bei der Umstellung ihrer Essgewohnheiten auch bei der Änderung ihrer Bewegungsgewohnheiten die Unterstützung von Eltern und/oder anderen wichtigen Bezugspersonen (zum Beispiel ältere Geschwister, Freunde, Erzieher und Lehrer). Hierbei ist es wichtig, dass das Kind immer wieder ermutigt wird, körperlich aktiv zu sein. Ziel ist es, ihm zu zeigen, dass Bewegung genauso viel Spaß macht wie fernsehen oder ein gutes Essen.

Tipps für den Alltag

  • Platz
    Schaffen Sie in Ihrem Wohnraum Platz zum Toben und Bewegen.

  • Auto stehen lassen
    Lassen Sie Ihr Kind möglichst viel zu Fuß gehen und Rad fahren.

  • Bewegungsförderndes Spielzeug
    Schenken Sie Ihrem Kind Dinge, die bewegungsfördernd sind, zum Beispiel einen Hüpfball, Stelzen, ein Springseil, ein Einrad, Inline-Skates oder ein Kickboard.

  • Fernsehen
    Schränken Sie fernsehen und Computerspiele ein - legen Sie ein tägliches/wöchentliches Limit fest oder erlauben Sie diese Tätigkeiten als Belohnung (an Stelle von Süßigkeiten) für bewältigte Aufgaben.

  • Helfen im Haushalt
    Lassen Sie Ihr Kind ruhig öfter mal im Haushalt helfen - Müll raustragen, Staubsaugen oder die Spülmaschine ausräumen sind auch körperliche Aktivitäten!

  • Sportverein
    Melden Sie Ihr Kind in einem Sportverein an - besonders Mannschaftssportarten können bei Kindern die Teamfähigkeit, Disziplin und das Selbstwertgefühl enorm steigern. Zwingen Sie Ihr Kind jedoch nicht, wenn es dies nicht möchte - möglicherweise hat es Angst, wegen seinem Übergewicht gehänselt zu werden.

  • Vorbild
    Wenn Sie selber schon Sport treiben, lassen Sie Ihr Kind an Ihrem Programm teilnehmen. Seien Sie ein Vorbild!

  • Lob
    Loben Sie Ihr Kind für körperliche und geistige Leistungen - auch wenn diese in Ihren Augen noch so klein sind!

Setzen Sie diese Tipps jetzt in die Tat um - Sie werden Ihrem Kind damit helfen, sich langsam an mehr Bewegung zu gewöhnen, ohne es zu überfordern.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 30. November 2015

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