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Follikelstimulierendes Hormon (FSH)

Das follikelstimulierende Hormon (FSH) ist für die Eizellreifung verantwortlich

Das follikelstimulierende Hormon (FSH) ist für die Eizellreifung verantwortlich
(Foto: Fotosearch)

Das follikelstimulierende Hormon (FSH) ist ein nicht geschlechtsspezifisches Hormon, das von der Hirnanhangdrüse produziert wird und bei der Frau für die Eizellreifung verantwortlich ist. Bei Männern regt es gemeinsam mit dem luteinisierenden Hormon (LH) die Spermienbildung an.

Hormonelles Regelsystem

Bei Frauen wird das follikelstimulierende Hormon hauptsächlich in der ersten Hälfte des Zyklus ausgeschüttet. Unter seinem Einfluss wachsen zu Beginn eines Zyklus etwa 20 Eibläschen heran, die Östrogen produzieren. Wenn eine bestimmte Östrogenkonzentration im Blut erreicht ist, schüttet die Hirnanhangdrüse wieder weniger follikelstimulierendes Hormon aus. Dadurch bekommt nur noch ein Eibläschen, der sogenannte Leitfollikel, ausreichend follikelstimulierendes Hormon und kann weiter heranreifen. Die anderen Eibläschen werden abgebaut. Wenn sich ausnahmsweise zwei oder drei Eibläschen weiter entwickeln und beim Eisprung springen und dann befruchtet werden oder sich eine befruchtete Eizelle vollständig halbiert, entstehen Zwillinge bzw. Mehrlinge.

Bei Männern regt das follikelstimulierende Hormon die Neuproduktion von Samenzellen im Hoden an.

FSH-Mangel und Therapie

Verminderte FSH-Werte weisen auf eine Unterfunktion der Hirnanhangdrüse hin. Wird zuwenig oder gar kein follikelstimulierendes Hormon (FSH) produziert, und ist dies als Grund für eine Unfruchtbarkeit erkannt, so kann ein chemisch hergestellter Stoff, der ebenso wie das Hormon die Stimulation der Eierstöcke bewirkt, verabreicht werden. Bei einer Hormonbehandlung wegen Unfruchtbarkeit kann es durch das FSH zur einer vermehrten Eizellreifung kommen. Bei Frauen, die dazu neigen, viele und zu kleine Eibläschen zu bilden, kann es zu einer Überstimulation kommen und es muss mit Mehrlingsschwangerschaften gerechnet werden. Die ärztliche Kontrolle ist bei einer Hormonbehandlung unerlässlich.

Was haben zu hohe FSH-Werte zu bedeuten?

Zu hohe FSH-Werte im Blut weisen bei der Frau zusammen mit erhöhten LH-Werten auf schwach funktionierende Eierstöcke hin. Die Frau kann bereits in den Wechseljahren sein oder diese stellen sich langsam ein. Bei Männern bedeuten erhöhte FSH-Werte, dass die Hoden an einer Unterfunktion leiden.

Referenzwerte FSH

Bei den Referenzwerten für FSH sollte beachtet werden, dass diese je nach Labor von den hier genannten abweichen können. Ergebnisse sollten immer von dem behandelnden Arzt ausgewertet und beurteilt werden.

Follikelphase 2,0 - 17,7 mlU/ml
Eisprung 3,1 - 28,9 mlU/ml
Corpus-luteum-Phase 1,8 -11,7 mlU/ml
Postmenopause 22,9 - 167 mlU/ml

Quellen:
Diedrich, K. et al. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. Springer, Heidelberg 2007
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, Berlin 2007
Prof. Dr. med. Seelig, H.-P., Meiners, M.: Laborwerte klar und verständlich. Gräfe und Unzer Verlag, München 2010

 

Autor: Miriam Funk 
Letzte Änderung am: 04.01.2012
 
 
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