Follikelstimulierendes Hormon (FSH)

Das follikelstimulierende Hormon (FSH) ist ein nicht geschlechtsspezifisches Hormon, das von der Hirnanhangdrüse produziert wird und für die Eizellreifung verantwortlich ist.

Hormonelles Regelsystem
Bei Frauen wird das follikelstimulierende Hormon hauptsächlich in der ersten Hälfte des Zyklus ausgeschüttet. Unter seinem Einfluss wachsen zu Beginn eines Zyklus etwa 20 Eibläschen heran, die Östrogen produzieren. Wenn eine bestimmte Östrogenkonzentration im Blut erreicht ist, schüttet die Hirnanhangdrüse wieder weniger follikelstimulierendes Hormon aus. Dadurch bekommt nur noch ein Eibläschen, der sogenannte Leitfollikel, ausreichend follikelstimulierendes Hormon und kann weiter heranreifen. Die anderen Eibläschen werden abgebaut. Wenn sich ausnahmsweise zwei oder drei Eibläschen weiter entwickeln und befruchtet werden oder sich eine befruchtete Eizelle vollständig halbiert, entstehen Zwillinge bzw. Mehrlinge.

Bei Männern regt das follikelstimulierende Hormon die Neuproduktion von Samenzellen im Hoden an.

FSH-Mangel und Therapie
Wird zuwenig oder gar kein follikelstimulierendes Hormon (FSH) produziert, und ist dies als Grund für eine Unfruchtbarkeit erkannt, so kann ein chemisch hergestellter Stoff, der ebenso wie das Hormon die Stimulation der Eierstöcke bewirkt, verabreicht werden. Bei einer Hormonbehandlung wegen Unfruchtbarkeit kann es durch das FSH zur einer vermehrten Eizellreifung kommen. Bei Patientinnen, die dazu neigen, viele und zu kleine Eibläschen zu bilden, kann es zu einer Überstimulation kommen und es muss mit Mehrlingsschwangerschaften gerechnet werden.

Referenzwerte (nach Labor Prof. Leidenberger, Hamburg)

Follikelphase 1,06 - 10,6 mIE/ml
Mitzyklus 7,6 - 27,6 mIE/ml
Lutealphase 0,9 - 8,3 mIE/ml
Postmenopause 31,6 - 88,9 mIE/ml
 

Autor: Qualimedic.com AG 
Letzte Änderung am: 01.04.2008