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Dienstag, 17. Oktober 2017
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Billingsmethode

Billingsmethode
Bei Anwendung der Billingsmethode wird die Beschaffenheit des Zervixschleims während des Zyklus beobachtet
Getty Images/iStockphoto

Die Billingsmethode ist eine Methode der Natürlichen Familienplanung (NFP). Dabei wird der Zervixschleim im Zyklus untersucht, um Aussagen über die fruchtbaren Tage treffen zu können.

Vor allem aufgrund der Billigung der katholischen Kirche spielt weltweit die Methode der periodischen Enthaltsamkeit eine besondere Rolle. Die praktische Anwendung beruht auf der Annahme einer verwertbaren Periodizität von Fruchtbarkeit und Unfruchtbarkeit während des Zyklus der Frau. Die entscheidenden biologischen Voraussetzungen für eine solche Periodizität sind:

  • zeitliche beschränkte Befruchtungsfähigkeit von Eizelle (etwa 12 Stunden) und Spermien (etwa 3 Tage)
  • nur ein Eisprung pro Zyklus
  • Bestimmbarkeit des Eisprungtermins.

Die zeitliche Beschränkung der Befruchtungsfähigkeit der Keimzellen ist nachgewiesen, dass es pro Zyklus nur einen Eisprungtermin gibt, ist auch bekannt. Für die praktische Anwendung der periodischen Enthaltsamkeit ist es von entscheidender Bedeutung, ob und wie der Termin für den Eisprung bestimmt werden kann.

Entstehung der Billingsmethode

Die Billingsmethode wurde 1953 nach dem Ärzteehepaar Dr. Billings in Melbourne benannt. Die Methode basiert auf der Beobachtung des Zervixschleims zur Bestimmung der fruchtbaren und unfruchtbaren Tage einer Frau. Da zunehmend mehr Frauen die natürliche Empfängnisregelung dem hormonellen Eingriff vorziehen, wird die Billingsmethode immer beliebter.

Die Schleimhaut im Zervixbereich bildet natürliche Absonderungen (Zervixschleim), die sich im Zyklusverlauf verändern. Diese Veränderungen kann jede Frau selbst feststellen und daraus ableiten, in welchem Stadium des Zyklus sie sich befindet.

Untersuchung des Zervixschleims

Über einen längeren Zeitraum hinweg muss die Frau hierzu die Schleimabsonderungen, die aus der Scheide austreten, genau überprüfen. Mit Hilfe eines Papiertaschentuchs oder auch mit den Fingerspitzen lässt sich feststellen, ob Schleim aus der Scheide austritt und welche Beschaffenheit er hat. Das Spektrum der Beschaffenheit geht von glasklar durchsichtig über farblos milchig-trüb bis hin zu weiß oder gelblich. Auch Konsistenzunterschiede wie dünnflüssig, zäh oder leicht fädenziehend können festgestellt werden.

An den Tagen direkt nach der Menstruation lässt sich meist keine Schleimabsonderung feststellen.

Um die Zeit des Eisprungs produzieren die Zervixdrüsen Schleim, der anfangs von dicker Konsistenz ist und in den folgenden Tagen rohem Hühnereiweiß immer ähnlicher wird. Der letzte Tag, an dem der Schleim schlüpfrig ist, heißt Höhepunkt. Zum Zeitpunkt des Eisprungs, also in der fruchtbaren Phase, ist der Zervixschleim meist glasklar und zieht stark Fäden.

Einige Tage nach dem Eisprung wird die Beschaffenheit der Zervixschleims häufig klumpiger. Die Fähigkeit, Fäden zu ziehen, lässt nach. Allgemeine Regeln, wie die Beschaffenheit des Zervixschleims an den einzelnen Stationen des Monatszyklus sein muss oder sollte, lassen sich aber nicht aufstellen. Jede Frau muss über mehrere Monate ihren Zervixschleim selbst kontrollieren, um ihre individuelle Rhythmik festzustellen.

Mögliche Verfälschungen

Durch die Anwendung chemischer Verhütungsmittel, durch Vaginalzäpfchen und durch einen Samenerguss in der Scheide kann die natürliche Beschaffenheit des Zervixschleims verändert werden. Diese Umstände sollten bei der Interpretation der Selbstkontrolle beachtet werden.

Technische Hilfsmittel

Mit Hilfe von Geräten wie Cycle View oder Bio-Tester, die in Apotheken angeboten werden, können Veränderungen des Zervixschleimes vergrößert und besser analysiert werden. In jedem Fall sollten die Veränderungen dokumentiert werden.

Der Pearl-Index zur Beurteilung der Sicherheit von Empfängnisverhütungsmitteln und -methoden beträgt für die Billingsmethode 20.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 21. März 2017

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