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Weiblicher Zyklus

Menstruation & Co.: Welche Blutung ist normal?

Häufigste Ursache für vaginale Blutungen ist die Menstruation, die ein Großteil der geschlechtsreifen Frauen regelmäßig erlebt. Außerhalb der Regel ist die häufigste Ursache eine Zyklusstörung. Was alles hinter Zwischen- und Schmierblutungen steckt und was dir helfen kann!

Blutungen, Menstruation und Menstruationsstörungen
© GettyImages/bymuratdeniz

Artikel-Inhalte im Überblick:

Hilfe gegen Regelschmerzen: Das lindert Beschwerden

Die normale Regelblutung: Eumenorrhoe

Die erste Menstruation (Menstruationsblutung, Regel, Regelblutung, Periode, Monatsblutung) signalisiert den Beginn der Geschlechtsreife einer jungen Frau und wird als Menarche bezeichnet. Das Menarchealter liegt um das 12. (10.-14.) Lebensjahr. Jede Frau erlebt während der Geschlechtsreife etwa 400 Menstruationen. Der Körper der Frau wird in diesen Monaten auf eine mögliche Schwangerschaft vorbereitet. Anfangs erfolgt jedoch meist noch kein Eisprung (Ovulation), sondern der stabile Menstruationszyklus pendelt sich erst langsam ein (Zyklus = Kreis = das gleiche Hormonmuster wiederholt sich etwa alle 28 Tage). Deshalb besteht anfangs relative Sterilität. Die letzte regelrechte Menstruation (Beginn der Menopause = Wechseljahre) zeigt sich um das 50. Lebensjahr.

Zykluslänge, Beginn und Dauer der Menstruation

Die Zykluslänge ist die Zeitspanne zwischen zwei Menstruationsblutungen und beginnt am ersten Blutungstag und endet mit Beginn der nächsten Blutung - unabhängig von der Länge der Blutung. Gerechnet wird der 1. Tag, an dem richtig rotes Blut zu sehen ist - Schmierblutungen werden hier nicht als Blutungsbeginn gezählt.

Die Dauer der Menstruation liegt in der Regel zwischen vier und sechs Tagen; die Stärke ist individuell verschieden. Durchschnittlich verliert die Frau während der Menstruation zwischen etwa 60 und 80 ml Blut. Das Blutungsmaximum liegt am zweiten Tag.

Das Blut gerinnt nicht, weil es fibrinolytische Enzyme enthält. Die Wirkung ist auf die Gebärmutter beschränkt. Der übrige Blutkreislauf wird dadurch nicht beeinflusst.

Hormonelle Steuerung der Menstruation

Die hormonellen Vorgänge im Organismus der Frau, die eine Menstruation auslösen, sind sehr komplex. Beteiligt sind Hirnrinde, Hypothalamus (Teil des Zwischenhirns), Hirnanhangdrüse (Hypophyse), Eierstöcke und Gebärmutter.

Die Hirnrinde spielt insofern eine Rolle, als das Ausbleiben der Regel  (Amenorrhoe) oder Zyklusstörungen durch äußere Einflüsse wie Stress, gravierende seelische Ereignisse und Konfliktsituationen hervorgerufen werden kann.

Im Hypothalamus werden Releasing-(Freigabe- oder Freisetzungs-)Hormone (gnRH = Gonadotropin releasing hormone) gebildet, die für den normalen Menstruationszyklus von grundsätzlicher Bedeutung sind.

Im Hypophysenvorderlappen bewirken sie die Produktion (Synthese) der gnRH: das follikelstimulierende Hormon (FSH), das luteinisierendes Hormon (LH) und das Prolaktin (hauptsächlich für die Milchbildung während der Schwangerschaft und die Aufrechterhaltung des Milchflusses verantwortlich) angeregt.

In den Eierstöcken erfolgt unter dem Einfluss des FSH die Follikelreifung bis nahe dem Eisprung. Dazu werden besonders Östrogene gebildet. Sie steigen ständig an und bewirken die Reifung der Follikel, in denen sich die Eizellen befinden. Die Follikelphase dauert bei einem 28-Tage-Zyklus vom 1. bis 12. oder 14. Zyklustag. Das LH steigt unmittelbar vor dem Eisprung steil an und löst die Ovulation aus (12. - 14. Zyklustag): Der reife Follikel platzt, die Eizelle wird herausgespült und vom Eileiter (Tube) aufgenommen. Manche Frauen spüren das Aufspringen des Follikels durch einen leichten Schmerz im Unterbauch zur Zyklusmitte, den Mittelschmerz.

Normalerweise wird immer nur eine Eizelle zur Befruchtung bereitgestellt. Nach der Ovulation schließt sich der Follikel wieder. In diesen Hohlraum lagern sich gelbliche Pigmentzellen ein. Deshalb heißt dieses Gebilde Gelbkörper(Corpus luteum). Der Zeitraum bis zur nächsten Regel ist die Gelbkörperphase. Sie dauert vom Eisprung (12./14.Zyklustag) bis zum 28. Zyklustag. Im Gelbkörper wird nun vermehrt Progesteron gebildet. Die Körpertemperatur steigt dadurch um 0,3 - 0,6 Grad C (das wird bei der Basaltemperaturmessung ausgenutzt). Progesteron dient in erster Linie dem Erhalt einer möglichen Schwangerschaft. Kam es zu keiner Befruchtung, geht der Gelbkörper zugrunde und die Hormonbildung wird weitgehend eingestellt.

In der Gebärmutter führt das zu einer Abbruchblutung (= Regel). Die Gebärmutterschleimhaut wird abgestoßen (Dequamation). Dies ist die letzte Phase des Menstruationszyklus. Nach Regeneration der Gebärmutterwunde wird eine neue Schleimhaut aufgebaut (Proliferation = Proliferationsphase), nach dem Eisprung zur eventuellen Aufnahme einer befruchteten Eizelle umgebaut (Sekretion = Sekretionsphase), und, falls keine Schwangerschaft eintritt, wieder abgebaut. Die Gebärmutterschleimhaut tritt dann als nächste Regelblutung aus dem weiblichen Körper aus.

Schwanger trotz Blutung?

Die Menstruation tritt in jedem Zyklus nur dann ein, wenn keine Schwangerschaft vorliegt. Das Ausbleiben der Menstruation kann daher als erster Hinweis auf eine Schwangerschaft gelten. Es wird medizinisch als Amenorrhoe bezeichnet.

Tritt die Blutung während einer Schwangerschaft ein, so zeigt der Zeitpunkt und die Stärke der Blutung, ob es sich möglicherweise um ein gefährliches Anzeichen handelt. Ein Arztbesuch ist dann in jedem Fall sinnvoll. Eine leichte Schmierblutung zur Zeit der Einnistung ist harmlos, während bei einer stärkeren Blutung sofort geklärt werden sollte, ob es sich um eine harmlose oder um eine behandlungsbedürftige Blutung handelt, die möglicherweise ein Hinweis auf eine Fehlgeburt ist.

Blutungsanomalien: Was sind Menstruationsstörungen?

Eine reguläre, ohne Beschwerden verlaufende Menstruationsblutung wird als Eumenorrhoe bezeichnet. Es gibt aber zahlreiche Zyklusprobleme, die von diesen Regelmäßigkeiten stark abweichen. Dazu zählen etwa die Menorrhagie, Brachymenorrhoe, Mehr über die verschiedenen Zyklusstörungen hier nachlesen!, Hypomenorrhoe, Polymenorrhoe, Oligomenorrhoe, Amenorrhoe. Diese Fachbegriffe bezeichnen eine zu starke oder schwache, lange oder kurze, häufige oder seltene Periode oder aber ihr gänzliches Ausbleiben. Die Dysmenorrhoe (Regelschmerzen) ist keine Blutungs-, sondern eine Befindlichkeitsstörung.

Mehr über die verschiedenen Zyklusstörungen hier nachlesen!

Schmierblutung

So nennt man eine Blutung mit wenig braunem Blut, die kurz vor der Menstruation, in der Zyklusmitte oder nach dem Eisprung auftreten kann. Die Ursache der Schmierblutung kann vielfältig sein: Eine kleine Verletzung der Schleimhaut oder eine Hormonstörung wie zum Beispiel eine kurze Gelbkörperphase.

Diagnose der Schmierblutung

Abhängig von der Häufigkeit der Schmierblutungen und davon, ob Kinderwunsch besteht, wird der*die Arzt*Ärztin zunächst die Krankengeschichte erheben. In einer gynäkologischen Untersuchung werden gegebenenfalls anatomische Veränderungen erfasst. Bei Verdacht auf Hormonstörungen werden über Blut und Urin Hormonanalysen vorgenommen. Es ist sinnvoll, dass die Betroffenen einige Monate genau die Blutungshäufigkeit, Blutungsstärke, Schmerzen, Zwischenblutungen und Eisprungtag notieren.

Zwischenblutungen

Als Zwischenblutung bezeichnet man jegliche Blutung aus der Scheide, die außerhalb der Menstruationsblutung auftritt. Die Zwischenblutung unterscheidet sich von der Menstruationsblutung u.a. dadurch, dass sie eine bräunliche Schmierblutung ist und nicht hell- bis tiefrot. Die Zwischenblutung kann verschiedene Ursachen haben:

Zyklusstörungen aufgrund von Hormonstörungen

  • Ovulationsblutung: Diese Blutung ist leicht und harmlos und findet bei manchen Frauen zur Zeit des Eisprungs statt. In einem normalen Zyklusverlauf fällt das Hormon Östrogen kurz nach dem Eisprung deutlich ab. Solch ein Sinken der Hormonkonzentration kann eine kurze Blutung auslösen.

  • Schmierblutungen unter Einnahme der Antibabypille: Solche Blutungen kommen häufiger dann vor, wenn die Pille einen niedrigen Östrogenanteil hat.

  • Schmierblutung nach der Menopause: Frauen in den Wechseljahren sollten jede blutige Absonderung aus der Scheide ernst nehmen. Die Ursache sollte in jedem Fall ärztlich abgeklärt werden.

Verletztes Gefäß

Die Blutung aufgrund eines verletzten Gefäßes (zum Beispiel in der Vagina) ist meist von hellroter Farbe (Kontaktblutung). Sie kann zum Beispiel nach dem Sex vorkommen. Falls solch eine Blutung auftritt, sollte die Frau in ihrer gynäkologischen Praxis nachschauen lassen, ob alles in Ordnung ist.

Einnistungsblutung (Implantationsblutung)

Durch die Einnistung eines Embryos in der Gebärmutterschleimhaut eröffnen sich mütterliche Blutgefäße. Normalerweise geschieht dies unbemerkt. Diese Einnistung kann jedoch auch stärker bluten und dann nach außen sichtbar werden.

Hygiene während der Menstruation

Das ausfließende Regelblut stört das physiologische Scheidenmilieu. Keime, die Entzündungen hervorrufen, können deshalb während der Menstruation leichter in die Scheide einwandern. Zum Auffangen des Blutes werden Binden, Tampons, Menstruationstassen oder -schwämmchen benutzt. Die Regelstärke wird an der Zahl der verbrauchten Binden oder Tampons pro Tag gemessen. Die Regel kann durch geeignete Hormongaben verschoben oder völlig ausgeschaltet werden (Menolyse), wie es etwa beim Langzyklus mancher Antibabypillen der Fall ist.

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