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Wichtig für die Fruchtbarkeit

LH (Luteinisierendes Hormon): Aufgaben und Normwerte

Das luteinisierende Hormon, kurz LH, wird in der erbsengroßen Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) produziert und erfüllt im weiblichen Zyklus wichtige Aufgaben. Aber auch für die männliche Fruchtbarkeit ist LH unabdingbar.

Luteinisierendes Hormon (LH)
© GettyImages/Yoshiyoshi Hirokawa

LH gehört zusammen mit FSH und hCG zur Gruppe der Gonadotropine – das sind Hormone, die unmittelbare Wirkung auf die Keimdrüsen entfalten. Männer und Frauen haben unterschiedliche Gonadotropin-Blutspiegel, da die Hormone je nach Geschlecht verschiedene Aufgaben erfüllen. In jedem Fall ist LH wichtig für die Bildung der Geschlechtshormone (Androgene wie Testosteron bei Männern und Östrogene bei Frauen).

Artikel-Inhalte im Überblick:

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Aufgaben von LH bei Frauen und Männern

Das luteinisierende Hormon (LH) ist ein nicht geschlechtsspezifisches Hormon. Es ist also im Körper von Männern und Frauen vorhanden, erfüllt dort aber jeweils unterschiedliche Aufgaben. Die Ausschüttung von LH wird jeweils durch das Hormon GnRH (Gonadotropin-Releasing-Hormon) stimuliert, das vom Hypothalamus im Zwischenhirn produziert wird. Beide Hormone steuern sich gegenseitig, denn eine hohe LH-Konzentration im Blut hemmt wiederum die Ausschüttung von GnRH.

Bei Männern regt LH die Bildung des männlichen Geschlechtshormons Testosteron an, welches in den sogenannten Leydig-Zwischenzellen der Hoden hergestellt wird. Das Gonadotropin LH ist zusammen mit FSH essentiell für die Spermienbildung und somit auch für die Zeugungsfähigkeit.

LH-Spiegel ist einen Tag vor dem Eisprung besonders hoch

Bei Frauen löst LH den Eisprung aus. Die Hirnanhangsdrüse schüttet große Mengen des luteinisierenden Hormons aus, wenn die Östrogenproduktion des heranreifenden Leitfollikels in der Mitte des Zyklus ihr Maximum erreicht hat und anzeigt, dass die Eizelle bald zur Befruchtung reif ist. Ungefähr 28 bis 32 Stunden nach der LH-Schwemme platzt das Eibläschen auf und setzt die Eizelle frei (Eisprung/Ovulation).

Nach dem Eisprung regt das LH die Zellen des geplatzten Follikels zur Bildung von Progesteron an. LH fördert also neben seiner Aufgabe als Eisprunghormon auch das Wachstum des sogenannten Gelbkörpers (Corpus luteum). Dieser Zellcluster produziert Progesteron, das für die Entstehung der Schwangerschaft und ihren Erhalt während der ersten Wochen wichtig ist. Ab etwa der 12. Schwangerschaftswoche übernimmt dann die Plazenta, der Mutterkuchen, diese Aufgabe.

Referenzbereich: Normale LH-Werte bei Mann und Frau

Die als physiologisch, also als normal, betrachteten LH-Konzentrationen im Blut schwanken bei Frauen deutlich mit dem weiblichen Zyklus, die höchsten Werte werden rund einen Tag vor dem Eisprung erreicht. Ein krankhaft erhöhter Prolaktinspiegel hemmt die Freigabe von LH und follikelstimulierendem Hormon (FSH).

Follikelphase

2,4 - 12,6 mIE/ml

Ovulationsphase (Zyklusmitte)

14 - 95,6 mIE/ml

Lutealphase

1 - 11,4 mIE/ml

Postmenopause

7,7 - 58,5 mIE/ml

Männer

1,7 - 8,6 mIE/ml

Warum sind die LH-Werte zu hoch oder niedrig?

Niedrigere LH-Werte als oben angeführt können neben Magersucht (Anorexie) auf gutartige Tumoren der Hypophyse hinweisen, aber auch auf chronisch-entzündliche Darmerkrankungen sowie Mukoviszidose. 

Höhere LH-Blutspiegel sind beispielsweise nach einer operativen Entfernung der Eierstöcke zu erwarten, aber auch das PCO-Syndrom (PCOS) führt zu einer vermehrten Freisetzung des Gonadotropins. Außerdem kommt das Turner-Syndrom als Ursache hoher LH-Werte infrage. Hierbei handelt es sich um eine Chromosomenanomalie, die unter anderem das Fehlen funktionierender Eierstöcke kennzeichnet.

Bei Männern weist ein erhöhter LH-Wert auf Schädigungen des Hodengewebes hin, beispielsweise durch Entzündungen, Tumoren, Zysten oder auch eine Chemo- beziehungsweise Strahlentherapie im Rahmen einer Krebsbehandlung.

LH-Tests: Wie Ovulationsteststreifen funktionieren

Dass die LH-Konzentration etwa zwölf bis 36 Stunden vor der Ovulation sprunghaft nach oben geht, macht man sich auch bei Eisprungtests zunutze: Diese werden bei Kinderwunsch angewendet, um den Zeitpunkt des Eisprungs und somit das fruchtbare Zeitfenster genauer einzugrenzen. Bei den Ovulationstests handelt es sich um einfache Urin-Tests zur Anwendung zu Hause, die den LH-Anstieg etwa 24 Stunden vor dem Eisprung anzeigen können. Mehr zu Ovulationstests hier lesen!

An den Blutwerten kann man die LH-Schwemme bereits 36 Stunden vor Stattfinden des Eisprungs ablesen, was beispielsweise in Kinderwunschkliniken praktisch ist. In der ärztlichen Praxis werden generell eher LH-Bluttests durchgeführt, um zum Beispiel hormonelle Störungen festzustellen oder der Ursache einer ungewollten Kinderlosigkeit oder einer verspäteten/zu frühen Pubertät auf die Spur zu kommen.

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