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OAT-Syndrom

Autor: Christian Fiala, Medizinautor | Miriam Funk, Medizinredakteurin
Letzte Aktualisierung: 12. Januar 2017

OAT-Syndrom ist die Kurzform von Oligo-Astheno-Teratozoospermie-Syndrom. Hierbei handelt es sich um die häufigste Fruchtbarkeitsstörung bei Männern, die für ungewollte Kinderlosigkeit verantwortlich ist.

OAT-Syndrom
Für viele Männer ist es ein harter Schlag, aber auch trotz OAT-Syndroms können die meisten ihren Kinderwunsch erfüllen
© iStock.com/Wavebreakmedia

Das OAT-Syndrom beschreibt eine verringerte Anzahl (oligo), verlangsamte Fortbewegung (astheno) und verminderte Qualität (terato) der Spermien betroffener Männer. Wenn bei Kinderwunsch mittels Spermiogramm das OAT-Syndrom festgestellt wird, kann je nach Schweregrad und Ursache eine entsprechende Therapie erfolgen.

Verschiedene Schweregrade beim OAT-Syndrom

Beim OAT-Syndrom werden drei Schweregrade unterschieden:

OAT I:  Zeugungsfähigkeit leicht beeinträchtigt

OAT 2: Zeugungsfähigkeit deutlich eingeschränkt

OAT 3: Zeugungsfähigkeit stark eingeschränkt

Was können die Ursachen für sein?

Unterschiedliche Ursachen können für ein OAT-Syndrom in Frage kommen. Hierzu zählen:

  • Störung der Spermienproduktion aufgrund von Fehllage der Hoden, etwa zurückgezogen in Richtung Bauchraum
  • Fehlentwicklung der Hoden
  • Krampfaderbruch (Varikozele)
  • Infektionen und Verletzungen
  • hormonelle Störungen wie Schilddrüsenunterfunktion, hormonaktive Tumoren der Nebennierenrinde
  • Verlegung der Samenwege, etwa durch Entzündung der Nebenhoden, Prostata oder Harnröhre hervorgerufen
  • wiederholter operierter Leistenbruch
  • Diabetes mellitus
  • Übergewicht
  • Fehlernährung
  • Stress
  • Alkohol, Nikotin, Drogen

Wie sehen Diagnostik und Therapie beim OAT-Syndrom aus?

Erstes Ziel beim OAT-Syndrom ist es, die mögliche Ursache herauszufinden und auszuschalten. Dies ist bei Varikozele oder Hoden in der Leistengegend manchmal möglich. Hormonuntersuchungen (FSH, LH oder Testosteron) sind ebenso möglich wie eine Untersuchung der Spermien. Zusätzlich kann das Hodengewebe nach einer Gewebeentnahme untersucht werden (Hodenbiopsie). Oftmals kann keine Ursache gefunden werden, jedoch können manchmal die Spermien durch verbesserte Ernährung und Verzicht auf Genussmittel erreicht werden. In den meisten Fällen bleibt nur der Weg der künstlichen Befruchtung mittels IVF/ICSI.

Angeborene sowie durch Entzündung oder Verletzung entstandene Verschlüsse der Samenwege kann man bei etwa der Hälfte der Betroffenen durch eine mikrochirurgische Operation wieder öffnen und damit die Zeugungsfähigkeit des Mannes operativ wiederherstellen.

Für den Fall, dass die Samenwege nicht wieder hergestellt werden können, gibt es seit einiger Zeit die Möglichkeit, Samenzellen auch direkt aus dem Hodengewebe (TESE = testikuläre Spermatozoenextraktion) oder Nebenhodengewebe (MESA = mirkochirurgische epididymale Spermatozoenaspiration) zu gewinnen.

Wie ist der Verlauf beim OAT-Syndrom?

Leider ist das Ergebnis bei Behandlungen des OAT-Syndroms oftmals enttäuschend, sodass die betroffenen Männer weiterhin als unfruchtbar gelten. Es sollte aber immer noch ein zweites Spermiogramm mit etwas zeitlichem Abstand zum Vergleich angefertigt werden, um sicher zu gehen, dass es sich nicht nur um eine Momentaufnahme handelt. Greifen alle Maßnahmen wie Ernährungsumstellung etc. nicht, bleibt letztendlich nur der Weg der künstlichen Befruchtung.

Autor: Christian Fiala, Medizinautor | Miriam Funk, Medizinredakteurin
Letzte Aktualisierung: 12. Januar 2017
Quellen

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