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Mittwoch, 23. Mai 2018
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Gynäkologischer Abstrich

Der gynäkologische Abstrich dient dem Frauenarzt zur Untersuchung von verschiedenen Sekreten und Geweben aus dem Genitalbereich der Frau. Es können Sekrete und Zellen aus der Harnröhre (Urethra), der Scheide (Vagina) und aus dem Zervixkanal (Gebärmutterhalskanal) mittels eines langen Wattestäbchens, einer kleinen Bürste oder eines Holzspatels entnommen werden.

Gynäkologischer Abstrich
Der Abstrich wird vom Gynäkologen unter dem Mikroskop untersucht
(c) iStockphoto/sturti

Der Arzt führt dazu ein Spekulum, einen Metallspatel, in die Scheide ein, um die Scheideninnenwand und den Gebärmutterhals einzusehen. Da dieser Vorgang leichte Schmerzen verursachen kann, kann es helfen, sich beim Abstrich zu entspannen.

Nachdem der Abstrich entnommen wurde, werden die Sekrete auf einen Objektträger aufgetragen und unter dem Mikroskop untersucht. Für eine noch genauere Untersuchung wird die Probe ins Labor geschickt.

Der Abstrich gehört zur Krebsvorsorge

Störungen in der Scheidenflora, wie Infektionen, Pilzerkrankungen, Entzündungen, Viren oder Bakterien (zum Beispiel Chlamydien), die unter Umständen zur Unfruchtbarkeit führen können, werden mittels Abstrich festgestellt. Darüber hinaus gehört ein Abstrich beim Gynäkologen zur Vorsorgeuntersuchung.

Er ist Teil des gesetzlichen Krebsfrüherkennungsprogramms. Jungen Frauen ab 20 Jahren wird deshalb geraten, einmal im Jahr einen Abstrich (Pap-Test) machen zu lassen. In Deutschland erkranken jährlich rund 6.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom). Am häufigsten wird er im Alter zwischen 40 und 49 Jahren diagnostiziert.

Mittels Abstrich lassen sich bereits Krebsvorstufen erkennen

Der Arzt nimmt einen Abstrich vom Gebärmuttermund und vom Gebärmutterhals. Vor Ort in der Praxis können unter dem Mikroskop bereits veränderte Zellen und Krankheitserreger wie Chlamydien erkannt werden. Im Labor wird die Probe beim Pap-Test weiter auf Zellveränderungen, Krebsvorstufen und Krebserkrankungen untersucht.

Frauen, die regelmäßig zur Vorsorge gehen, können das Risiko von schweren Verläufen erheblich reduzieren, denn mögliche Zellveränderungen lassen sich schon in den Vorstufen erkennen. Bei bis zu acht von 100 Frauen werden beim Pap-Test auffällige Zellen entdeckt. Auch vor oder während einer Schwangerschaft kann der Arzt einen Abstrich vornehmen, um sicher zu gehen, dass keine gefährlichen Bakterien oder Entzündungen vorhanden sind, die die Schwangerschaft gefährden könnten.

Der Pap-Test: Es kommt auf die Klassifizierung an

Der Pap-Testhat seinen Namen von dem griechischen Arzt George Nicolas Papanicolaou. Die Ergebnisse des Tests werden wie folgt unterteilt: Pap I und II zeigen ein normales Zellbild an. Bei II sind Zellen dabei, die auf eine Entzündung hinweisen. In der Regel sind sie aber unverdächtig.

Pap III: Auch hier liegen Entzündungszellen vor, aber in stärkerem Ausmaß als bei Pap II. Nach einer Behandlung folgt eine erneute Kontrolle innerhalb von etwa zwei Wochen.

Bei Pap III D weisen die entnommenen Zellen untypische Veränderungen auf. Häufig steckt dahinter ein HPV-Infekt (Humaner Pamillomavirus), der Gebärmutterhalskrebs begünstigen kann. Eine erneute Untersuchung nach drei Monaten ist nötig. Der Befund wird als eine leichte bis mittlere Dysplasie, also Fehlbildung, bezeichnet.

Pap IVa,  Pap IVb und Pap V zeugen von verdächtigen Abstrichen. Hier liegen schwere Fehlbildungen von Zellen oder auch Krebszellen vor. Der nächste Schritt könnte eine Biopsie oder eine Konisation sein. Wird der Abstrich als Pap V klassifiziert, liegt bereits Gebärmutterhalskrebs vor.   

Autor:
Letzte Aktualisierung: 29. August 2016
Quellen: www.krebsgesellschaft.de; www.aok.de, www.tk.de, Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG) www.dggg.de

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