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Dienstag, 18. Dezember 2018
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Kinderwunsch und die Folgen beim Mann

Hallo zusammen,

Ich habe keine Ahnung wie viele Männer hier registriert sind. Ich bin einer. Ich dachte mir vielleicht kann ich jemanden helfen wenn er oder sie mein Erlebtes verfolgen kann.

Ich heiße Jörg, bin 39 Jahre alt und schon seit Jahren mit meiner Frau, 38 Jahre alt, verheiratet. Wir haben beide sichere Jobs, ein Eigenheim und sind glücklich miteinander. Das einzige was fehlt ist ein Kind. Um uns diesen Wunsch zu erfüllen haben wir vor 6 oder 7 Jahren die Verhütung mit Kondom beendet. Nachdem nach so langer Zeit sich keine Schwangerschaft einstellte sind wir selbst natürlich misstrauisch geworden. Der Frauenarzt hat uns in eine Kinderwunschklinik geschickt.

Recht schnell haben wir einen Termin ausmachen können. Ein erstes Gespräch mit Blutabnahme bei beiden. Der Arzt der Kinderwunschklinik untersuchte meine Frau nochmals. Soweit alles okay. In den Eierstöcken sollte noch genügend Vorrat an Zellen liegen. Bei mir wurde ein Spermiogramm gemacht.
Nachdem die Ergebnisse da waren hatten wir unseren nächsten Termin. Das Blut wies bei uns beiden keine Besonderheiten auf. Aber das Spermiogramm war sehr schlecht. So schlecht, dass nur eine ICSI möglich sein sollte. Wir sollten beide nochmal Blut abgeben damit dies weiter kontrolliert werden kann. Außerdem sollte ich 8 Wochen später nochmal ein Spermiogramm machen lassen.
Der Schock saß. Ich habe fast keine Samen im Ejakulat. Also unfruchtbar auf natürlichem Weg. Heftig. Da bin ich vom Macher, vom starken Mann, ganz schnell zum "Versager" geworden.
Es folgte ein Infoabend zur künstlichen Befruchtung in der Kinderwunschklinik. Es waren einige Paare da. Wir sind also schonmal nicht alleine mit dem Problem. Der Abend war informativ und ich sah wieder Licht am Ende des Tunnels. Meine Frau steckte das Ganze recht gut weg.

8 Wochen sind ziemlich lang wenn man unfruchtbar ist. An dem Tag hatten wir noch ein Gespräch um unser weiteres Vorgehen zu besprechen. Morgens Spermiogramm. Irgendwie hatte ich an dem Tag kein gutes Gefühl. Bei dem Gespräch kam für uns der nächste Hammer. Spermiogramm wurde etwas besser, ist aber noch immer zu schlecht. Schlimmer war mein Blutergebnis. Ich habe einen Chromosomenfehler im Erbgut. Das kann unter Umständen dazu führen, dass selbst mit der ICSI keine Schwangerschaft eintritt. Oder das Kind wäre behindert. Vielleicht aber auch nicht. Der Arzt konnte uns dazu keine Antworten geben. Wir sollten uns einer Humangenetischen Beratung vorstellen. Telefonnummer bekamen wir von der Klinik.

Super! Nicht nur auf natürlichem Weg sondern auch auf künstlichen Weg unfruchtbar. So habe ich mir mein Leben vorgestellt. Ich war am Boden zerstört. Meine Frau ebenfalls. Wir verbrachten zwei Abende auf dem Sofa und weinten. Wir haben uns ja mit der künstlichen Befruchtung schon abgefunden. Die nicht unerheblichen Kosten waren uns egal. Aber was machen wir jetzt. Gehen wir das Risiko ein und bekommen unter Umständen ein behindertes Kind? Wollen wir das überhaupt? Streichen wir den Kinderwunsch?

Naja erstmal Termin für die Humangenetische Beratung ausmachen. Am gleichen Tag gleich angerufen bei der Nummer aus der Klinik.
Nein das machen wir nicht mehr. Rufen Sie eine andere Nummer an. Okay. Dort angerufen hieß es warten bis April 2019. Wie bitte? Ich bin am Ende mit meinem Nerven und soll so lange warten? Das schaffe weder ich noch meine Frau. In einer anderen Beratungsstelle muss ich bis Februar 2019 warten. Noch immer zu lange. Bei einer anderen Stelle wäre Januar 2019 möglich. Nach langem hin und her haben wir nun am nächsten Donnerstag unser Beratungsgespräch.

Zwischen meiner Frau und mir ist das Verhältnis seit dem Chromosomenergebnis unglaublich eng geworden. Wir trösten uns gegenseitig und helfen uns dabei die Hoffnung nicht aufzugeben.
Auch jetzt, 3 Tage vor dem Termin ringe ich beim schreiben mit den Tränen.
Jeder plant ja irgendwie sein Leben und dann lacht dich das Schicksal knallhart aus.

Am Donnerstag Abend (also nach der Beratung) werde ich weiter berichten.

Jörg
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