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Muss ich es wirklich schon verarbeitet haben?

Hallo,
ich hatte vor nicht ganz acht Wochen eine Eileiter SS. ich war ungefähr(rein rechnerisch) in der 6 Woche und wusste schon gut 2 Wochen das ich SS bin.
Zu Anfang hat es mich garnicht bedrückt, aber dann nach zwei Wochen kam es wie ein Schlag ins Gesicht. Ich hab ein Wochenende fast nur geheult. Seit dem ist es geblieben, ich heul zwar nicht mehr ständig, aber ich denke jeden Tag an mein Baby.
Leider scheint meine Umwelt das nicht ganz zu verstehen. Der Hacker war meine beste freundin die meinte"Ist doch nicht schlimm, du wolltest doch eh kein Kind" Ich war geschockt! Erstens wollte ich dieses Kind, es war geplant und zweitens ist es glaube ich egal ob geplant oder nicht: Ich habe mein Baby verloren. Vor anderthalb Wochen telefoniere ich mit meinem besten Freund und sage so nebenbei das ich ja erst eine Fehlgeburt hatte das sagt er zu mir"Ach da bist du doch drüber weg, oder!?!" Ich hab Ihn nur mal drauf aufmerksam gemacht, das das erst 6 Wochen her ist. Zu meinem Mann meine ich letztens im Auto, das ich noch jeden Tag an unser Baby denke er antwortete mit großen Augen "Echt!?!"
Am schlimmsten ist meine Bekannte. Die vergleicht meine Fehlgeburt immer mit Ihrer Abtreibung!!! Sie sagt dann immer: "Das hatte ich damals auch"
Seh ich das zu eng? Sollte ich das wirklich schon überwunden haben? Viele sagen bestimmt das ich garnicht richtig SS war, aber das wusste ich ja die ganze Zeit nicht. Ich habe mich auf mein Baby gefreut. Und bin so traurig, das ich dieses kleine Wesen nie im Arm halten darf.
Ich kann das doch nicht einfach abhaken als hätte ich ein falsch gekauftes Paar Schuhe wieder in den Laden zurück gebracht.
LG
Sandy
Bisherige Antworten

Re: Muss ich es wirklich schon verarbeitet haben?

Hallo Sandy,
ich finde diese Trauerarbeit extrem wichtig. Meine erste Schwangerschaft endete ganz früh in einer Fehlgeburt. Ich hab zwar offen darüber gesprochen, hab mir selber aber immer eingeredet "da war ja eh noch nichts" etc. Ich bin dann auch im nächsten Zyklus wieder schwanger geworden und hab alles verdrängt.
Um den eigentlichen ET rum, bin ich dann auf einmal in ein tiefes Loch gefallen, hab um das baby getrauert. Und da war ich hochschwanger mit Dinah, hatte nur noch 5 Wochen bis zum ET. Und irgendwie war das auch schlimm, hab zwar mal kurz mit meinem Freund gesprochen, aber eigentlich konnte ich mit keinem recht reden, denn irgendwie hat es niemand verstanden, dass ich hochschwanger auf einmal um eine verkorkste Frühschwangerschaft trauere.
Lass dir rughig Zeit und trauere, du hast das Recht dazu.
LG Jula

Re: Muss ich es wirklich schon verarbeitet haben?

Hallo Sandy,
Was bitte ist unrichtig schwanger? Natürlich warst du schwanger und hast dich auf dieses Kind gefreut!
Ich finde das trauern sehr wichtig ist und es ist egal in welcher SSW du warst!
Liebe Grüsse
N-N

Re: Muss ich es wirklich schon verarbeitet haben?

Liebe Sandy,
es tut mir sehr leid, dass Du Dein Baby verloren hast. Lass Dich ganz lieb drücken.
Schlimm finde ich, wie Deine Umwelt darauf reagiert. Für Deinen Mann war das Baby glaube ich noch nicht real, deswegen hatte er noch keine Beziehung dazu. Ich will ihn da nicht in Schutz nehmen, aber ich denke, dass er wirklich nicht damit gerechnet hat, dass es Dich so mitnimmt, obwohl es doch normal ist, dass eine Frau so trauert. Männer sind da anders. Rede mit Ihm darüber, damit er versteht, was in Dir vorgeht. Das ist wichtig. Auch Deinen Freundinnen und Bekannten solltest Du sagen, dass Du noch lange nicht darüber hinweg bist, und dass ihre Bemerkungen Dir sehr weh tun. Wenn sie dann immer noch so reagieren, würde ich den Kontakt erst mal eine Zeit lang unterbrechen. Trauere, solange Du es brauchst, und scher Dich dabei nicht um die anderen. Wir wissen alle, wie weh es tut ein Kind zu verlieren, egal, wie klein oder alt es war. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft für die kommende Zeit und den Mut für ein neues Baby.
Viele liebe Grüsse
Tanja mit Engel Melanie

Re: Muss ich es wirklich schon verarbeitet haben?

Hallo Sandy !!
Du darfst so lange trauern wie Du das Bedürfnis hast.
Nahch meiner Fg hat meine Umwelt die ganze Sache totgeschwiegen und ich habe dann aus Trotz ganz schnell versucht wieder ss zu werden, was auch nach 3 Monaten geklappt hat. Am ausgerechneten ET war ich mit meiner Tochter ss und war auf seltsame Weise bedrückt.
Ich denke auch jetzt noch an das Baby, was nicht bei mir bleiben durfte. Aber der Schmerz ist nicht mehr so gross...
Lass´ Dich von den anderen nicht verunsichern und verarbeite den Verlust so, wie es für Dich richtig ist !!!
GLG Ute

Re: Muss ich es wirklich schon verarbeitet haben?

Hallo,
ich bin stille Mitleserin hier, obwohl ich selber nicht betroffen bin. Eine nahe Verwandte von mir hat ihr Baby in der 11. SSW verloren (wäre ihr 5. Kind gewesen, sie ist schon 46 Jahre alt). Das ganz ist ca. 7 Jahre her. Damals habe ich überhaupt keine Ahnung von Fehlgeburten, Schwangerschaften und Babys gehabt, auch gar kein Interesse daran. Ich habe es zwar traurig gefunden, aber es hat mich selber nicht "umgehauen".
Nun habe ich selber Kinder und weiß, wie viel Leid eine Fehlgeburt und andere schlimme Sachen (Kindstod zb.) mit sich bringt, welche Sorgen ein Kind mit sich bringt. Im Nachhinein denke ich, ich habe damals gar nicht genug mich um meine Verwandte gekümmert / getröstet. Vielleicht habe ich ja selber so einen blöden Spruch gemacht, weil ich gar nicht mich reinversetzen konnte, weil ich unsicher war?
Ich möchte das von deinen besten Freunden jetzt nicht schönreden, aber sie wissen vielleicht gar nicht, wie sehr es dich mitnimmt und wie sehr du daran zu knabbern hast. Und vielleicht waren sie unsicher! Wenn es deine besten Freunde sind, dann rede offen mit ihnen. Besser, als dass du noch mehr in dich reinfressen musst.
LG Anne

Re: Muss ich es wirklich schon verarbeitet haben?

Liebe Sandy,
ich glaube, dass ich niemals auch nur eine abgebrochene Schwangerschaft von mir, und es waren mit der letzten Totgeburt in der 19 SSW vor 3 Wochen leider schon 4, jemals vergessen werde. Am schlimmsten war tatsächlich die erste, eine Eileiterschwangerschaft in der 5 SSW. In der Zeit wurde fast jede in meiner Arbeitsgruppe schwanger und ständig hiess es dann von den Anderen: "Wann bist Du denn endlich mal dabei" oder "Streng Dich mal ein bischen an!". Es war einfach schrecklich! Ich bin dann ehrlich gesagt dazu übergegangen, díesen Leuten mit mein "Pech" immer mal wieder vor den Kopf zu stossen, und dann sind sie plötzlich viel einfühlsamer geworden. Aber wir haben tatsächlich auch den 6er im Lotto, denn vor drei Jahren kam unser Sohn auf die Welt und der gibt mir und meinem Mann unendlich viel Trost. Also Kopfhoch und positiv Denken,
Lieben Gruß
prizzy

Re: Muss ich es wirklich schon verarbeitet haben?

Hallo, laß Dich ganz doll von mir drücken. Nein, Du mußt daß noch nicht verabeitet haben. Ich glaube nicht daß man jemals das verlorene Baby vergessen wird, man lernt nur mit der Zeit damit besser umzugehen. Mir hatte mal eine Hebamme im KH gesagt, sie hätte Frauen kennengelernt, die schon sehr betagt waren und man nach ihren Kindern fragte wieviele sie habe, da sagten sie 1 o 2. ... die leben und so und soviele in meinem Herzen. Also wie Du siehst, wird man als " Mama" ein Leben lang daran denken, egal wieviele Kinder man um sich hat. Wichtig ist nur, das Du Deine Trauer zuläßt, nimm Dir die Zeit die Du brauchst... ganz egal was andere sagen. Und Männer gehen damit so wieso ganz anders damit um, sie haben es ja auch nicht unter ihrem Herzen getragen.
LG Gloria

Das hast du schön gesagt!!!! :-))

Akzeptieren, ja. verarbeiten geht irgendwie nicht.

....denn eine Fehlgeburt zu verarbeiten, dauert sicherlich Jahre. Ich habe mein Würmchen in der 14.SSW verloren und denke noch immer daran. Ich habe es akzeptiert, dass es der liebe Gott wohl so vorgesehen hat, aber verarbeitet habe ich es selbst mit der Geburt meines Sohnes noch immer nicht richtig. Und vergessen wird man sowas nie. Deine Freundin meint das sicherlich nicht böse, auch wenn ich selbst das nicht so ganz verstehen kann, denn da war ja der Fall umgekehrt. Mein Mann ist/war ähnlich, aber das darf man denen nicht so ankreiden, da sie nicht so verbunden sind mit dem Baby wie wir Frauen. Mein Mann sagte immer, dass das seine Art sei, darüber weg zu kommen, denn auch er hatte sich auf das Baby so sehr gefreut. Er trauerte einfach still und redete nicht sehr viel darüber, jedoch hatte er immer ein offenes Ohr sowie offene Arme für mich und meine Trauer und das ist das Allerwichtigste. Ärge Dich nicht über Deine Umwelt, öffne Dich lieber Deiner Trauer und versuche das Geschehene Stück für Stück zu akzeptieren. Ich hört immer wieder "Sei froh, wer weiss wofür das gut war". Ich sagte dann immer "Ich kann nie froh über den Tod meines Kindes sein, sorry, das geht nicht und das ist totaler Quatsch was Du sagst". Akzeptiere das Geschehene und öffne Dich nach eine von Dir vorgegebenen Zeit für eine neue Schwangerschaft. Tu das für Dich, Dein Sternchen und Dein hoffentlich baldiges neues Würmchen.
Grüße,
Claudia
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