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Sonntag, 22. April 2018
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Schlafstörungen bei Kleinkindern

Schlafstörungen bei Kleinkindern und Kindern können verschiedene Ursachen haben. Meist sind sie in seelischen Ursachen zu finden. Auch Unregelmäßigkeiten im Tagesablauf können Schlafstörungen bei Kindern auslösen.

Schlafstörungen
So selig schlafen Kleinkinder leider nicht immer: viele Eltern kämpfen mit Schlafstörungen bei den Kleinen
Getty Images/Goodshoot

Das Schlafbedürfnis von Kleinkindern ist immer noch relativ hoch: Etwa 16 Stunden Schlaf benötigt ein Kleinkind täglich. Mit zunehmendem Alter brauchen Kinder immer weniger Schlaf: So benötigen Kinder im sechsten Lebensjahr durchschnittlich etwa zehn Stunden Schlaf täglich.

Wie kommt es zu Schlafstörungen bei Kleinkindern und Kindern?

Auch Kleinkinder können bereits unter Schlafstörungen leiden. Die Ursachen dafür sind - wie bei Schlafstörungen generell - sehr unterschiedlich. Bei Kleinkindern handelt es sich aber meistens um ein vorübergehendes Problem, das sich im Laufe der Jahre legt. Vorübergehende Schlafstörungen können immer wieder auftreten, beispielsweise, wenn das Kind gerade zahnt oder die Verdauungsregulierung noch nicht vollständig funktioniert.

Schlafstörungen lassen sich grundsätzlich in Einschlafstörungen und Durchschlafstörungen unterteilen. Parasomnien sind eine besondere Form von Schlafstörungen: Bei Parasomnien handelt es sich eigentlich um Angststörungen, die sich in Schlafstörungen äußern.

Unregelmäßigkeiten sind häufige Auslöser

Unregelmäßigkeiten im Tagesablauf sind eine häufige Ursache von Schlafstörungen bei Kleinkindern: Ortswechsel, unregelmäßige Schlafenszeiten, Veränderung der Essensgewohnheiten, aufregende Ereignisse am Tage oder Ängste sind einige Beispiele für solche Unregelmäßigkeiten. Kleinkinder brauchen eine gewisse Zeit, bis sie sich an bestimmte Abläufe gewöhnt haben. In dieser Umgewöhnungsphase kommt es besonders oft zu Schlafstörungen.

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Psychische Ursachen

Auch psychische Belastungen können zu Schlafstörungen bei Kleinkindern führen. Kleinkinder sind für Stimmungen innerhalb der Familie sehr empfänglich - Probleme im familiären Umfeld belasten sie deshalb besonders. Depressionen bei Kindern bei Kindern gibt es durchaus auch und diese können zu Störungen des Schlafs führen.

Unbearbeitete, psychische Konflikte sind die häufigsten Gründe für Ein- und Durchschlafstörungen. Auch Ereignisse, die - im positiven oder negativen Sinne - als besonders aufreibend empfunden wurden, können Probleme beim Einschlafen verursachen. Ein zusätzlicher Grund für Einschlafstörungen ist ein zu langer Nachtschlaf. Wenn Kinder morgens zu lange "ausschlafen", kann es vorkommen, dass sie abends zur Schlafenszeit nicht ausreichend ermüdet sind.

Ursachen von Parasomnien bei Kindern

Parasomnien sind gekennzeichnet durch Störungen beim Aufwachen. Bei Kindern treten oftmals Pavor nocturnus - das nächtliche, plötzliche Aufschrecken aus dem Schlaf -, oder das Schlafwandeln (Somnambulismus) - das Verrichten von Tätigkeiten während des Tiefschlafs - auf.

Die genauen Ursachen von Parasomnien sind bislang nicht eindeutig geklärt. Als Auslöser wird ein gestörtes Verhältnis im Schlaf-Wach-Rhythmus diskutiert. Bei Kindern wird das mit einer verzögerten Hirnreife erklärt, die sich im Laufe der Jahre "auswächst".

Organische Erkrankungen

Chronische Krankheiten und damit verbundene Unannehmlichkeiten, zum Beispiel Schmerzen, können ebenfalls zu Schlafstörungen bei Kleinkindern führen. Vor allem Mittelohr- und Mandelentzündungen

, Zahn- und Verdauungsprobleme sowie Allergien oder Asthma bronchiale sind "typische" Erkrankungen von Kleinkindern, die den Schlaf stören können. Epilepsie gehört ebenfalls zu den Ursachen von Schlafstörungen bei Kleinkindern und Kindern.

Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus

Eine häufige Erklärung für Schlafstörungen sind Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus des Gehirns, der bei Kleinkindern noch nicht richtig funktioniert.

Symptome von Schlafstörungen bei Kleinkindern

Schlafstörungen bei Kleinkindern äußern sich auf verschiedene Arten. Die Symptome sind dabei abhängig von der Art der Schlafstörung. Diese werden in Ein- oder Durchschlafstörungen sowie Parasomnien unterteilt. Parasomnien, die häufig bei Kleinkindern auftreten, sind Schlafwandeln und Pavor nocturnus.

Symptome von Ein- und Durchschlafstörungen

Wenn Kleinkinder nicht oder nur sehr schlecht einschlafen, spricht man von Einschlafstörungen. Sie sind vor allem dadurch gekennzeichnet, dass die Kinder trotz regelmäßiger Schlafenszeiten und Rituale vor dem Einschlafen nicht oder nur schwer einschlafen.

Durchschlafstörungen äußern sich in häufigem nächtlichen Aufwachen, häufig begleitet von Albträumen.

Ein Sonderfall - Pavor nocturnus

Nachtschreck (Pavor Nocturnus) bei Kindern tritt meist noch vor Mitternacht, im ersten Drittel des Schlafs, auf. Dabei wachen die Kinder schreckhaft auf, sind ängstlich und häufig auch panisch. Genau genommen zählt Pavor nocturnus deshalb zu den Angststörungen.

Schlafwandeln bei Kindern: Handlungen im Tiefschlaf

Das Schlafwandeln tritt erst im Tiefschlaf auf. Dabei kommt es zu Handlungen, die völlig unterschiedlich ablaufen können. Kinder stehen meist aus dem Bett auf und laufen in der Wohnung herum, verrücken Dinge oder Ähnliches. Eine Gemeinsamkeit haben alle Schlafwandler: Sie können sich hinterher an nichts erinnern (Amnesie). Beim Schlafwandeln kann es außerdem zu riskantem Verhalten des Kindes beziehungsweise zu Verletzungen kommen.

Diagnose von Schlafstörungen bei Kleinkindern und Kindern

Bei der Diagnose von Schlafstörungen bei Kindern kommt es vor allem auf die Beobachtungen der Eltern (bei Kleinkindern) und der Kindern selbst an. Deshalb beginnt die Diagnose mit einem eingehenden Gespräch mit dem Arzt, der dabei nach Schlafgewohnheiten, Abendritualen, Stimmung innerhalb der Familie und vielem mehr fragt - nur so können eventuelle psychische Belastungen als Ursache erkannt werden.

Um Krankheiten als Ursache auszuschließen, folgt eine körperliche Untersuchung. Um Störungen im Gehirn auszuschließen, ist ein EEG sinnvoll - besonders, wenn keine andere Ursache für die Schlafstörungen gefunden werden kann.

Unterschiedliche Schweregrade

Alle Schlafstörungen bei Kleinkindern und Kindern kommen in unterschiedlichen Schweregraden vor. Eine Einteilung nach der Diagnose ist sinnvoll, um die richtige Therapie zu finden. Gemäß internationaler Klassifikation werden die genannten Schlafstörungen wie folgt eingeteilt:

Ein- und Durchschlafstörungen

  • leicht: sporadisch, es kommt nur zu einer leichten Beeinträchtigung des Wohlbefindens und des Alltags
  • mittel: täglich, die allgemeine Beeinträchtigung durch die Schlafstörungen nimmt zu
  • schwer: täglich, starke Beeinträchtigung

Pavor nocturnus

  • leicht: bis zu ein Mal pro Monat
  • mittel: bis zu ein Mal pro Woche
  • schwer: fast jede Nacht

Schlafwandeln

  • leicht: bis zu ein Mal pro Monat, keine Verletzungen
  • mittel: öfter als ein Mal pro Monat, keine Verletzungen
  • schwer: fast jede Nacht und/oder mit Verletzungen

Wie werden Schlafstörungen bei Kleinkindern und Kindern behandelt?

Schlafstörungen bei Kindern und Kleinkindern müssen nicht immer behandelt werden. Medikamente werden grundsätzlich nur in seltenen, schweren Fällen eingesetzt. Vielmehr stehen die Schaffung von Abendritualen, einem regelmäßigen Tagesablauf sowie der Verzicht auf möglicherweise aufreibende Aktivitäten in den Nachmittags- und Abendstunden im Mittelpunkt der Behandlung.

Wenn chronische Krankheiten der Grund für die Störungen sind, werden diese individuell therapiert. In der Regel normalisiert sich der Schlaf von Kleinkindern nach Behebung der Erkrankung von allein.

Bei seelischen Ursachen

Psychische Ursachen werden von einem Kinder- oder Familienpsychologen therapiert. Das gilt vor allem für Depressionen, die auch bei Kindern vorkommen. Probleme in der familiären Umgebung lassen sich gut mit einer Familientherapie in den Griff bekommen, wenn alle Beteiligten daran arbeiten wollen. Im Vordergrund steht dabei, emotionale Belastungen für das Kind abzubauen. Medikamente spielen eher eine untergeordnete Rolle bei der Behandlung von kindlichen Schlafstörungen.

Es kann aber auch ausreichen, wenn im Umfeld des betroffenen Kleinkinds eine gewisse Ruhe einkehrt und Konflikte nicht in der Nähe des Kindes stattfinden.

Abendrituale

Können Kinder abends nicht "abschalten", ist es ratsam, regelmäßige Abendrituale gemeinsam zu entwickeln und einzuhalten. Vor allem Kleinkinder brauchen eine beständige, ruhige Umgebung, in der sie sich sicher fühlen können. Die Einführung von Abendritualen hilft, eine solche Umgebung zu schaffen. Empfehlenswert sind:

  • regelmäßiger Rhythmus mit festen Schlafenszeiten
  • gemeinsame Zeit vor dem Zubettgehen
  • abends gemeinsam die Ereignisse des Tages bereden
  • ruhige Aktivitäten in den Abendstunden, zum Beispiel (Vor-)Lesen, Kuscheln
  • Verzicht auf aufreibende Aktivitäten wie Toben, Computerspielen oder Fernsehen
  • nicht zu spätes Abendessen
  • nächtliche Fütterungen reduzieren

Welchen Verlauf haben Schlafstörungen bei Kleinkindern und Kindern?

Häufig legen sich Schlafstörungen bei Kindern und Kleinkindern mit der Zeit von alleine. Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus im Gehirn sind altersbedingt und nehmen mit zunehmender Hirnreife ab.

In den meisten Fällen wachsen sich Schlafstörungen bei Kindern also aus - mit Beginn und Fortschreiten der Pubertät kommen sie zunehmend seltener vor. Wichtig ist dabei, organische Ursachen zu erkennen und zu beheben. Es ist immer ratsam, psychischen Belastungen von Kindern entgegenzuwirken.

Schlafwandelnde Kinder sollten möglichst nicht aus den Augen gelassen werden, da die Verletzungsgefahr während des Schlafwandelns besonders bei Kindern sehr hoch ist.

Kann man Schlafstörungen bei Kindern und Kleinkindern vorbeugen?

Schlafstörungen können bei Kindern immer wieder auftreten und sind in der Regel kein Grund zur Besorgnis. Feste Zeiten im Tagesablauf, gesunde, ausgewogene, und vor allem nicht zu spät am Abend eingenommene Mahlzeiten sowie ausreichend Bewegung an der frischen Luft mit dem Kleinkind wirken sich grundsätzlich positiv aus.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 18. August 2017
Quellen: Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie: Nichtorganische Schlafstörungen (F51). AWMF-Leitlinien-Register-Nr. 028/012 (Stand: November 2006); Sitzmann, F. C. et al.: Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2007;

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