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Wie hoch ist die empfohlene Trinkmenge?

Trinken für Babys & Kinder: Wie viel und wie oft?

Autor: Miriam Funk, Medizinredakteurin | Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 10. Februar 2019

Trinken ist sehr wichtig für Baby und Kind. In den ersten Lebensmonaten wird der Flüssigkeitsbedarf eines Babys durch Muttermilch oder Säuglingsmilchnahrung vollständig gedeckt. Eine zusätzliche Wasserzufuhr kann bei bei ihnen sogar schädlich sein. Mit Einführung der Beikost kann die zusätzliche Gabe von Flüssigkeit nach und nach erhöht werden.

Baby trinkt Wasser aus Nuckelflasche
Voll gestillte oder flaschengefütterte Babys benötigen in den ersten Lebensmonaten gar keine zusätzliche Flüssigkeit.
© iStock.com/Rohappy

Gerade bei hohen Temperaturen stellen sich viele Eltern die Frage, wie viel Wasser oder Flüssigkeit für ihr Kind empfehlenswert sind. Zwar ist eine ausreichende Trinkmenge für Babys und Kinder wichtig, sie benötigen jedoch in den ersten Lebensjahren nicht so viel Flüssigkeit wie Erwachsene. Babys bis zum vierten bis sechsten Lebensmonat benötigen außer der Muttermilch oder Flaschennahrung überhaupt keine zusätzliche Flüssigkeit.

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Trinkmenge beim Baby

Generell ist bei voll gestillten Babys stillen nach Bedarf vollkommen ausreichend. Nach Bedarf bedeutet: Sie können Ihr Baby nicht überernähren. Wenn Ihr Baby an die Brust will, darf es auch trinken. Da Stillen Hunger und Durst zugleich löscht, benötigt das Baby zusätzlich zum Stillen oder dem Fläschchen kein zusätzliches Wasser.

Viele Eltern machen sich Gedanken darüber, ob die Trinkmenge ihres gestillten Babys tatsächlich ausreicht, etwa im Sommer bei heißen Temperaturen. Auch hier gilt: Ihr Baby wird gerade so viel oder wenig trinken, wie es gerade benötigt. Man empfiehlt für voll gestillte Babys ab dem vierten Lebensmonat: Die Trinkmenge innerhalb von 24 Stunden sollte in etwa ein Siebtel des Körpergewichts in Millilitern betragen. Das lässt sich meist aber schlecht messen. Vertrauen Sie also auf Ihr Gefühl. Wenn Ihr Baby wohlauf ist, eine rosige Gesichtsfarbe hat und Sie keinen Grund zur Besorgnis haben, ist alles in Ordnung und Ihr Kind trinkt ausreichend.

Trinkmenge beim flaschenernährten Baby

Auch die Trinkmenge von mit Pre-Nahrung ernährten Babys richtet sich nach dem individuellen Bedarf. Bitte beachten Sie dafür auch die Hinweise auf der Packung Ihrer Säuglingsnahrung. In den ersten Lebenstagen trinkt ein Baby noch wenig, die Trinkmenge steigert sich aber recht schnell: Von etwa zehn bis 30 Milliliter pro Mahlzeit am ersten Tag bis zu 60 Milliliter pro Mahlzeit am vierten Lebenstag.

Ab dem zehnten Lebenstag bis zum Ende des dritten Lebensmonats steigert sich die Trinkmenge weiter bis zu etwa einem Sechstel von Babys Körpergewicht, verteilt auf fünf bis acht Mahlzeiten. Im Anschluss reduziert sich die tägliche Trinkmenge wieder etwas auf etwa ein Siebtel des Körpergewichts. Auch hier gilt: Trinkt Ihr Baby mehr oder weniger als diese Durchschnittsmengen, ist das kein Grund zur Sorge, sofern es gesund ist und sich auch sichtlich wohlfühlt. Größere Abweichungen über einen längeren Zeitraum sollten Sie zur Sicherheit abklären lassen. Trinkt Ihr Baby dauerhaft sehr viel, kann es sein, dass es nicht richtig satt wird. Sprechen Sie im Zweifelsfall Ihre Hebamme oder Kinderärztin an. Möglicherweise empfiehlt sich dann der Umstieg auf die stärkehaltigere 1-er-Nahrung.

Zu viel Flüssigkeit in den ersten Lebensmonaten schadet Babys

In den ersten sechs Monaten arbeiten die Nieren von Kindern noch nicht wie bei Erwachsenen, sodass sie zu große Mengen Wasser noch nicht verarbeiten und ausscheiden können. Dadurch kann Wasser in die Körperzellen gelangen, was besonders gefährlich ist, denn auch die Gehirnzellen können Wasser aufnehmen. Dies kann sogar lebensgefährlich sein oder es bleiben Schäden, deshalb keinesfalls die Muttermilch oder Milchflasche mit Wasser strecken.

Erst im Alter von ungefähr einem Jahr sind die Nieren des Babys vollständig ausgebildet. Durch das mit der Beikost aufgenommene Natrium (Salz) können sie zudem Wasser besser verarbeiten.

Ihr Baby hat seinen eigenen Trinkrhythmus und wird diesen bei höheren Temperaturen automatisch anpassen, also mehr trinken wollen, wenn sein Flüssigkeitsbedarf steigt. Wenn Sie gerade bei hohen Temperaturen unsicher sind, können Sie auch einfach öfter die Brust oder Flasche anbieten.

Zusätzliches Trinken erst mit Einführung des dritten Beikostbreis

Frühestens mit Einführung des dritten Beikostbreis (in der Regel zu Beginn des siebten Lebensmonats) benötigen Babys zusätzliche Flüssigkeit. Empfehlenswert ist Wasser ohne Kohlensäure, auch Trinkwasser aus dem Hahn kann gegeben werden. Sie müssen es vorher nicht abkochen. Lassen Sie es lediglich vorher eine Weile laufen, bis das Standwasser aus den Rohren abgelaufen und das Wasser kalt ist. Wasser aus Bleirohren ist wegen der potentiellen Schwermetallbelastung nicht zum Verzehr geeignet. Das Wasser sollte lauwarm sein beziehungsweise Zimmertemperatur haben.

Bieten Sie Ihrem Kind das Trinken aus dem Becher oder der Tasse an und achten Sie darauf, dass es nicht zum "Dauernuckler" wird. Diese Angewohnheit kann später, wenn Ihr Kind auch andere Getränke wie Saftschorlen trinkt, zu Zahnschäden führen.

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Kuhmilch nur in kleinen Mengen

Kuhmilch oder andere Tiermilch (zum Beispiel Ziegenmilch) ist für Säuglinge in den ersten sechs Lebensmonaten grundsätzlich nicht geeignet. Zum einen ist der Eiweißgehalt der Tiermilch im Vergleich zu Muttermilch oder Pre-Nahrung viel zu hoch und kann Babys noch nicht voll arbeitende Nieren belasten. Zudem besteht bei zu früher Gabe von Kuhmilch ein erhöhtes Allergierisiko. Die Experten des "Netzwerk Junge Familie" empfehlen, nur kleine Mengen Kuhmilch frühestens mit der Gabe des Milch-Getreide-Breis zu füttern. Zum Trinken sollte Kindern erst ab dem Ende des ersten Lebensjahres Kuhmilch angeboten werden, am besten zu einer Brotmahlzeit. Roh- oder Vorzugsmilch ist aufgrund einer potentiell bakteriellen Belastung nicht für Kinder geeignet und muss vorher abgekocht werden.

Ausreichendes Trinken ist auch für Kinder wichtig

Bei der Umstellung von reiner Milchernährung auf Beikost – frühestens nach Beginn des 5. Lebensmonats und spätestens nach Beginn des 7. Lebensmonats – spielt das regelmäßige Trinken im Beikostplan eine große Rolle. Kinder entwickeln erst sehr spät ein eigenes Durstgefühl. Daher ist es wichtig, ihnen konsequent zwischen und während der Mahlzeiten Getränke anzubieten. Bei jedem Spaziergang, auf dem Spielplatz oder auf Reisen empfiehlt es sich, ausreichend Getränke mitzunehmen. Kleinkinder benötigen täglich im Durchschnitt 100 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht.

Empfohlene Trinkmenge für Kinder

Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen Richtwerte für die Wasserzufuhr dienen der groben Orientierung. Unter bestimmten Umständen (Hitze, starkes Schwitzen, sportliche Betätigung, Infektionen, Erbrechen, Durchfall) kann sich der Flüssigkeitsbedarf erhöhen. Die Richtwerte orientieren sich am durchschnittlichen Grundumsatz in den jeweiligen Altersgruppen und beziehen sich auf die reine Getränkezufuhr. Über die Nahrung aufgenommene Flüssigkeit wird nicht berücksichtigt.

  • 1 bis unter 4 Jahre: 820 ml/Tag

  • 4 bis unter 7 Jahre: 940 ml/Tag

  • 7 bis unter 10 Jahre: 970 ml/Tag

  • 10 bis unter 13 Jahre: 1.170 ml/Tag

  • 13 bis unter 15 Jahre: 1.330 ml/Tag

  • 15 bis unter 19 Jahre: 1.530 ml/Tag

(Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte Wasser)

Eigenständiges Trinken

Kinder können relativ früh lernen, eigenständig aus einer Lerntasse zu trinken. Diese speziellen Tassen für Kinder haben einen Aufsatz, der das Trinken erleichtert. Sie sind einer Nuckelflasche vorzuziehen, da durch dauerndes Nuckeln von gesüßten Getränken die Frontzähne geschädigt werden.

Es ist ratsam, dass Eltern ihr Kind häufig daran erinnern, das Trinken nicht zu vergessen. So gewöhnt es sich an das regelmäßige Trinken und kann dieses erlernte Verhalten später leichter beibehalten. Ab dem ersten Lebensjahr sollte das Kind zu jeder Mahlzeit Wasser trinken. Eltern können ein Vorbild sein, indem sie selbst ausreichend trinken und den Kindern zudem abwechslungsreiche Getränke anbieten.

Die idealen Durstlöscher für Kinder

Trinkwasser aus der Leitung und Mineralwasser sind die idealen Getränke für Kinder. Auch ungesüßte Kräuter- und Früchtetees, Malzkaffee und Gemüsesäfte sind eine gute Wahl. Bei Säften empfiehlt es sich, darauf zu achten, dass es sich um 100-prozentige Fruchtsäfte handelt. Es ist wichtig, Fruchtsäfte mit zwei Teilen Wasser zu verdünnen, da das Getränk sonst zu viel Zucker enthält. Ebenso enthalten Limonaden, Malzbier, gezuckerter Eistee und Fruchtnektare viel Zucker und sollten daher vermieden werden. Cola, schwarzer Tee oder Kaffee sind koffeinhaltige Getränke und damit für Kinder ungeeignet.

Baby-Ernährung: Die besten Ernährungstipps für die Kleinsten
Autor: Miriam Funk, Medizinredakteurin | Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 10. Februar 2019
Quellen
Beiträge im Forum "Babyernährung"
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