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Mittwoch, 26. April 2017
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Aufräumen lernen: Kinder und Ordnung

Kinder und Ordnung
Kinder haben oft eine ganz eigene Vorstellung von Ordnung und müssen das Aufräumen erst lernen
(c) BananaStock

Kinder und Ordnung sind im Familienleben oft ein heikles Thema. Spielsachen, Kleidung oder Schuhe liegen oft im Kinderzimmer oder im Flur herum. Und die Aufforderung der Eltern „Räum dein Zimmer auf“ kommt bei Kindern selten gut an.

Kinder stören sich meist wenig an ihrer eigenen Unordnung. Sie müssen erst langsam ein Verständnis für Ordnung entwickeln.

Kinder zur Ordnung motivieren

Eltern gehen mit unordentlichen Kindern sehr unterschiedlich um. Manche stehen kurz vor der Verzweiflung, weil das Kind den sich wiederholenden Aufforderungen zum Aufräumen nicht nachkommt. Andere räumen ihren Kindern regelmäßig das Zimmer auf, um sich nicht durch die ständigen Aufforderungen zum Aufräumen selbst zu zermürben. Motivieren hilft meist besser als Drängeln und Drohen.

Ordentliche Kinder sind die Ausnahme

Die meisten Kinder denken nicht, dass sie unordentlich sind. Vielmehr haben sie ein eigenes System, Ordnung zu halten, welches nur die wenigsten Eltern verstehen. Kinder wissen oft ganz genau, wo ihr jeweiliges Spielzeug gerade liegt. Räumt die Mutter dann das Zimmer auf, findet das Kind für sich eine Unordnung vor. In dieses ordentliche „Chaos“ muss das Kind sich dann wieder hineinfinden. Durch dieses Missverständnis kann die Familienharmonie gestört werden, wenn Machtkämpfe entstehen oder Schuldzuweisungen ausgesprochen werden.

Ordnung halten ist ein Lernprozess

Kinder zwischen zwei und sechs Jahren bevorzugen die so genannte Streuordnung, in der alle Dinge, die das Kind zum Spielen benötigt, möglichst verstreut auf dem Boden liegen. Die Eltern mögen lieber die Häufchenordnung, die möglichst viele Sachen an einem kleinen Ort unterbringt. In der Zeit, in der ein Kind Ordnung erlernt, orientiert es sich auch immer an den Vorbildern. Steht das Spülbecken über längeren Zeitraum voll mit schmutzigem Geschirr oder ist das Wohnzimmer auch nicht aufgeräumt, versteht das Kind gar nicht, warum es dann ausgerechnet sein Zimmer aufräumen sollte.

Mithelfen und Anleiten

Um einem Kind die elterliche Ordnung zu vermitteln, sollten die Eltern ihren Kindern dabei helfen. Wenn ein Kind spürt, das sich der Elternteil kompromissbereit zeigt und auch die eigene Ordnung des Kindes etwas toleriert, kann eine harmonische Erziehung zur Ordnung gelingen. Das Kind braucht Unterstützung, je nach Alter mehr oder weniger. Erst sind es nur Spielsachen, aber umso älter ein Kind wird, desto mehr Gegenstände gilt es zu bändigen. Wehrt sich ein Kind zu sehr, etwas Ordnung zu halten, sollte dies auch Konsequenzen haben. Andersherum freut sich jedes Kind über ein Lob nach einem widerwilligen Aufräumen.

Ein Zimmer muss aufräumbar sein

Eltern sollten im Kinderzimmer altersentsprechendes Mobiliar bereitstellen. Genügend Stauraum für Spielsachen, Kleidung und Sonstiges. Schränke und Schubladen, ein Schreibtisch für Kindergarten- und Schulkinder, Wäsche- und Papierkorb sollten in jedem Kinderzimmer zu finden sein. Nur so kann das Kind auch vernünftig aufräumen und Ordnung lernen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 03. März 2017
Quellen: Rogge, J., Der große Erziehungsberater, Rohwolt Verlag Reinbek, 2011; Pantley, E., Erziehen ohne Frust und Tränen, Trias Verlag Stuttgart, 2012

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