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Mittwoch, 27. Juli 2016
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HCG - das Schwangerschaftshormon und seine Funktion

HCG - Schwangerschaftshormon
Schwangerschaftstests reagieren auf HCG im Urin, meist ab Fälligkeit der Periode
Getty Images/iStockphoto

HCG (humanes Choriongonadotropin) ist ein Hormon, das während der Schwangerschaft produziert wird. Es wird in den Zellen der Plazenta gebildet.

Das HCG-Hormon, auch Schwangerschaftshormon genannt, gelangt über die Nieren in die Blutbahn und kann im Urin und Blut nachgewiesen werden. Durch die Bestimmung des HCG-Werts kann eine Schwangerschaft zu einem frühen Zeitpunkt erkannt werden.

Im Rahmen der künstlichen Befruchtung verabreicht der Arzt HCG, um einen Eisprung künstlich auszulösen.

Bei einem Triple-Test - einer Blutuntersuchung im Rahmen der pränatalen Diagnostik - dient neben anderen Werten die Bestimmung der HCG-Konzentration im Blut zur Risikoeinschätzung einer Chromosomenstörung wie Trisomie 21.

Außerhalb einer Schwangerschaft weist eine HCG-Konzentration im Blut auf  Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom), eine bei Frauen im gebärfähigen Alter sehr selten auftretende Krebserkrankung, hin.

Wie entsteht HCG?

In den allermeisten Fällen wird HCG nur während der Schwangerschaft produziert. Der Grundstein für die Entstehung von HCG wird bereits kurz nach der Einnistung (Implantation) gelegt: Die befruchtete Eizelle nistet sich in der Gebärmutterwand ein, die äußeren Zellen der Eizelle verbinden sich mit der Gebärmutterschleimhaut. Später bildet sich aus diesen Zellen die Plazenta (Mutterkuchen). Direkt nach der Einnistung sondern diese Zellen HCG ab und die Schwangerschaft beginnt.

Was bewirkt HCG während der Schwangerschaft?

Das HCG-Hormon sendet über das Blut Signale an die Eierstöcke und die Hirnanhangsdrüse (Hypophyse, Hormondrüse), dass die Frau schwanger ist. Dies bewirkt, dass kein Eisprung mehr erfolgt, die Gebärmutterschleimhaut erhalten bleibt und wächst, und somit keine Menstruation eintritt.

HCG-Konzentration

Das HCG-Hormon wird bei gesunden Frauen im gebärfähigen Alter während einer Schwangerschaft produziert. Es kann acht bis zwölf Tage nach dem letzten Eisprung im Blut und Urin nachgewiesen werden. Während der Frühschwangerschaft steigt der HCG-Wert kontinuierlich auf durchschnittlich 100.000 IE (Internationale Einheiten) pro Liter. In der Regel verdoppelt er sich alle zwei bis drei Tage. Zwischen der achten und elften Schwangerschaftswoche erreicht er ein Maximum, anschließend fällt er stetig ab, ist aber weiterhin nachweisbar. Nach der Geburt ist das HCG-Hormon in der Regel bereits nach 36 Stunden nicht mehr nachweisbar.

Eine niedrige oder eine nur sehr langsam steigende HCG-Konzentration sowie ein Abfall des HCG-Spiegels in der Frühschwangerschaft deutet auf eine Bauchhöhlen- oder Eileiterschwangerschaft (Extrauteringravidität), eine drohende Fehlgeburt oder das Absterben des Ungeborenen hin. Ein sehr hoher HCG-Spiegel kann bei einer Mehrlingsschwangerschaft oder bösartigen Plazentawucherungen (Blasenmole und Chorionkarzinom) auftreten. Da der HCG-Spiegel individuell sehr unterschiedlich sein kann, gibt es keine einheitlichen Richtwerte.

Nach einer Fehlgeburt lässt sich das HCG noch durchschnittlich noch 19 Tage, maximal fünf Wochen im Blut nachweisen. Nach einem Schwangerschaftsabbruch fällt der HCG-Spiegel durchschnittlich nach 30 Tagen, maximal nach neun Wochen unter die Nachweisgrenze.

Welcher HCG-Wert bis zum 20. Tag nach dem Eisprung im Normbereich liegt, können Sie hier interaktiv berechnen.

HCG-Tropfen zum Abnehmen?

Seite einiger Zeit wird vor allem im Internet damit geworben, mit HCG-Tropfen abzunehmen. Es gibt jedoch keinerlei Beweise dafür, dass das Schwangerschaftshormon HCG, welches bei dieser Art der Diät täglich gepritzt wird, beim Abnehmen hilft. Zudem ist das Hormon in Deutschland nicht zu Diät-Zwecken zugelassen und es ist nicht abzusehen, welche Auswirkungen die Zufuhr für den Körper hat. Deshalb ist von HCG zum Abnehmen dringend abzuraten. Da man die HCG-Tropfen nur im Internet bestellen kann, handelt es sich zudem in der Regel um unseriöse Angebote. Dazu kommt, dass den HCG-Tropfen auch gefährliche Stoffe beigemischt sein können.

Einsatz von HCG bei Unfruchtbarkeit

Bei Unfruchtbarkeit beziehungsweise im Rahmen einer Fruchtbarkeitsbehandlung kann künstlich hergestelltes HCG eingesetzt werden, um bei Frauen einen Eisprung auszulösen.

Die Gabe von HCG gehört außerdem zur Behandlung der männlichen Sterilität, wenn ihr Ursache ein Hodenhochstand ist. Die Behandlung der Unfruchtbarkeit durch Hodenhochstand mittels HCG ist nicht unumstritten, da es Hinweise darauf gibt, dass die Hormontherapie Spermien schädigen kann.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 05. Juli 2016
Quellen: Bühling, K.J.; Friedmann, W.: Intensivkurs Gynäkologie und Geburtshilfe. Urban & Fischer, München 2003; Diedrich, K. et al. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. Springer, Heidelberg 2007; Feige, A.; et al: Frauenheilkunde. Urban & Fischer, München 2006; Hamberger, L.; Nilsson, L.: Ein Kind entsteht. Goldmann, München 2003; Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie, der Deutschen Gesellschaft für Urologie, der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, vertreten durch die Arbeitsgemeinschaft für pädiatrische Endokrinologie (APE): Hodenhochstand - Maldeszensus testis (Abruf: Februar 2015)

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