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Samstag, 30. August 2014

Zyklusstörungen

Zyklusstörungen
Zyklusstörungen sind vor allem für Frauen mit Kinderwunsch frustrierend
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Zyklusstörungen sind Unregelmäßigkeiten im weiblichen Zyklus. Die Störung kann sich auf die Häufigkeit, die Stärke und die Dauer der Menstruation beziehen.

Die Gründe für die Störungen im Zyklus können vielfältig sein.

Grundsätzlich werden folgende Zyklusstörungen unterschieden, die sich wiederum in Störungen der Blutungsfähigkeit und Störungen der Blutungsstärke und -dauer unterscheiden:

Störung der Blutungshäufigkeit:

  • Zu seltene auftretende Blutung (Oligomenorrhoe)
  • Zu häufige auftretende Blutung (Polymenorrhoe)
  • Zusatzblutung zur normalen Blutung (Metrorrhagie)
  • Ausbleibende Blutung (Amenorrhoe)

Störung der Blutungsstärke und -dauer:

  • Zu schwache Blutung (Hypomenorrhoe)
  • Zu starke Blutung (Hypermenorrhoe)
  • Verlängerte und verstärkt auftretende Blutung (Dauerblutung, Menorrhagie)

Daneben zählen auch schmerzende Blutungen (Dysmenorrhoe) zu den Zyklusstörungen. Das prämenstruelle Syndrom (PMS) zählt hingegen nicht zu den Zyklusstörungen. Unter diesem Begriff werden vielmehr verschiedene körperliche und psychische Symptome zusammengefasst, die vor dem Eintritt der Regelblutung auftreten können.

Ursachen für Zyklusstörungen

In der Pubertät setzt die Menstruation das erste Mal ein. Der Rhythmus und die Dauer des Zyklus werden bis zum Einsetzen der Wechseljahre von hormonellen Vorgängen und Wechselwirkungen im Körper bestimmt. Für die Steuerung dieser Vorgänge ist der Hypothalamus im Gehirn verantwortlich. Hier wird das Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH) freigesetzt, welches die Hirnanhangdrüse zur Produktion die Hormone LH und FSH anregt. Diese beiden Hormone sind für die Ausschüttung der Sexualhormone Progesteron und Östrogen in den Eierstöcken verantwortlich, die wiederum die Monatsblutung regulieren. Störungen dieses hormonellen Gleichgewichts können zu Zyklusstörungen führen.

Gründe für hormonelle Veränderungen sind beispielsweise Über- oder Untergewicht, Schilddrüsenerkrankungen oder eine bestehende Schwangerschaft der Frau. Auch hormonelle Verhütungsmittel wie die Antibabypille oder der Vaginalring können zunächst zu einem hormonellen Ungleichgewicht führen, bevor sich das hormonelle Gleichgewicht wieder einpendelt.

Als weitere Ursachen für Zyklusstörungen kommen Veränderungen im Bereich der Geschlechtsorgane in Frage. Dazu zählen:

  • Tumoren des Muskelgewebes (Myome)
  • Ausstülpungen der Schleimhaut (Polypen)
  • Bösartige Tumoren (Karzinome)
  • Wucherung der Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter (Endometriose)

Außerdem können auch Verletzungen an den Blutgefäßen, Blutstauungen im Becken, Bluthochdruck, chronische Entzündungen sowie Herz-, Nieren- oder Bluterkrankungen Ursachen für Zyklusstörungen sein. Als psychische Ursachen kommen unter anderem Stress, Konflikte in der Partnerschaft, ein unerfüllter Kinderwunsch oder Probleme im Sexualleben in Frage.

Symptome: starke, schwache, verkürzte oder verlängerte Menstruation

Bei der Oligomenorrhoe vergehen zwischen zwei Regelblutungen mehr als 35 beziehungsweise weniger als 45 Tage. Bei Mädchen oder jungen Frauen tritt sie häufig nach der ersten Regelblutung (Menarche) auf, bei älteren Frauen vor Eintritt der Wechseljahre. Dies steht in Zusammenhang mit einem veränderten Hormongleichgewicht in diesen Lebensabschnitten. Die Oligomenorrhoe zählt zu den Zyklusstörungen, die am häufigsten auftreten.

Die Polymenorrhoe macht sich durch Regelblutungen bemerkbar, die in einem Abstand von weniger als 25 Tagen auftreten.

Deutliches Symptom einer Metrorrhagie sind Zusatzblutungen, die zwischen zwei Zyklen auftreten und mehrere Tage lang andauern können.

Die Amenorrhoe tritt in zwei unterschiedlichen Formen auf. Bei der primären Amenorrhoe ist bis zum 16. Lebensjahr eines Mädchens noch keine erste Regelblutung (Menarche) eingetreten. Im Falle der sekundären Amenorrhoe gab es bereits eine Regelblutung. Diese wird jedoch - obwohl keine Schwangerschaft besteht - durch Zeiträume von mindestens drei Monaten Dauer unterbrochen. In dieser Zeit kommt es zu keiner Regelblutung.

Zu den Symptomen einer Hypomenorrhoe zählen eine schwache Blutung und ein geringer Blutverlust von weniger als 25 Millilitern. Bei übergewichtigen Frauen oder vor den Wechseljahren tritt diese Form der Zyklusstörung häufig auf.

Übermäßig stark ist die Blutung bei einer Hypermenorrhoe. Frauen mit dieser Zxklusstörung verlieren mehr als 150 Milliliter Blut. Das bedeutet, dass sich ein Tampon nach etwa zwei Stunden vollgesogen ist oder pro Tag mehr als fünf Binden verbraucht werden. Daneben sind auch größere Blutklumpen ein Symptom für die Hypermenorrhoe.

Dauert die Regelblutung länger als sechs Tage und ist sie sehr stark, spricht man von einer Menorrhagie.

Es kommt vor, dass Frauen über Symptome wie krampfartige Schmerzen im Unterbauch und einem allgemeinen Krankheitsgefühl während ihrer Regel klagen. Man spricht in diesem Fall von einer primären Dysmenorrhoe, wenn die Beschwerden ab der ersten Monatsblutung auftreten. Kommt es erst im späteren Leben zu diesen Beschwerden, spricht man von einer sekundären Dysmenorrhoe.

Diagnose von Zyklusstörungen

Zu Beginn der Diagnose nimmt der Gynäkologe zunächst die Krankengeschichte der Frau auf (Anamnese). Es kann zur Diagnosestellung hilfreich sein, wenn die Frau regelmäßig Notizen zu ihrer Menstruation anfertigt und diese zum Arzttermin mitbringt.

Die körperliche Untersuchung richtet sich nach den auftretenden Symptomen. Wenn allgemeine Erkrankungen als Ursache der Zyklusstörungen ausgeschlossen werden können, kann der Arzt Funktionstests und Hormonanalysen zur Diagnosestellung einsetzen. Dabei wird beispielsweise der Östrogen- und Gestagenspiegel im Blut bestimmt.

Besteht der Verdacht auf einen Tumor an Eierstöcken, Nebennieren oder der Hirnanhangdrüse, kann die Diagnose mittels Röntgenaufnahme, Computer-Tomographie oder Ultraschall-Untersuchung an den entsprechenden Körperstellen sicher diagnostiziert werden. Ist ein erhöhtes Risiko für Gebärmutterkrebs vorhanden, verschafft die Entnahme und Untersuchung von Gewebe (Biopsie) Klarheit.

Um Ursachen wie Myome festzustellen, kann eine Bauchspiegelung oder eine Ausschabung durchgeführt werden.

Therapie von Zyklusstörungen

Die Behandlung von Zyklusstörungen richtet sich immer nach der Ursache und der Diagnose. Daher ist die Therapie stets individuell.

Bei Hormonstörungen kann eine hormonelle Therapie zur Besserung beitragen. Falls diese nicht wirksam sind, besteht die Möglichkeit pflanzliche Mittel wie Mönchspfeffer zur Regulierung des Zyklus einzusetzen. Sind Funktionsstörungen der Organe die Ursache für die Beschwerden, können diese eventuell operativ behoben werden. Spielen Stress und psychische Probleme eine Rolle bei den Menstruationsstörungen, kann der Arzt Entspannungsübungen wie beispielsweise Autogenes Training  oder auch eine Psychotherapie empfehlen. Da Unregelmäßigkeiten im Zyklus auch durch hormonelle Verhütungsmittel ausgelöst werden können, kann ein Wechsel auf ein anderes Präparat die Beschwerden manchmal lindern, wenn sie nicht nach einiger Zeit von alleine vergehen. Bei Unter- oder Übergewicht pendelt sich der Zyklus oft nach einer Gewichtszu- oder -abnahme wieder ein. Falls ein Tumor zu den Ursachen zählt, erfolgt eine spezielle Krebstherapie.

Daneben können auch bewährte Hausmittel zu einer Linderung der Beschwerden beitragen. Dies sind beispielsweise kalte Wadenwickel und Beingüsse bei zu starken Regelblutungen, warme Bäder bei Krämpfen im Unterleib oder ansteigende Fußbäder bei einer ausbleibenden oder zu schwachen Blutung.

Verlauf von Zyklusstörungen

Vor allem wenn psychische Ursachen bei der Entstehung von Zyklusstörungen eine Rolle spielen, kann sich der Zyklus oftmals nach einiger Zeit wieder von alleine normalisieren. Bei Über- oder Untergewicht reguliert sich der Zyklus normalerweise, sobald die Frau wieder ein normales Gewicht erreicht hat. Für Frauen mit einem Kinderwunsch können Zyklusstörungen zu einem Hindernis in der Familienplanung werden, wenn beispielsweise kein Eisprung stattfindet.

Maßnahmen zum Vorbeugen

Das hormonelle Gleichgewicht kann auf viele verschiedene Außeneinflüsse reagieren. Dazu zählen beispielsweise Stress, Rauchen, Zeitumstellung, falsche Ernährung oder ein Klimawechsel. Es ist daher ratsam, einen gesunden Lebenswandel zu führen, um das eigene hormonelle Gleichgewicht nicht negativ zu beeinflussen. Dies gilt insbesondere für Frauen mit Kinderwunsch, da sich Zyklusstörungen auf die Fruchtbarkeit und das Eintreten einer Schwangerschaft auswirken können.

Bestimmten Zyklusstörungen, wie etwa der Oligomenorrhoe, kann nicht vorgebeugt werden, da sie zu Beginn und am Ende der fruchtbaren Zeit einer Frau auftreten können, und zu den natürlichen Erscheinungen dieser Lebensphase zählen.

Autor: Jessica Schmid
Letzte Aktualisierung: 05. Mai 2014
Quellen: Diedrich, K. et al. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. Springer, Heidelberg 2007; Beers, M.H. (Hrsg.).: MSD Manual. Handbuch Gesundheit. Wilhelm Goldmann Verlag, München 2005; Online-Informationen des Deutschen Grünen Kreuz e.V., Marburg: www.dgk.de (Stand: Januar 2013)

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