Suchen Menü

Zeckenbiss bei Kindern

Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 13. April 2018

Zecken werden bei einer Temperatur von acht Grad Celsius wieder draußen aktiv. Sie halten sich überall dort auf, wo es Pflanzen gibt und lassen sich in Parks, auf Wiesen, von Sträuchern oder im Wald von Menschen und Tieren "mitstreifen". Sie suchen sich bevorzugt geschützte Stellen zum Stechen aus, etwa am Kopf oder unter den Achseln.

Zeckenbiss bei Kindern
Zecken sitzen in hohen Gräsern oder Sträuchern und lassen sich vom Wirt im Vorbeigehen "abstreifen"
© iStock.com/Astrid Gast

Bevor sie zustechen, krabbeln sie bis zu einer Stunde auf der Haut herum - der beste Schutz vor Zecken und damit vor einem Zeckenbiss ist also das Absuchen, nachdem man vom Freien wieder nach Hause kommt.

In diesem Artikel lesen Sie:

Ein Zeckenbiss (eigentlich: Zeckenstich) erfolgt meist unbemerkt. Zwar bewirten und übertragen nicht alle Zecken Viren oder Bakterien, die Zahl der infizierten Zecken steigt aber. Wichtig ist deshalb ein frühzeitiges Auffinden des Zeckenbisses und die korrekte Entfernung der Zecke.

Zeckenbiss bei Kindern: Das sollten Sie wissen!

Welche Folgen ein Zeckenbiss haben kann

Zeckenbisse an sich sind zwar unangenehm, aber harmlos. Erst, wenn eine Zecke Viren oder Bakterien in die Wunde überträgt, hat das Folgen. Zecken beherbergen und übertragen verschiedene Erreger, die Krankheiten beim Menschen verursachen können. Die beiden bekanntesten sind die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die Borreliose oder Lyme-Borreliose. Während gegen FSME ein Impfschutz möglich ist, kann Borreliose lediglich mit Antibiotika behandelt werden.

Zeckengebiete in Deutschland: FSME-Risikogebiete

In Süddeutschland tragen schätzungsweise 20 Prozent aller Zecken Borreliose-Bakterien in sich. Die Wahrscheinlichkeit für Menschen, nach einer Übertragung von Viren oder Bakterien auch zu erkranken, liegt bei fünf Prozent (Borreliose) beziehungsweise bei zehn bis 30 Prozent (FSME).

Vor allem südliche Bundesländer gelten als Risikogebiete für FSME und Borreliose. Für die Übertragung von FSME gelten aktuell (Frühjahr 2018) folgende Regionen als Risikogebiete:

  • Bayern
  • Baden-Württemberg
  • südöstliches Thüringen
  • Südhessen

In Rheinland-Pfalz wird zur Zeit der Landkreis Birkenfeld als FSME-Risikogebiet eingestuft, außerdem im Saarland der Saar-Pfalz-Kreis sowie in Mittelhessen der Landkreis Marburg-Biedenkopf.

Eine aktuelle Karte aller betroffenen Landkreise können Sie auf der Website des Robert Koch Institut (RKI) herunterladen. In den betroffenen Landkreisen rät das RKI zu einer Schutzimpfung gegen FSME.

Wo Zecken sich gern aufhalten

Zecken halten sich bevorzugt in hohen Gräsern, Sträuchern und Farnen oder auch im Unterholz und Laub auf und lassen sich von Vorbeigehenden vom Wirt abstreifen. Sie krabbeln vor dem Stich noch etwas auf dem Körper herum, um eine geeignete Stelle zu finden.

Je eher eine Zecke entfernt wird, desto besser, da sie Krankheitserreger erst nach einiger Zeit überträgt. Zum Beispiel sitzt der Borreliose-Erreger im Darm der Zecke, wodurch erst ab etwa zwölf bis 24 Stunden nach dem Zeckenbiss mit einer Übertragung gerechnet werden muss.

Es empfiehlt sich daher, nach jedem Aufenthalt im Freien den gesamten Körper nach Zecken abzusuchen. Da sich Zecken besonders gern in warmen Hautfalten festbeißen, sollte diesen besondere Aufmerksamkeit zuteil werden, vor allem den Achselhöhlen oder dem Bauchnabel, aber auch der Schritt. Auch in den Kniekehlen und den Innenseiten der Oberarme beißen sich Zecken gern fest. Hier ist die Haut gut durchblutet und dünner als an anderen Stellen. Bei Kindern stechen die Zecken auch gerne im Bereich des Kopfes und Nackens.

Ein genaues, am besten gegenseitiges, Absuchen ist effektiver, als nach der Heimkehr einfach nur zu duschen. Zwar krabbeln Zecken noch einige Zeit auf dem Körper herum, bevor sie beißen, sie lassen sich aber trotzdem nicht so einfach abwaschen.

Der Zeckenbiss selbst verursacht keine Symptome wie Schmerzen, da die Zecke beim Biss ein betäubendes Sekret in die Wunde abgibt.

Zecken entfernen

Wichtig ist das möglichst rasche und richtige Entfernen der Zecke. Beträufeln mit Öl oder Abtöten der Zecke mit Klebstoff oder Nagellack – noch immer halten sich viele Mythen über das richtige Entfernen von Zecken. Richtig ist: Die genannten Methoden sind sogar gefährlich, da die Zecke sozusagen im Todeskampf noch einmal besonders viele Erreger ins Blut abgibt. Mechanisch lässt sich die Zecke am besten mit einer Pinzette entfernen:

  • Fassen Sie die Zecke mit der Pinzette möglichst nah an der Hautoberfläche.
  • Achten Sie darauf, dass Sie die Zecke am Kopf fassen und nicht am Körper.
  • Versuchen Sie, die Zecke ein wenig zu lockern, indem Sie sie ganz sanft hin- und her drehen.
  • Ziehen Sie die Zecke nun gerade heraus. Möglichst sollte sie dabei nicht zu sehr gequetscht werden.
  • Im Anschluss desinfizieren Sie die Einstichstelle.

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie die Zecke vollständig entfernen konnten, suchen Sie sicherheitshalber noch einmal den Arzt auf. Das gilt auch für den Fall, dass sich die Einstichstelle entzündet.

Wenn gerade keine Pinzette zur Hand ist, kann man eine Zecke auch per Hand entfernen. Dies erfordert besonderes Fingerspitzengefühl, da ein versehentliches Zerquetschen der Zecke verhindert werden sollte. Mittlerweile gibt es auch spezielle Instrumente zum Entfernen von Zecken, etwa Zeckenzangen oder -pinzetten. Sie sind so geformt, dass ein Quetschen der Zecke verhindert wird.

Wann sollte man mit einem Zeckenbiss zum Arzt gehen?

Nach dem Entfernen der Zecke sollten Sie die Bissstelle in den kommenden Tagen und Wochen beobachten. Manchmal infiziert sich die Wunde leicht. Sie sollte dann noch einmal gut desinfiziert werden. Wenn ein Zeckenbiss juckt, muss das nicht unbedingt ein Zeichen für eine FSME- oder Borreliose-Infektion sein. Versuchen Sie, trotz des Juckens die Bissstelle nicht zu kratzen oder gar aufzukratzen. Kurz nach dem Zeckenbiss und dem Entfernen der Zecke sind Jucken und eine leichte Rötung der betroffenen Stelle normal. Diese Beschwerden verschwinden nach einigen Tagen wieder. Halten sie länger als eine Woche an, empfiehlt es sich, zur Sicherheit mit dem Kind einen Arzt aufsuchen.

Bei diesen Symptomen nach einem Zeckenbiss sollten Sie auf jeden Fall zum Arzt gehen, da sie Hinweise auf eine Borreliose- oder FSME-Infektion sein können:

  • Abgeschlagenheit
  • Fieber
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • sich ausbreitende Röte um die Bissstelle herum

Insbesondere die charakteristische Rötung nach einem Zeckenbiss ist ein Hinweis auf Borreliose.

Zeckenbiss und Borreliose – woran erkennt man eine Infektion?

Die Symptome der Borreliose sind sehr unterschiedlich und auch vom Stadium der Erkrankung abhängig. Bei fast allen Betroffenen zeigt sich im Frühstadium die sogenannte Wanderröte (Erythema migrans). Sie tritt einige Tage bis Wochen nach dem Zeckenbiss auf und ist eine ringförmige Hautrötung um die Bissstelle herum. Die Hautrötung breitet sich allmählich nach außen aus und wird dabei von innen her blasser. Sie “wandert” praktisch von innen nach außen hin zum etwas röteren Außenring und verblasst nach und nach ganz. Wenn Sie solch eine Hautrötung bei Ihrem Kind bemerken, sollten Sie umgehend mit ihm zum Arzt gehen. In diesem Stadium ist die Borreliose gut mit Antibiotikum behandelbar. Weitere Symptome im Frühstadium sind Abgeschlagenheit und Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen.

Schutz vor Zecken

Eine absolut sichere Vorbeugung gibt es leider nicht. Selbst lange Kleidung bietet keinen hundertprozentigen Schutz vor einem Zeckenbiss. Trotzdem empfiehlt es sich, im Freien und vor allem im Wald oder auf Wiesen möglichst körperbedeckende, helle Kleidung zu tragen. Auf ihr lässt sich die Zecke auch besser auffinden. Sandalen in der Natur lieber meiden und stattdessen feste Schuhe tragen.

Einen zusätzlichen Schutz vor Zeckenbissen bieten Anti-Insektensprays (Repellentien) zum Aufsprühen auf die Haut. Trotzdem sollte nach einem Aufenthalt im Freien (auch im Garten) der Körper immer nach Zecken abgesucht werden, da der zuverlässigste Schutz vor durch Zecken übertragene Krankheiten immer noch die möglichst frühzeitige Entfernung der Zecke ist.

Autor: Karin Wunder, Medizinautorin
Letzte Aktualisierung: 13. April 2018
Quellen
Beiträge im Forum "Forum für Großfamilien"
Neuste Artikel in dieser Rubrik
Zum Lachen

Alle Eltern kennen das: Sobald die Kinder anfangen zu sprechen, bringen Sie einen mit ihren Sprüchen bei vielen Gelegenheiten zum Lachen oder auch in Verlegenheit. Wir haben die lustigsten Sprüche... Mehr...

Produktratgeber

Sicher vor die Tür: So findet man den richtigen KinderwagenVor der Geburt gibt es bereits einiges zu beachten; wenn der Nachwuchs dann mal da ist, kann man schon mal verzweifeln. Nicht nur wegen des Geschreis –... Mehr...

Gut vorbereitet mit der Reiseapotheke-Checkliste

Eine überlegt bestückte Reiseapotheke ist im Urlaub wichtig – vor allem, wenn Sie Kinder dabei haben. Hier erfahren Sie, was hineingehört. Mehr...

Mit der Teilnahme an unseren interaktiven Gewinnspielen sichern Sie sich hochwertige Preise für sich und Ihre Liebsten!

Jetzt gewinnen

Nutze unsere Zyklus-App inklusive Eisprungkalender und Temperaturkurve (Android & iOS) bei Kinderwunsch.

Mehr zur App
Weitere interessante Themen
  • Schokowaffeln mit süßem Spiegelei

    Toll zu Ostern: Diese besonders hübschen und leckeren Schokowaffeln werden die ganze Familie begeistern. Probieren Sie dieses einfache und dennoch raffinierte Rezepte aus! Die... Mehr...

  • Sonnenstich: Symptome und Behandlung

    Der Sonnenstich wird durch direkte Sonneneinstrahlung auf den Kopf verursacht. Warum Babys und Kinder besonders gefährdet sind und welche Maßnahmen Sie bei Sonnenstich einleiten... Mehr...