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Risikogebiete beachten

FSME: Impfung bietet größten Schutz

Unter FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) versteht man eine Entzündung der Hirnhäute (Meningitis) und des Gehirns (Enzephalitis), die gehäuft im Frühsommer auftritt. Die Erreger der FSME werden durch Zecken übertragen, gegen die Krankheit kann jedoch eine Impfung schützen.

FSME: Impfung bietet größten Schutz
Zeckenstiche lassen sich nicht immer verhindern, gerade beim schönen Spielen draußen. In Risikogebieten empfiehlt sich besonders, auf einen ausreichenden Schutz vor FSME zu achten.
© Getty Images/jacoblund

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis wird durch das FSME-Virus verursacht, das durch Schutzmaßnahmen der Gattung Ixodes ricinus auf den Menschen übertragen wird. Erfolgt der Stich einer Zecke, kann über ihren Speichel der Erreger in das menschliche Blut gelangen. Der Erkrankungs-Schwerpunkt liegt in den Monaten Mai bis Oktober.

Die Häufigkeit der FSME ist zunehmend, das Verbreitungsgebiet der infizierten Zecken dehnt sich aus. Im Jahr 2020 wurden deutschlandweit 704 FSME-Erkrankungen registriert, was die höchste Zahl an Infektionen seit Start der Datenerfassung im Jahr 2001 ist. Zum Vergleich: 2019 waren es noch 583 Fälle, 2016 wurden 348 Infektionen gemeldet.

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FSME-Impfung bietet Schutz

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die FSME-Impfung für alle Menschen, die sich in einem Risikogebiet im Freien aufhalten. Ein Großteil der Zeckenstiche erfolgt in der Freizeit. Impfen lassen können sich alle Kinder und Erwachsenen, die in den genannten Risikogebieten wohnen oder sich dort aufhalten. Vor einem Urlaub in einem FSME-Risikogebiet empfiehlt sich unter Umständen eine Reiseimpfung.

Der komplette Impfschutz besteht nach drei Impfungen. Ein bis drei Monate nach der ersten Injektion wird die zweite Spritze verabreicht. Schon etwa zwei Wochen nach der zweiten Impfung besteht ein 90-prozentiger Schutz. Je nach verwendetem Impfstoff wird die dritte FSME-Impfung nach fünf bis zwölf oder neun bis zwölf Monaten injiziert. Später sind Auffrischungsimpfungen im Abstand von drei bis fünf Jahren erforderlich.

Wichtig zu wissen: Die Impfung schützt nicht gegen die relative häufige Borreliose, die ebenfalls von Zecken übertragen wird und gleichermaßen zur Hirnhautentzündung führen kann.

Um sich vor einer durch Ziegenmilch übertragenen FSME zu schützen, sollte Ziegenmilch nicht roh getrunken und keine Ziegenrohmilchprodukte gegessen werden.

Nebenwirkungen der FSME-Impfung

Bei der FSME-Impfung handelt es sich um einen Totimpfstoff. Er wird per Infektion verabreicht. An der Einstichstelle kann es zu Rötungen, Schwellungen und Schmerzen kommen. Eine leichte Temperaturerhöhung, ein allgemeines Unwohlsein, Gelenkschmerzen sowie Magen-Darm-Beschwerden können in den Tagen nach der Impfung auftreten. Sehr selten kommt es zu schweren Nebenwirkungen der FSME-Impfung. Diese betreffen eher Erwachsene und äußern sich in neurologischen Beschwerden.

FSME-Impfung für Kinder?

FSME nimmt bei Kindern seltener einen schweren Verlauf. Trotzdem können auch sie schwer erkranken. Die STIKO empfiehlt deshalb auch für Kinder die FSME-Impfung, wenn sie sich in einem FSME-Risikogebiet und dort in der Natur aufhalten.

Ab dem vollendeten ersten Lebensjahr (1. Geburtstag) können Kinder die Impfung erhalten. Da Kinder unter drei Jahren jedoch häufiger Fieber nach der Impfung bekommen, wird Eltern empfohlen, das Nutzen-Risiko-Verhältnis gemeinsam mit dem Arzt gut abzuwägen.

FSME-Risikogebiete: Wo liegen die betroffenen Landkreise?

Überall dort, wo viele Zecken vorkommen, tritt auch FSME auf, denn das Virus wird durch Zecken übertragen. In Deutschland sind dies vor allem Bayern und Baden-Württemberg, wo knapp 90 Prozent aller Fälle registriert werden.

In Südhessen und dem südöstlichen Thüringen tritt FSME zunehmend häufiger auf. Auch vereinzelte Landkreise in Mittelhessen, in Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Sachsen sind betroffen. Außerdem kommt die FSME in Süd- und Osteuropa, Russland und Asien vor.

Jedes Jahr wird die "FSME-Landkarte" aktualisiert, auf der verzeichnet ist, wie viele FSME-Fälle in den verschiedenen Gebieten Deutschlands aufgetreten sind. Aktuell sind das 169 Landkreise (Stand: Januar 2021). Im Vergleich zu 2019 sind weitere acht Landkreise hinzugekommen.

Als FSME-Risikogebiete werden diejenigen Landkreise bezeichnet, in denen statistisch gesehen in den vergangenen Jahren mehr Erkrankungen an FSME auftreten als anderswo. In diesen Regionen ist das Risiko einer Infektion also höher als in anderen. Das bedeutet allerdings nicht, dass man sich nicht auch in anderen Regionen infizieren kann.

  • 92 Kreise in Bayern (lediglich die Kreise Fürstenfeldbruck, München und Schweinfurt sind nicht betroffen)

  • 43 Kreise in Baden-Württemberg (bis auf den Kreis Heilbronn ist das Bundesland vollständig FSME-Risikogebiet)

  • 12 Kreise in Thüringen

  • 10 Kreise in Hessen

  • 8 Kreise in Sachsen

  • 1 Kreis in Rheinland-Pfalz (LK Birkenfeld)

  • 1 Kreis im Saarland (LK Saar-Pfalz-Kreis)

  • 1 Kreis in Niedersachsen (LK Emsland)

  • 1 Kreis in Sachsen-Anhalt (SK Dessau-Roßlau)

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FSME-Symptome: Verlauf in zwei Phasen

Vom Stich der Zecke bis zum Auftreten der ersten FSME-Symptome vergehen durchschnittlich zehn Tage (in einem Zeitrahmen von fünf bis 28 Tagen). Typischerweise verläuft die Erkrankung in zwei Phasen mit jeweils hohen Fiebergipfeln.

Während die erste Phase durch unspezifische Symptome gekennzeichnet ist, zeigen sich in der zweiten neurologische Symptome des Zentralen Nervensystems. Bei einem Teil der Betroffenen zeigt sich in beiden Phasen der Erkrankung nur Fieber oder die zweite Phase bleibt ganz aus.

FSME-Symptome in Phase 1

Die erste Phase der FSME-Erkrankung ähnelt einer Grippe – es kommt zu unspezifischen Beschwerden wie Fieber und Kopfschmerzen. Auch Atemwegsbeschwerden, Übelkeit und Durchfall können auftreten. In dieser Phase lässt sich FSME noch nicht durch Laboranalysen diagnostizieren. Häufig erfolgt nach der ersten Erkrankungsphase zunächst eine Besserung, die etwa eine Woche anhält.

FSME-Symptome in Phase 2

In der zweiten Phase steigt das Fieber erneut, es zeigen sich charakteristische Symptome des erkrankten Zentralen Nervensystems. Es kommt zu schweren Krankheitserscheinungen mit hohem Fieber, starkem Erbrechen, Übelkeit und Muskelschmerzen. Bei etwa der Hälfte der Erkrankten entwickelt sich eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Entzündung des Gehirns (Enzephalitis) oder eine Kombination von beidem. Auch eine Entzündung des Rückenmarks (Myelitis) ist möglich.

Es kann zu Bewusstseinsstörungen, Koordinationsstörungen sowie Lähmungen an den Gliedmaßen und im Gesicht kommen. Bei der Rückenmarksentzündung zeigen sich ebenfalls Lähmungen der Arme und Beine, Schluck- und Sprechstörungen, Lähmungen der Gesichts- und Halsmuskulatur sowie Atemlähmungen.

Eine durchgemachte FSME (Nachweis durch erhöhte IgG-Antikörper im Blutserum) hinterlässt lebenslange Immunität.

Unterschiedlicher Verlauf bei Kindern und Erwachsenen

Kinder erkranken zwar häufiger an der Form der isolierten Hirnhautentzündung als Erwachsene, sie heilt bei ihnen aber meist ohne Folgen aus. Insgesamt wird bei Erwachsenen deutlich häufiger ein schwerwiegender Krankheitsverlauf beobachtet als bei Kindern (Erwachsene 50 Prozent, Kinder 25 Prozent). Während bei erkrankten Kindern bleibende Schäden nur in Einzelfällen beschrieben werden, kommt es bei Erwachsenen in 30 bis 40 Prozent zu länger anhaltenden oder sogar dauerhaften Komplikationen.

Häufig sind mehrere Monate andauernde Konzentrationsstörungen, Stimmungsschwankungen, verminderte Stresstoleranz, Sprech- und Gleichgewichtsstörungen. Auch Lähmungen können als Folge der FSME bestehen bleiben. In einem Prozent der Fälle verläuft die FSME-Erkrankung tödlich.

Wie wird FSME diagnostiziert?

Eine FSME-Erkrankung zu erkennen, ist vor allem im Anfangsstadium oft sehr schwierig und wird insbesondere anhand der typischen FSME-Symptome gestellt. Der Aufenthalt in einem FSME-Risikogebiet sowie ein Zeckenstich können erste Hinweise sein. Auch der Verzehr von unpasteurisierten Milchprodukten sollte hier erwähnt werden.

Durch eine Blutentnahme können Antikörper gegen das FSME-Virus nachgewiesen werden. In der ersten Krankheitsphase sind die Antikörper oftmals noch nicht nachweisbar, steigen jedoch zu Beginn der zweiten Phase rasch an.

Auch in der Nervenflüssigkeit (Liquor), die aus dem Rückenmarkskanal in der Wirbelsäule entnommen werden kann, ist der Nachweis von FSME-Antikörpern möglich. Nur selten kommt eine Magnetresonanztherapie (MRT) des Gehirns und der Hirnhäute zum Einsatz.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Eine spezifische Therapie für die FSME gibt es nicht; die unterstützenden Maßnahmen richten sich nach den auftretenden Symptomen. Bei schweren Verläufen ist eine intensivmedizinische Behandlung erforderlich. Bei Auftreten von ZNS-Komplikationen ist häufig eine aufwändige Rehabilitation notwendig.

Wie kann man sich vor Zeckenstichen schützen?

Zum Teil können Zeckenstiche durch Schutzmaßnahmen wie das Tragen von heller, geschlossener Kleidung, das Vermeiden von Unterholz und hohen Gräsern und Verbleiben auf festen Wegen verhindert werden. Zeckensprays schützen nur über einige Stunden und sollten regelmäßig erneuert werden. Nach einem Aufenthalt in Wald oder Wiesen sollte man den Körper gründlich auf die kleinen, braunen, etwa Stecknadelkopf großen Tiere absuchen. Ist es tatsächlich zu einem Zeckenstich gekommen, sollte die Zecke so schnell wie möglich vollständig und schonend entfernt werden.

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