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Windelfrei: Erfahrungsbericht einer Mutter

Bei uns ist Windelfrei relativ unbekannt. Hier berichtet eine Mutter, wie sie es bei ihrem Sohn probiert und im Alltag umgesetzt hat, wie sie erkennt, dass ihr Kind muss und wie sie selbst Windelfrei beurteilt.

Windelfrei: Erfahrungsbericht einer Mutter
Nicht alle Babys brauchen ein Windel - es geht auch Windelfrei
iStock/YouraPechkin

Romana und Arthur (4,5 Monate)

Mein Kleiner ist nun 4,5 Monate und so kann ich nun mal von meinen bisherigen Erlebnissen berichten:
Wir haben mit Windelfrei begonnen, als er eine Woche alt war. Es gingen sehr bald viele Geschäfte ins Klo bzw. Waschbecken (ist am Anfang praktischer). Wir haben ihn einfach nach dem Aufwachen und bei jedem Windel öffnen abgehalten. Zudem haben wir von Beginn an sofort die Windel gewechselt, wenn wir merkten, dass was drin war.

Nach einem kurzen Tief, weil ich das Gefühl hatte, ich erkenne zwischendurch zu schlecht, wann er muss und so auch viel in die Windel ging, habe ich begonnen, auch mehr nach Gefühl und nach Zeitabständen abzuhalten und es ging wieder bergauf.

Mittlerweile sind wir so weit, dass wir an guten Tagen komplett ohne Windel auskommen und keine Unfälle haben und an schlechten Tagen haben wir - ich sag mal - drei Unfälle. Ab und zu trägt er schon noch Windeln, wenn es die Situation erfordert, aber ich schaffe es einfach nicht, ihn stundenlang nicht abzuhalten. Wenn man mal begonnen hat, kann man einfach nicht mehr aufhören.

Wir sind mittlerweile auch so sattelfest, dass wir unterwegs in Geschäften, Restaurants oder einfach im Freien abhalten. Funktioniert wunderbar... Der Trick ist übrigens nicht der, immer den richtigen Zeitpunkt zu erwischen, wo er schon total dringend muss (halte ich auch für fast unmöglich...), sondern ihm regelmäßig Gelegenheiten zu geben. Da er die Kontrolle über seine Ausscheidungen nicht verlernt hat, ist er in der Lage, bei gebotener Gelegenheit zu pinkeln oder zu kacken, auch wenn es noch nicht dringend ist. Ist echt toll zu beobachten, wie er sich dann oft bemüht und eifrig drückt bis was rauskommt (natürlich kommt auch manchmal nichts und dann zwinge ich ihn selbstverständlich nicht, sondern probiere es einfach ein bisschen später nochmal... nur um hier nicht den Eindruck zu erwecken, dass ich mein Kind zum Pinkeln "nötige").

Seine Zeichen werden in letzter Zeit auch immer besser. Morgens im Bett ist es extrem eindeutig. Da wird gezappelt bis ich ihn auf den Topf setze und dann geht gleich mal ein großes Geschäft in den Topf. Und ab und zu nörgelt er auch gewaltig rum und hört sofort auf, wenn ich ihn abhalte. Dann wiederum pieselt er auch während des Spielens schon mal auf seine Decke, ohne einen Muckser zu machen... Dies jedoch meist, wenn er nackt ist. Wenn er etwas anhat, stört es ihn anscheinend mehr.

Das häufige "Problem", dass er während des Stillens oft Stuhlgang macht, haben wir auch im Griff. Erst habe ich ihn immer sanft abgelöst und abgehalten, wenn ich merkte, dass es jeden Moment soweit ist. Mittlerweile lässt er meist von selbst los und sieht mich manchmal sogar schon erwartungsvoll an.

Fazit: Ja, Windelfrei ist aufwendig, aber das ist mir mein Kind allemal wert und es macht einfach unheimlich viel Spaß und Freude und macht außerdem süchtig. Es täte mir mittlerweile im Herzen weh, ihn stundenlang in die Windeln machen zu lassen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 02. März 2015

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