Sonntag, 26. Mai 2013

Hormone im Blut - Hormonwerte

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Im Blut lassen sich die Werte von Hormonen bestimmen (Grafik: LifeART)

Anhand der Hormonwerte im Blut lässt sich eine Schwangerschaft nachweisen. Sie geben aber auch Hinweise auf mögliche Ursachen, wenn sich trotz Kinderwunsch keine Schwangerschaft einstellen will.

Hormone sind im Blut in bestimmten Mengen enthalten. Veränderte Hormonwerte können Aufschluss über den Gesundheitszustand eines Menschen oder auch Hinweis auf eine Schwangerschaft geben. So wird beispielsweise von der Plazenta das Hormon hCG (humanes Choriongonadotropin) gebildet, dessen Konzentration zu Beginn einer Schwangerschaft sehr rasch ansteigt. Mittels Bluttest kann der Spiegel dieses Hormons ermittelt und somit eine Schwangerschaft festgestellt werden. Doch auch bei einem bestehenden Kinderwunsch ist es sinnvoll, bestimmte Hormonwerte überprüfen zu lassen. Denn beispielsweise können Krankheiten der Schilddrüse eine erfolgreich verlaufende Schwangerschaft verhindern.

Die Hormonwerte in der nachfolgenden Tabelle sind Referenzwerte - sie gelten als "gesunde" Werte. Hormonwerte, die hiervon abweichen, müssen jedoch nicht zwingend auf eine Erkrankung hinweisen, denn bei jedem Menschen sind diese Werte unterschiedlich. Daneben kommen für Abweichungen von den Referenzwerten meist auch weitere Ursachen in Frage. Hinzu kommt, dass alle Labore leicht voneinander abweichende Hormonwerte als Referenzwerte haben.

 

Normwerte verschiedener Hormone im Blut
HormonWann und bei wem wird getestetNormaler Wert im BlutAbweichungen von der Norm
AndrostendionZu Beginn der
Wechseljahre
0,47 - 2,68 ng/mlErhöhter Wert: PCO-Syndrom oder männlicher Behaarungstyp (Hirsutismus) bei Frauen. Verminderter Wert: Einnahme von Clomifen.
Am Ende der
Wechseljahre
 
Cortisolmorgens (Frauen)50 - 250 mg/lErhöhter Wert: Schwangerschaft, starker Stress oder Einnahme der Pille. Verminderter Wert: Schilddrüsenunterfunktion.
abends (Frauen)30 - 140 mg/ll
Dehydroepiandrosteron-Sulfat (DHEAS)Frauen1000 - 3000 µg/lErhöhter Wert: Zysten der Eierstöcke oder männlicher Behaarungstyp bei Frauen (Hirsutismus).
Follikelstimulierendes Hormon (FSH)1. Zyklushälfte3 - 10 IE/lErhöhter Wert: bevorstehender Eisprung. Verminderter Wert: Stress oder Magersucht (Anorexia).
vor dem Eisprung> 20 IE/l
nach dem Eisprung3 - 5 IE/l
Am Ende der
Wechseljahre
> 20 IE/l
Humanes Choriongonadotropin (hCG)3. Schwanger-
schaftswoche
5 - 50 U/lErhöhter Wert: Schwangerschaft bzw. Mehrlingsschwangerschaft. Niedriger oder zu langsam ansteigender Wert im ersten Trimeon: Fehlgeburt. Erhöhter Wert außerhalb der Schwangerschaft: Krebs in Eierstöcken, Brust oder Hoden.
4. Schwanger-
schaftswoche
50 - 500 U/l
5. Schwanger-
schaftswoche
100 - 5.000 U/l
6. Schwanger-
schaftswoche
500 - 10.000 U/l
7. Schwanger-
schaftswoche
1.000 - 50.000 U/ll
8. Schwanger-
schaftswoche
10.000 - 1000.000 U/l
9. - 10. Schwanger-
schaftswoche
15.000 - 200.000 U/l l
11. - 14. Schwanger-
schaftswoche
10.000 - 100.000 U/l
Verdacht auf Krebs-
erkrankung/Erwachsene
 
Insulin12-Stunden-Nüchternwert (gemessen wird nach zwölfstündigem Nahrungsverzicht)6 - 25 mU/lErhöhter Wert: beginnender Diabetes mellitus Typ II. Verringerter Wert: Diabetes mellitus Typ I oder Entzündung der Bauchspeicheldrüse.
Luteinisierendes Hormon (LH)1. Zyklushälftebis 10 IE/lErhöhter Wert: Eintreten der Wechseljahre, funktionsschwache Eierstöcke oder bevorstehender Eisprung. Verringerter Wert: Hyperprolaktinämie oder Ausbleiben der Regelblutung.(Amenorrhoe).
Zum Zeitpunkt des
Eisprungs
> 20 IE/l
2. Zyklushälfte> 8 IE/l
Am Ende der
Wechseljahre
20 - 100 IE/l
Östradiol (Estradiol, E2)1. Zyklushälfte30 - 300 ng/lErhöhter Wert: bevorstehender Eisprung. Verringerter Wert: funktionschwache Eierstöcke oder Zyklen ohne Eisprung.
2. Zyklushälfte100 - 300 ng/l
Freies Östriol (Estriol, E3)28. - 31. Schwanger-
schaftswoche
2,5-10,0 µg/lErhöhter Wert: Mehrlingsschwangerschaft. Erniedrigter Wert: Plazentainsuffizienz, Trisomie 21.
32. - 33. Schwanger-
schaftswoche
3,5-12,0 µg/l
34. - 35. Schwanger-
schaftswoche
4,0-13,0 µg/l
36. - 37. Schwanger-
schaftswoche
5,0-17,0 µg/l
38. - 40. Schwanger-
schaftswoche
6,0-25,0 µg/l
Progesteron (P4)1. Zyklushälfte1 ng/mlErhöhter Wert: Tumor der Eierstöcke. Niedriger Wert: Zyklusstörungen, Magersucht (Anorexia) oder Beginn der Wechseljahre.
2. Zyklushälfte>10 ng/ml
Am Ende der
Wechseljahre
 
ProlaktinFrauen3,8 - 23,2 µg/lErhöhter Wert: Schwangerschaft, Stillperiode oder Hyperprolaktinämie. Niedrigerer Wert: Wechseljahre.
Männer3,0 - 14,7 µg/l
Sexualhormon bindendes Globulin (SHGB)Frauen30 - 90 nmolErhöhter Wert: Schwangerschaft. Erniedrigter Wert: PCO-Syndrom oder starkes Übergewicht (Adipositas).
TestosteronFrauen&ge 0,6 µg/lErhöhter Wert: PCO-Syndrom oder Tumoren der Eierstöcke/Hoden. Verminderter Wert: Einnahme der Antibaby-Pille oder Hinweis auf Drogenmissbrauch oder Unterernährung bis hin zu Magersucht (Anorexie).
Männer3,5 - 8,6 µg/l
Thyreotropin (Thyroid stimulating Hormon = TSH)Kinder und Erwachsene0,4 - 4,0 mU/lErhöhter Wert: Schilddrüsenunterfunktion. Verminderter Wert: Überfunktion der Schilddrüse.
Freies Thyroxin (T4)Erwachsene0,8 - 2 ng/dlErhöhter Wert: Schilddrüsenüberfunktion (Basedow-Krankheit) und heiße Knoten. Verminderter Wert: Jodmangel oder Schilddrüsenunterfunktion.
Freies Trijodthyronin (T3)Erwachsene2,5 - 6 ng/lErhöhter Wert: Schilddrüsenüberfunktion. Verminderter Wert: Schilddrüsenunterfunktion.

Erläuterungen zur Tabelle:

ng = Nanogramm


mg = Milligramm


µg = Mikrogramm


l = Liter


ml = Milliliter


dl = Deziliter


IE = Internationale Einheit


mU = Milliunits (Maßzahl für Enzymaktivitäten)


nmol = Ein Tausendstel Mikromol


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Autor: Jessica Schmid
Letzte Aktualisierung: 21. Oktober 2009
Quellen: Diedrich K. et al. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. Heidelberg, Springer 2007 Seelig, H. P. und Meiner, M.: Laborwerte klar und verständlich. Gräfe und Unzer, München 2005 Online-Informationen des Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF), München und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Gebutshilfe (DGGG), Berlin: www.frauenaerzte-im-netz.de (Stand: 12.02.2009) Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie e.V., Regenstauf: http://www.endokrinologie.net (Stand: Februar 2009) Online-Informationen der medweb24 GmbH: http://www.laborlexikon.de (Stand: Februar 2009)

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