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Samstag, 21. Januar 2017
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Hormone im Blut - Hormonwerte

Hormone im Blut - Hormonwerte
Im Blut lassen sich die Werte von Hormonen bestimmen
Getty Images/iStockphoto

Anhand der Hormonwerte im Blut lässt sich eine Schwangerschaft nachweisen. Sie geben aber auch Hinweise auf mögliche Ursachen, wenn sich trotz Kinderwunsch keine Schwangerschaft einstellen will.

Hormone sind im Blut in bestimmten Mengen enthalten. Veränderte Hormonwerte können Aufschluss über den Gesundheitszustand eines Menschen oder auch Hinweis auf eine Schwangerschaft geben. So wird beispielsweise von der Plazenta das Hormon hCG (humanes Choriongonadotropin) gebildet, dessen Konzentration zu Beginn einer Schwangerschaft sehr rasch ansteigt. Mittels Bluttest kann der Spiegel dieses Hormons ermittelt und somit eine Schwangerschaft festgestellt werden. Doch auch bei einem bestehenden Kinderwunsch ist es sinnvoll, bestimmte Hormonwerte überprüfen zu lassen. Denn beispielsweise können Krankheiten der Schilddrüse eine erfolgreich verlaufende Schwangerschaft verhindern.

Die Hormonwerte in der nachfolgenden Tabelle sind Referenzwerte - sie gelten als "gesunde" Werte. Hormonwerte, die hiervon abweichen, müssen jedoch nicht zwingend auf eine Erkrankung hinweisen, denn bei jedem Menschen sind diese Werte unterschiedlich. Daneben kommen für Abweichungen von den Referenzwerten meist auch weitere Ursachen in Frage. Hinzu kommt, dass alle Labore leicht voneinander abweichende Hormonwerte als Referenzwerte haben.

 

Normwerte verschiedener Hormone im Blut

Hormon Wann und bei wem wird getestet

Normaler Wert

im Blut

Abweichungen von der Norm
Androstendion Zu Beginn der
Wechseljahre
0,47 - 2,68 ng/ml Erhöhter Wert: PCO-Syndrom oder männlicher Behaarungstyp (Hirsutismus) bei Frauen. Verminderter Wert: Einnahme von Clomifen.
  Am Ende der
Wechseljahre
   
Cortisol morgens
(Frauen)
50 - 250 mg/l Erhöhter Wert: Schwangerschaft, starker Stress oder Einnahme der Pille. Verminderter Wert: Schilddrüsen-unterfunktion.
  abends
(Frauen)
30 - 140 mg/ll  
Dehydro-epiandrosteron-Sulfat (DHEAS) Frauen 1000 - 3000 µg/l Erhöhter Wert: Zysten der Eierstöcke oder männlicher Behaarungstyp bei Frauen (Hirsutismus).
Follikel-stimulierendes Hormon (FSH) 1. Zyklushälfte 3 - 10 IE/l  
  vor dem
Eisprung
> 20 IE/l  
  nach dem
Eisprung
3 - 5 IE/l  
  Am Ende der
Wechseljahre
> 20 IE/l  
Humanes Chorion-gonadotropin (hCG) 3. Schwanger-
schaftswoche
5 - 50 U/l Erhöhter Wert: Schwangerschaft bzw. Mehrlings-schwangerschaft. Niedriger oder zu langsam ansteigender Wert im ersten Trimeon: Fehlgeburt. Erhöhter Wert außerhalb der Schwangerschaft: Krebs in Eierstöcken, Brust oder Hoden.
  4. Schwanger-
schaftswoche
50 - 500 U/l  
  5. Schwanger-
schaftswoche
100 - 5.000 U/l  
  6. Schwanger-
schaftswoche
500 - 10.000 U/l  
  7. Schwanger-
schaftswoche
1.000 - 50.000 U/ll  
  8. Schwanger-
schaftswoche
10.000 - 1000.000 U/l  
  9. - 10. Schwanger-
schaftswoche
15.000 - 200.000 U/l l  
  11. - 14. Schwanger-
schaftswoche
10.000 - 100.000 U/l  
 
Insulin 12-Stunden-Nüchternwert (gemessen wird nach 12-
stündigem Nah-
rungsverzicht)
6 - 25 mU/l Erhöhter Wert: beginnender Diabetes mellitus Typ II. Verringerter Wert: Diabetes mellitus Typ I oder Entzündung der Bauch-speicheldrüse.
Luteinisierendes Hormon (LH) 1. Zyklushälfte bis 10 IE/l Erhöhter Wert: Eintreten der Wechseljahre, funktionsschwache Eierstöcke oder bevorstehender Eisprung. Verringerter Wert: Hyperprolaktinämie oder Ausbleiben der Regelblutung.(Amenorrhoe).
  Zum Zeitpunkt des
Eisprungs
> 20 IE/l  
  2. Zyklushälfte > 8 IE/l  
  Am Ende der
Wechseljahre
20 - 100 IE/l  
Östradiol (Estradiol, E2) 1. Zyklushälfte 30 - 300 ng/l Erhöhter Wert: bevorstehender Eisprung. Verringerter Wert: funktionschwache Eierstöcke oder Zyklen ohne Eisprung.
  2. Zyklushälfte 100 - 300 ng/l  
Freies Östriol (Estriol, E3) 28. - 31. Schwanger-
schaftswoche
2,5-10,0 µg/l Erhöhter Wert: Mehrlings-schwangerschaft. Erniedrigter Wert: Plazentainsuffizienz, Trisomie 21.
  32. - 33. Schwanger-
schaftswoche
3,5-12,0 µg/l  
  34. - 35. Schwanger-
schaftswoche
4,0-13,0 µg/l  
  36. - 37. Schwanger-
schaftswoche
5,0-17,0 µg/l  
  38. - 40. Schwanger-
schaftswoche
6,0-25,0 µg/l  
Progesteron (P4) 1. Zyklushälfte 1 ng/ml Erhöhter Wert: Tumor der Eierstöcke. Niedriger Wert: Zyklusstörungen, Magersucht (Anorexia) oder Beginn der Wechseljahre.
  2. Zyklushälfte >10 ng/ml  
  Am Ende der
Wechseljahre
   
Prolaktin Frauen 3,8 - 23,2 µg/l Erhöhter Wert: Schwangerschaft, Stillperiode oder Hyperprolaktinämie. Niedrigerer Wert: Wechseljahre.
  Männer 3,0 - 14,7 µg/l  
Sexualhormon bindendes Globulin (SHGB) Frauen 30 - 90 nmol Erhöhter Wert: Schwangerschaft. Erniedrigter Wert: PCO-Syndrom oder starkes Übergewicht (Adipositas).
Testosteron Frauen

> oder

= 0,6 µg/l

Erhöhter Wert: PCO-Syndrom oder Tumoren der Eierstöcke/Hoden. Verminderter Wert: Einnahme der Antibaby-Pille oder Hinweis auf Drogenmissbrauch oder Unterernährung bis hin zu Magersucht (Anorexie).
  Männer 3,5 - 8,6 µg/l  
Thyreotropin (Thyroid stimulating Hormon = TSH) Kinder und Erwachsene

0,4 - 4,0 mU/l

Bei Kinderwunsch:

0,4 -1,0 mU/l

Erhöhter Wert: Schilddrüsen-unterfunktion. Verminderter Wert: Überfunktion der Schilddrüse.
Freies Thyroxin (T4) Erwachsene 0,8 - 2 ng/dl Erhöhter Wert: Schilddrüsen-überfunktion (Basedow-Krankheit) und heiße Knoten. Verminderter Wert: Jodmangel oder Schilddrüsen-unterfunktion.
Freies Trijodthyronin (T3) Erwachsene 2,5 - 6 ng/l Erhöhter Wert: Schilddrüsen-überfunktion. Verminderter Wert: Schilddrüsen-unterfunktion.

Erläuterungen zur Tabelle:

ng = Nanogramm

mg = Milligramm

µg = Mikrogramm

l = Liter

ml = Milliliter

insulin

dl = Deziliter

IE = Internationale Einheit

mU = Milliunits (Maßzahl für Enzymaktivitäten)

nmol = Ein Tausendstel Mikromol

Autor:
Letzte Aktualisierung: 20. Januar 2017
Quellen: Diedrich K. et al. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. Heidelberg, Springer 2007 Seelig, H. P. und Meiner, M.: Laborwerte klar und verständlich. Gräfe und Unzer, München 2005 Online-Informationen des Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF), München und der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), Berlin: www.frauenaerzte-im-netz.de (Stand: 12.02.2009) Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie e.V., Regenstauf: http://www.endokrinologie.net (Stand: Februar 2009) Online-Informationen der medweb24 GmbH: http://www.laborlexikon.de (Stand: Februar 2009)

Beiträge im Forum "Kinderwunsch: Ich will schwanger werden - wer noch?"
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